Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Defekte Parkplatzanzeigen an der Thier Galerie haben in letzter Zeit für Staus und verwirrte Besucher in der Innenstadt gesorgt. Die Stadt will unterdessen Millionen Euro in das Parkleitsystem investieren.

Es ist Freitagnachmittag, die ersten Dortmunder haben Feierabend. Gleichzeitig strömen immer mehr Menschen mit ihren Autos in die City. Es ist Black Friday, viele Geschäfte am Westenhellweg bieten saftige Rabatte. Und auf dem Wallring geht nichts mehr.

Von der Thier Galerie staut sich der Verkehr bis zur Ruhrallee zurück. Im Schneckentempo fahren die Autos in Richtung eines der beiden Parkhäuser an der Thier Galerie.

Das Parkleitsystem am Wall soll anzeigen, wo es in der City Parkplätze gibt – am  Black Friday funktionierte die Synchronisierung aber nicht richtig (Das Foto wurde einige Tage nach dem Vorfall gemacht). Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Erst bei der Einfahrt in die Hövelstraße wird vielen Fahrern aber klar, wo das Problem liegt. Sowohl das Parkhaus der Thier Galerie als auch jenes von Kaufhof sind komplett dicht. „Besetzt“ steht auf den Anzeigen vor den Einfahrten.

250 freie Parkplätze an der Thier Galerie angezeigt

Doch wie Dortmund24-Mitarbeitern Kerstin Neumann berichtet, hätten die Anzeigen des Dortmunder Parkleitsystems anderes angezeigt. „Die Anzeige hat gegen 14 Uhr 250 freie Plätze für die Thier Galerie und 90 Plätze für Kaufhof angezeigt“, sagt Neumann, die von der Ruhrallee bis zur Thier Galerie eine gute halbe Stunde brauchte.

Auf eine Anfrage von Dortmund24 bestätigt die Stadt Dortmund, dass es aktuell technische Probleme mit dem Parkleitsystem gäbe.

Defektes Parkleitsystem ist Schuld

„Das Parkhaus ‚Thier Galerie‘ überträgt zurzeit keine Auslastungszahlen an das Parkleitsystem“, sagt Stadtsprecherin Heike Thelen. Die Anzahl der Parkplätze für die Thier Galerie würde im Umfeld nicht mehr angezeigt. Thelen: „Im Bereich City sind einige Schilder irreparabel ausgefallen und zeigen keine Zahlen mehr an.“

Die Thier Galerie reagierte und ließ nach dem Black-Friday-Vorfall die nicht synchronisierten Anzeigen der Stadt ausschalten. Bis die Störung behoben sei, habe die Thier Galerie laut Center-Manager Markus Haas an den Wochenenden Parkeinweiser an den Einfahrten, die unterstützend tätig seien.

„Wann das Problem behoben ist kann, ich aktuell noch nicht sagen. Umso eher, desto besser“, sagt Haas gegenüber Dortmund24.

Parkplätze im Parkhaus der Thier Galerie an der Hövelstraße. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
Parkplätze im Parkhaus der Thier Galerie an der Hövelstraße sind vor allem an den Wochenenden beliebt. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Im Falle von Kaufhaus erklärt die Stadt die Probleme der Parkplatzanzeige mit Bauarbeiten im Parkhaus. Dadurch seien aktuell weniger Parkplätze verfügbar.

„Die Verringerung der Parkplätze wurde in das Parkleitsystem eingepflegt. Die Reduzierung der Parkplätze wurde jedoch zunächst zu gering eingeschätzt“, sagt Heike Thelen.

Die Anzahl der verfügbaren Parkplätze des Parkhauses sei jetzt aber weiter im Parkleitsystem reduziert worden. Thelen: „Jetzt sollte die Zahl realistisch abgebildet sein.“

Stadt will Parkleitsystem erneuern

Während im Bereich der Thier Galerie also bei der Parkplatzsuche Vorsicht gefragt ist, plant die Stadt im Hintergrund bereits die Erneuerung des kompletten Parkleitsystems, das aus den späten 90er Jahren stammt.

5,2 Millionen Euro sind dafür vorgesehen, wie der Rat jüngst beschloss. 2,2 Millionen Euro fließen dafür aus eine Fördertopfs des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Luft verbessern

Das Geld dafür ist dringend notwendig – auch um Luftschadstoffe in der City zu reduzieren.

An großen Park&Ride-Standorten soll das System den Verkehr auf die öffentlichen Verkehrsmitteln verlagern und diese durch optimierte Anzeigeinformationen attraktiver machen.

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Die Erneuerung des Parkleitsystems diene laut Stadt nicht nur den Verkehrsteilnehmern, sondern vor allem dazu, die Luftschadstoffe weiter zu reduzieren und die Grenzwerte gemäß der EU-Luftqualitätsrichtlinie zukünftig einzuhalten.

Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl sieht in dem Projekt „eine Verbesserung der Lebensqualität aller Menschen, die in Dortmund leben oder Dortmund besuchen“. Es steigere auch die Attraktivität Dortmunds.