Streik im Tedi-Lager Dortmund hat Auswirkungen auf ganz Europa

Vom Streik in Dortmund bemerken Tedi-Kunden kaum etwas. Foto: dpa
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Vom Streik in Dortmund bemerken Tedi-Kunden kaum etwas. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Erneut legen die Mitarbeiter im Tedi-Lager in Dortmund ihre Arbeit nieder - schon der zweite Streik im Oktober. Verdi fordert Tariflöhne. Hier die Infos.

Erneut legen die Mitarbeiter am heutigen Donnerstag (31. Oktober) im Tedi-Lager in Dortmund ihre Arbeit nieder. Verdi ruft damit schon zum zweiten mal in diesem Monat zum Streik auf. Die Gewerkschaft fordert Tarifverträge für die Mitarbeiter des Logistik-Zentrums.

  • Das Tedi-Lager in Dortmund ist für ganz Europa zuständig.
  • Der Streik führt vor allem zu Problemen für den Arbeitgeber.
  • Die Kunden sollen von dem Streik zunächst nichts merken.

Dortmund: Streik im Tedi-Lager

Erst vor wenigen Wochen - am 7. Oktober - waren die Beschäftigten am Lagerstandortder Tedi-Märkte in Dortmund in Streik getreten. Schon Anfang des Monats hatte Verdi eine rechtsverbindliche Anerkennung der Tarifverträge des Einzelhandels NRW für die Logistik-Mitarbeiter gefordert.

Wer im Logistikzentrum der Tedi-Märkte in Dortmund arbeitet, ist nicht bei Tedi selbst, sondern bei der Tochtergesellschaft DLG, der Dortmunder Logistik Gesellschaft mbH, angestellt.

Bei dem Streik Anfang Oktober legten die Mitarbeiter noch zum frühen Schichtbeginn die Arbeit nieder. Das hatte nur geringe Auswirkungen auf die Abläufe im Zentrallager und die Versorgung der Filialen. Heute soll daher im laufenden Betrieb gestreikt werden. "Dadurch werden die Abläufe im Lager noch massiver gestört, als bei einem Streik zu Schichtbeginn“, erklärte die Fachbereichsleiterin für den Handel in NRW, Silke Zimmer.

Tedi-Logistik: Streik in Dortmund soll Tarifverträge durchsetzen

Bislang zeige die DLG keine Bereitschaft, über die Anerkennung der Tarifverträge zu verhandeln. Bleibt das so, werde Verdi den Druck auf Tedi, das derzeit einen bundesweiten Gewürz-Rückruf hat, weiter erhöhen.

Der Kunde soll am Ende aber trotzdem wenig von dem Streik bemerken. "Wenn Lkw nicht be- und entladen werden, entstehen vor allem Probleme für den Arbeitgeber", so Gewerkschaftssekretär Ortwin Auner gegenüber RUHR24. "Die Regale in den Filialen bleiben nicht leer."

Die Auswirkungen des Streiks könnten mittelfristig aber in ganz Europa zu spüren sein. Denn das Lager in Dortmund ist für die gesamte Region zuständig.

Tedi: Streik in Dortmund bis Tarifbindung da ist

Für die Mitarbeiter fordert Verdi mehr Lohn sowie Zuschüsse für Mehr- und Nachtarbeit. Die Gewerkschaft verweist auf die körperlich anspruchsvolle Arbeit, die die Angestellten der DLG verrichten würden. Dafür hätten sie eine tarifliche Entlohnung verdient. Tatsächlich liegt der Lohn aber zum Teil deutlich darunter.

Nach dem ersten Warnstreik in 2017, erhöhte die DLG - statt der geforderten Tarifbindung - die Löhne und Gehälter pauschal um 200 Euro. „Die Kolleginnen und Kollegen lassen sich damit aber nicht abspeisen. Wir haben einen langen Atem und werden die Anerkennung der Tarifverträge durchsetzen“, so Silke Zimmer.

Ortwin Auner betont zudem, dass sobald die Tarifbindung da ist, eine Friedenspflicht besteht. "Aber solange keine Tarifverträge bestehen, muss der Arbeitgeber damit rechnen, dass gestreikt wird."