Mitglied einer Initiative

Tempo-30-Pläne auf Dortmunder Hauptstraßen hätten gleich mehrere Vorteile

Dortmund und andere Städte könnten bald wohl selbst über Tempo 30 auf Hauptstraßen entscheiden. Doch ist das sinnvoll? Diese Argumente sprechen dafür.

Dortmund – In den kommenden Jahren führt Dortmund zum Lärmschutz auf mehreren Hauptstraßen Tempo 30 ein. Durch die Mitgliedschaft in der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“ könnten noch viel mehr Straßen in der Innenstadt dazukommen. Aber was spricht generell für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h auf Hauptverkehrswegen?

Tempo 30 in Dortmund bald einfacher möglich? Stadt ist Mitglied einer Initiative

Die Befürworter von Tempo 30 sprechen gleich von mehreren Vorteilen: Mehr Sicherheit, weniger Lärm, Verringerung des Schadstoffausstoßes, Verbesserung des Verkehrsflusses (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Würde ein Tempo 30 auf den Straßen von Dortmund automatisch mehr Sicherheit bedeuten? Fakt ist, dass sich der Bremsweg der Autos verringert. Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamts verringert sich der Anhalteweg bei Tempo 30 statt Tempo 50 um mehr als die Hälfte:

Tempo 30 in Dortmund: Fakt ist – es gibt weniger und weniger schwere Unfälle

Um Umkehrschluss habe man in einem Modellversuch in Schwerin 64 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten und 50 Prozent weniger Unfälle generell registriert. Laut der Untersuchung „Auswirkungen von Tempo 30 auf die Verkehrssicherheit“ der Uni Duisburg-Essen gebe es aufgrund der geringeren Aufprallgeschwindigkeit auch eine höhere Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer und im Durchschnitt 40 Prozent weniger Unfälle.

Laut der Untersuchung des Umweltbundesamts führe ein Tempolimit zu einer wahrnehmbaren Lärmentlastung. Schon jetzt führt Dortmund mit Begründung des Lärmschutzes auf mehreren Straßen Tempo 30 ein.

Die Stadt Dortmund versucht bereits länger, die Schadstoffbelastung zu reduzieren. Eine Senkung der Geschwindigkeit ist dabei ein Hebel. Allerdings müsse man dafür auch den Verkehrsfluss beachten. Bei Tempo 30 müssen Ampelphasen angepasst werden. Dann sei auch eine Verringerung der Schadstoffbelastung möglich.

Darf Dortmund bald eigenständig über Tempo 30 entscheiden?

Dortmund ist seit dem 4. November 2022 Mitglied in der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“. Sie setzt sich für eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h auf Hauptverkehrsstraßen ein. Die Initiative will eine Veränderung in der Straßenverkehrsordnung erreichen. Städte und Gemeinde sollen selbst über die Drosselung des Tempos auf Hauptstraßen entscheiden dürfen. Das ist aktuell noch nicht der Fall.

Pressesprecher Christian Schön bestätigt gegenüber RUHR24 die Mitgliedschaft der Stadt Dortmund. Die jüngst beschlossene Änderung – Tempo 30 auf zahlreichen Hauptstraßen in Dortmund – habe jedoch den Hintergrund des Lärmschutzes. Dennoch sei es richtig, dass die Initiative eine Reformierung der Straßenverkehrsordnung erreichen will.

Städte sollen dann eigenständig über Tempo 30 entscheiden dürfen. Das heiße aber nicht zwangsläufig, dass man automatisch nur noch 30 km/h in ganz Dortmund erlauben wolle.

Tempo 30 in Dortmund: Reisezeit verlängert sich, aber nicht unbedingt der Verkehrsfluss

Das Umweltamt ist in der Untersuchung ebenfalls auf die Punkte der verlängerten Reisezeit, des Verkehrsflusses und des Verlagerungsverkehrs eingegangen. Zwar erhöhe sich Reisezeit von bis zu 4 Sekunden auf 100 Meter. Allerdings nehme man das bei einem positiven Verkehrsfluss kaum im Autoverkehr wahr.

Dortmund will selbst über die Einführung von Tempo 30 entscheiden wollen und ist jetzt Mitglied in der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“.

Aber nutzen die Autofahrer bei Tempo 30 in Dortmund nicht Ausweichrouten? Hauptstraßen bleiben aufgrund des Verkehrsflusses stets attraktiver. Das liege daran, dass es weniger Ampeln oder fehlender Einschränkungen wie Kreuzungen oder der Rechts-vor-Links-Regel gibt.

Tempo 30 in Dortmund nicht zwangsläufig flächendeckend – Initiative hat anderen Hintergrund

Dortmund will im Zuge der Mitgliedschaft der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“ nicht zwangsläufig flächendeckend Tempo 30 einführen. Allerdings, so Felix Spennemann, Sprecher der SPD Dortmund, wünsche man sich seitens der Sozialdemokraten die Kompetenz der Stadt, selbst darüber entscheiden zu können.

Ohne Frage gibt es auch Argumente, Verbände und Vertreter von Automobilclubs, die sich generell gegen ein Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen aussprechen. Lest hier die Argumente, die sich gegen noch mehr Tempo-30-Straßen in Dortmund richten.

Rubriklistenbild: © Oliver Schaper/Imago

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