Bild: Daniele Giustolisi/RUHR24

Tatort hoch über den Dächern von Dortmund! Kommissar Faber und Co. sind aktuell in der Stadt und drehen die 15. Folge der Dortmund-Ausgabe. Doch am Set geht es um viel mehr, als nur die neueste Folge des Krimis.

10. Stock im ehemaligen RAG-Gebäude über den Dächer Dortmunds. Hundewetter in der Stadt – doch am Set für den 15.-Dortmund Tatort zeigen sich Jörg Hartmann und Co. am Donnerstag bestens gelaunt.

Hoch oben, mit bestem Blick über die Stadt, drehte die Crew am Donnerstag eine Verfolgungsjagd auf dem Dach des Hochhauses an der Hansastraße. Faber trifft dort auf seinen Kontrahenten Markus Graf (Florian Bartholomäi), es kommt zum Showdown.

Florian Bartholomäi. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
Der große Wiedersacher Fabers: Markus Graf (im echten Leben Florian Bartholomäi) liefert sich über den Dächern Dortmunds eine Verfolgungsjagd mit dem Kommissar. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Erst jüngst drehte das Krimi-Team in der City in der Kinderklinik. Dort war es in dieser Woche zu einem (echten) Brand im Innenhof des Krankenhauses gekommen.

Unterdessen sorgt der angekündigte Abgang von Aylin Tezel, die die ehrgeizige Kommissarin Nora Dalay spielt, nur für wenig Trübsinn am Set.

Bis 2020 beim Tatort Dortmund

Aber: „Meine Kollegen werden mir alle fehlen“, sagt Tezel im Gespräch mit RUHR24. Es sei Zeit für eine Veränderung gewesen – und die sei jetzt gekommen. Bis 2020 bleibt sie dem Team in Dortmund noch erhalten, dreht noch einen weiteren Streifen mit Jörg Hartmann, Rick Okon und Co.

Dreh für den Tatort "Monster" in Dortmund. Mit dabei: Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel, Rick Okon, Florian Bartholomäi. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
Aylin Tezel zeigt am Set noch keine Abschiedsstimmung – vermisst ihre Kollegen aber jetzt schon. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

„Es herrscht aber noch keine Abschiedsstimmung“, meint Kollegin Anna Schudt, die in der Serie Kommissarin Martina Boenisch spielt. Fest steht: Tezel hat schon neue Projekte im Blick, aber es sei „noch nichts spruchreif.“

Angst vor „Tatort-Stempel“?

Ob sie Angst davor gehabt hätte, dauerhaft als Tatort-Kommissarin und nicht als Schauspielerin Aylin Tezel wahrgenommen zu werden? „Ja, anfangs gab es diese Bedenken, doch als es immer mehr neue Tatort-Schauspieler gab, zum Beispiel wie Til Schweiger, die diesen Stempel noch nicht haben, hat sich die Lage entspannt.“

Dreh für den Tatort "Monster" in Dortmund. Mit dabei: Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel, Rick Okon,  Florian Bartholomäi.  Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
Anna Schudt hält die vom Dortmund-OB entfachte Diskussion für „ein Missverständnis“. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Als Tatort-Schauspielerin, so Tezel, sei dagegen selten Zeit gewesen, sich Termine zum Beispiel für Serien-Angebote frei zu halten. „Für den Tatort musst du dir im Jahr zwei feste Blöcke dafür freihalten, da fallen Serienformate dann für mich raus.“

Darsteller unbeeindruckt

In der Causa Sierau – der den Dortmund Tatort jüngst als „Mobbing gegenüber einer Stadt, einer Region sowie den dort lebenden Menschen“ bezeichnet hat, zeigen sich die Tatort-Darsteller unbeeindruckt.

Dreh für den Tatort "Monster" in Dortmund. Mit dabei: Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel, Rick Okon,  Florian Bartholomäi.  Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
In der Joggingpeitsche durch Dortmund: Jörg Hartmann meint, dass es das durchaus gibt. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

„Damit habe ich mich gar nicht beschäftigt“, versichert Aylin Tezel, die die Tatort-Inhalte als „fiktionale Stoffe“ bezeichnet.

„Diskussion schade“

Kollegin Anna Schudt findet die Diskussion „schade“ und bezeichnet sie als „Missverständnis“. Der Dortmund-Tatort sei nunmal ein „düsteres Krimiformat“.

Und Jörg Hartmann reagiert gewohnt locker auf Nachfragen zu Sierau: „Der Dortmund Tatort ist nicht zugespitzt – oder will man mir etwa sagen, dass im Ruhrgebiet niemand mit Jogginghose durch die Gegend läuft?“

Hartmann verteidigt Tatort

Gleichzeitig verteidigt der Darsteller den Dortmund-Tatort: „Dortmund ist schön – und das zeigen wir auch.“ Gleichzeitig ist sich Hartmann aber auch über die Schattenseiten der Stadt bewusst: „Aber wir zeigen nun mal auch Abgründe. Wenn man sich die schönen Seiten wünscht, dann ist man beim Tatort allgemein nicht ganz so gut aufgehoben“

Übrigens: Das Treffen zwischen Hartmann und Sierau zu einem „lecker Pilsken“ ist noch nicht vom Tisch. „Das Bier steht kalt“, sagt Hartmann. Die Stadt kündigte an, ein Treffen mit den „Tatort“-Machern arrangieren zu wollen.

Info zum Tatort „Monster“

Im 15. Fall aus Dortmund mit dem Namen „Monster“ treffen die Ermittler auf ein abgründiges Netzwerk, in dem Kinder wie Waren gehandelt werden. Der Sendetermin steht noch nicht fest.

Der 14. Dortmund-Tatort namens „Inferno“ ist bereits gedreht und wartet auf seine Ausstrahlung. Sendetermin ist der 14. April.