Stadtrat hat entschieden

Dortmund bekommt Spezial-Supermarkt: Anwohner sind trotzdem stinkig

Nachdem Edeka abgesprungen ist, eröffnet in Dortmund-Dorstfeld bald eine andere Kette.

Update, Donnerstag (17. Februar), 15.25 Uhr: Dortmund – Der „Netto Plus“ in Dortmund-Dorstfeld kann kommen: Das hat der Stadtrat in Dortmund soeben beschlossen. Gegen den Spezial-Discounter am Wilhelmplatz stimmen die Fraktionen „Die Linke+“ und die Grünen. „Die Partei“ enthielt sich. Weil die anderen Fraktionen dafür stimmten, fand der Beschluss dennoch eine Mehrheit.

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Dortmund: „Netto Plus“ in Dorstfeld geplant – Edeka ist abgesprungen

Erstmeldung, Donnerstag (17. Februar), 14 Uhr: Die Pläne waren schon fertig, doch dann sprang Edeka ab. Statt des gut sortierten Supermarkts soll jetzt ein Discounter mit kleinerem Sortiment in den Neubau in Dortmund-Dorstfeld ziehen. Obwohl die neue Filiale eine NRW-weite Besonderheit sein soll, sind einige Anwohner sauer. Jetzt muss der Stadtrat entscheiden.

Bis 2004 gab es in Dortmund-Dorstfeld bereits einen Edeka-Markt. Jetzt sollte an anderer Stelle wieder einer eröffnen. Die Stadtplaner hatten dabei mit einer neuen Filiale des sogenannten Vollsortimenters an der Ecke Arminiusstraße und Dorstfelder Hellweg geplant. Doch aus dem jahrelang geplanten Projekt wird in dieser Form nichts.

Denn der Einzelhändler mit Sitz in Hamburg wollte dann doch nicht mehr auf der grünen Wiese direkt am Wilhelmplatz bauen und zog sich vergangenes Jahr zurück – aus „unternehmerischen Gründen“, heißt es in der aktuellen Ratsvorlage (PDF). Kurz darauf bekundete der Discounter Netto, eine Edeka-Tochter, Interesse an dem Standort.

Netto statt Edeka in Dortmund-Dorstfeld: Nur knapp halb so viele Artikel, wie geplant

Weil im Durchführungsvertrag zwischen Stadt und Edeka jedoch von einem Vollsortimenter die Rede war, muss der Stadtrat nun die neuen Pläne absegnen. Denn ein Vollsortiment wird Netto mit seinen rund 5.000 bis 7.500 Artikeln nicht bieten können. Ein normaler Edeka hat laut Unternehmensangaben hingegen mindestens 12.000 Waren im Angebot.

Deshalb haben sich Stadtplaner und Netto einen Kniff überlegt: In Dortmund-Dorstfeld soll ein sogenannter „Netto Plus“ entstehen. Diese Filialen gebe es bislang nur vereinzelt im Süden von Deutschland. In NRW wäre dieser Supermarkt also ein Novum.

Die neuen Pläne wurden den Bezirksvertretern der Innenstadt-West bereits im März 2021 vorgestellt. Mitbestimmen können sie indes nicht mehr, weil die Änderungen am Vertrag nicht tiefgreifend genug sind. Auch bei den Bürgern kam die Kehrtwende nicht besonders gut an. Eine Bürgerinitiative klagte bereits gegen den Bau des Nettos, berichten die Ruhr Nachrichten. Bislang ohne Erfolg, die Arbeiten in Dorstfeld laufen weiter.

Dortmund: Neuer Netto in Dorstfeld soll „erweitertes Sortiment“ anbieten

Egal ob Edeka oder „Netto Plus“: Die Eckpunkte sollen gleich bleiben. Geplant ist ein Supermarkt in Dortmund-Dorstfeld mit einer Verkaufsfläche von höchstens 1.500 Quadratmetern, einem Café-Backshop und etwa 70 Parkplätzen. Ziel sei vor allem, die Nahversorgung zu sichern.

Vor allem das Sortiment der Getränke und Bio-Produkte soll jedoch um Waren aus der Region erweitert werden, regt die Stadtverwaltung an. Damit aus dem „Lebensmittelvollsortimenter“ ein „Lebensmitteldiscounter mit erweitertem Sortiment“ wird, muss der Stadtrat in Dortmund am Donnerstag (17. Februar) noch grünes Licht geben. Dieser Kompromiss sei aber immer noch besser, als das Projekt ganz aufzugeben, findet die Stadt Dortmund.

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