Onlinehandel unter Druck

Streik bei Amazon in Dortmund und Werne – Konzernsprecher meldet sich

Amazon-Mitarbeiter müssen oft mit viel Arbeit und Stress auskommen. Gewerkschaften kämpfen seit Jahren dagegen. Nun streiken zwei Standorte in NRW.

Update, Freitag (7. Oktober) 16.47 Uhr: Dortmund – Mittlerweile hat sich auch Amazon zu dem Ver.di Streik geäußert. In einer E-Mail an RUHR24 schreibt ein Sprecher: „Ich möchte ganz klar sagen, dass kein einziges Paket später kommen wird. Wir sehen keine Auswirkungen durch die Aktion“.

Streik in Werne und Dortmund – Amazon-Sprecher meldet sich zu Wort

Der Sprecher fährt fort: „Bei „Prime Exklusive Angebote“ handelt es sich nicht um Prime Day, sondern um ein weiteres Shopping-Event exklusiv für Prime-Mitglieder mit Angeboten aus allen Kategorien“. Ob durch die Rabattaktion mehr Stress für die Mitarbeiter entsteht, darauf geht der Sprecher nicht ein. Allerdings betont er, dass vom Standort Dortmund keine Kunden direkt beliefert werden. Vielmehr seien Warenströme, also Lieferketten, betroffen.

Des Weiteren habe man den Lohn erst kürzlich angehoben. „Bei Amazon in Werne steigt damit der reine rechnerische Einstiegslohn auf 12,51 Euro brutto pro Stunde, hinzu kommt ein variabler Bonus. Damit ergibt sich ein Stundenlohn von 13,34 Euro brutto“. In Dortmund sieht es ähnlich aus. Der letzte Anstieg ist erst im September realisiert worden. Der Gewerkschaft scheint es allerdings mehr um die Arbeitsbedingungen an sich, als allein ums Geld zu gehen.

Amazon-Logistikzentren in Dortmund und Werne streiken – mit Folgen für Kunden

Erstmeldung, Donnerstag (6. Oktober) 12.10 Uhr: Anlass ist ein zweiter sogenannter „Prime Day“ für dieses Jahr. Es locken Rabatte und Angebote, um Kunden zum Bestellen zu animieren. Was für den Konzern Umsatz und die Kunden Kaufrausch heißt, bedeutet für die Mitarbeitenden vor allem Stress und noch mehr zu tun.

Deshalb ruft die Gewerkschaft Ver.di seit der Nachtschicht von Mittwoch auf Donnerstag (6. Oktober) zum Streik auf. Betroffen sind die Amazon Logistikzentren in Werne und Dortmund. Welche Auswirkungen genau für die Kunden entstehen, lässt sich noch nicht mit Gewissheit sagen. Vorstellbar ist, dass Bestellungen länger brauchen, als üblich.

„Der „Prime Day“ beschert Amazon eine enorme Umsatzsteigerung und viel Publicity. Für die Beschäftigten heißt das aber vor allem ein erhöhtes Arbeitsaufkommen und damit verbunden Zeitdruck und Hetze bei der Arbeit (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Zweiter „Prime Day“ 2022 bringt Amazon-Mitarbeiter an die Grenzen – Streik mit Folgen

Erstmalig gibt es einen zweiten „Prime Day“ in diesem Jahr und zum jetzigen Zeitpunkt bedeutet das für die Beschäftigten keine Atempause, bevor es mit Vollgas ins Weihnachtsgeschäft geht“, sagt Silke Zimmer, ver.di Landesfachbereichsleiterin Handel NRW.

Mit dem Streik möchte Ver.di ein Zeichen für bessere Arbeitsbedingungen bei Amazon setzen. Dafür müssten laut der Gewerkschaft bestehende Tarifsysteme anerkannt und ein neuer Vertrag unter dem Motto „Gutes und gesunde Arbeit“ eingeführt werden. Es handelt sich nicht um den ersten Streik bei Amazon in Dortmund für dieses Jahr. Erst im Juli hatte Ver.di zum Streiken aufgerufen.

Rubriklistenbild: © Anja Cord/Imago

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