16. Folge im Ersten

Tatort "Monster": So viel Dortmund steckte im neusten Krimi

Eine dramatische Szene im Dortmund-Tatort "Monster" fand auf dem Dach des "Hansa 101" statt.
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Eine dramatische Szene im Dortmund-Tatort "Monster" fand auf dem Dach des "Hansa 101" statt.

Der Dortmund-Tatort lockte am Sonntag (2. Februar) wieder viele Krimi-Fans vor den Fernseher. Wir klären, wie viel Dortmund in der 16. Folge steckte.

  • Am Sonntag (2. Februar) lief der Tatort aus Dortmund im Ersten.
  • Viele Szenen wurden in Dortmund gedreht.
  • An manchen Stellen griffen die Drehbuchautoren aber in die Trickkiste.

Dortmund - Wer als Dortmunder den Dortmund-Tatort schaut, der schaut ihn anders, als der Rest der Nation. "Ach kumma, dat ist doch...", werden nicht wenige Zuschauer ihrem Mitgucker zurufen, wenn mal wieder ein bekannter Drehort in Dortmund gesichtet wurde. Doch wie viel Dortmund steckte in der Tatort-Folge "Monster", die am Sonntag (2. Februar) ausgestrahlt wurde?

Dortmund-Tatort: Erste Szene am Phoenix See

Los geht es direkt in der ersten Szene. Kommissar Pawlack (Rick Okon) ist dort am Phoenix See zu sehen, genauer gesagt an einem Spielplatz, der sich am östlichen Ufer des Sees im Schatten des sogenannten Kaiserbergs befindet. Pawlack schaukelt dort seine Tochter, die später eine wichtige Rolle im Krimi spielen wird - sie wird entführt. Auch ziemlich am Ende des Tatorts ist der Spielplatz zu sehen. Übrigens: "Flug des Phoenix" heißt der Spielplatz am Phoenix See.

Nichts Besonderes, aber dennoch auch Teil der Dortmund-Szenen im Tatort sind die Einblendungen, die das Dortmunder Polizeipräsidium in der Außenansicht zeigen. Das ist im Dortmund-Tatort "Monster" gleich mehrfach der Fall. Die Szenen, die das Präsidium von innen zeigen sollen, wurden allerdings nicht in Dortmund gedreht.

Hochhaus in der City von Dortmund in wichtiger Tatort-Szene

Spektakulärer als die Szenen aus dem Polizeipräsidium waren in "Monster" dagegen die Sequenzen auf einem Hochhaus, dem alten Gebäude der Ruhrkohle AG (RAG). Im März 2019 fanden die Dreharbeiten in dem Gebäude in der City von Dortmund statt. 

Das Hochhaus befindet sich direkt am Hansaplatz, auf dem im Winter der Weihnachtsmarkt der Stadt Dortmund stattfindet und der "größte Weihnachtsbaum der Welt" steht. Das Gebäude befindet sich an der Hansastraße 95, wie Kommissarin Boenisch (Anna Schudt) in einer Szene im Film richtigerweise sagt.

Tatort: Faber trifft seinen Erzfeind auf Hochhaus in Dortmund

Auf dem Dach des Gebäudes trifft Kommissar Faber (Jörg Hartmann) auf seinen Erzfeind Markus Graf (Florian Bartholomäi) - der am Ende der 16. Ausgabe von Boenisch und Faber erschossen wird.

Im Rahmen der Dreharbeiten auf dem Hochhaus hatten die Schauspieler des Dortmund-Tatorts im vergangenen Jahr Stellung zur Diskussion um zu wenige Dortmund-Szenen und zu viel düsterer Thematik genommen, die Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau angestoßen hatte. Anna Schudt, die im Tatort Kommissarin Boenisch spielt, bezeichnete die Diskussion als "schade" und als "Missverständnis". Der Dortmund-Tatort sei nun mal ein "düsteres Krimiformat".

Tatort Dortmund zeigt auch Oper, Thier Galerie und U-Turm

Düster ging es auch in "Monster" zu. Dafür bekamen die Dortmunder Zuschauer viele Szenen aus ihrer Heimatstadt zu Gesicht. So zeigten Panorama-Aufnahmen etwa das Opernhaus samt "Hansa 101" im Hintergrund, außerdem zeigt eine weitere Aufnahme aus der Vogelperspektive die Thier-Galerie und die Propsteikirche - Gebäude, die sich in der City von Dortmund innerhalb des Wallrings befinden. Klar: Auch der U-Turm ist Teil des Dortmunds Tatorts und wird in "Monster" kurz eingeblendet.

Wichtig für den Plot dagegen ist der Drehort an der Brinkhoffsstraße, quasi in Spuckweite zu den Gleisen des Dortmunder Hauptbahnhofs, wo schockierende Zustände für Fernbusse herrschen. In der Szene, die den Parkplatz südlich der Gleise am Königswall zeigt, erfassen die Kommissare via Videoüberwachung das gesuchte Auto eines pädophilen Bäckers. Dessen Backstube soll sich laut Tatort an der "Hörder Straße 20" befinden, wo sich im echten Leben die Praxis eines Kieferorthopäden befindet. Auch eine Bäckerei namens "Weidl" gibt es in Dortmund nicht, anders als im Tatort aus NRW zu sehen.

Siedlung mit Kraftwerk im Tatort Dortmund zu sehen

Wo wir beim Thema "unrealistisch" sind. Die Siedlung, in der die männliche Leiche gefunden wird, zeigt im Hintergrund ein großes Kraftwerk. Aber: In Dortmund gibt es ein solches Kraftwerk im Stadtgebiet gar nicht. "Einzelne Szenen für den Tatort Dortmund entstehen auch in Köln und Umland. Diese Szene wurde in Bergheim gedreht", erklärt ein Sprecher der Produktionsfirma gegenüber RUHR24.de.

Auch der neuste Tatort mit der neuen TV-Kommissarin Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) wurde nicht ausschließlich in Dortmund gedreht.

Sehr wohl aber gibt es in Dortmund das - inzwischen ziemlich verwaiste - Brückcenter an der Brückstraße. In dem Ausgehviertel von Dortmund steigt das große Finale von "Monster". Die Kommissare Boenisch und Faber treffen auf den Bösewicht Graf, der dann in einer Billard-Stube erschossen wird - die es im Brückcenter allerdings in der Form nicht gibt.

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