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Im Kampf gegen Einbrecherbanden setzt die Polizei in Dortmund ab Montag (11. Februar) auf Kontrollen ohne konkreten Verdacht – die sogenannte „Strategische Fahndung„.

Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange verspricht sich dadurch Erfolge im Kampf gegen Einbrecher.

Die sogenannte „Strategische Fahndung“ gibt der Polizei die Befugnis, Personen auch ohne einen konkreten Verdacht zu kontrollieren. Sie kann Menschen anhalten, nach ihrem Ausweis fragen und bitten, ihre Tasche oder den Kofferraum ihres Autos zu öffnen.

Vor allem in der dunklen Jahreszeit, von November bis März, sei diese Art der Fahndung besonders vielversprechend, so Lange. In dieser Zeit finden in Dortmund die meisten Einbrüche statt. In Dortmund soll die Praxis aber nur in besonders belasteten Gegenden zur Geltung kommen – etwa in der Innenstadt oder in Lütgendortmund, wie Gregor Lange ankündigt.

„Strategische Fahndung“ soll Einbruchzahlen weiter senken

In der vergangenen Zeit scheint sich die Lage in Dortmund in Sachen Einbrüchen auch ohne „Strategische Fahndung“ entspannt zu haben. Im Jahr 2017 wurden 2215 Wohnungseinbrüche in Dortmund und Lünen angezeigt.

Das ist ein Rückgang zum Vorjahr um 30,9 Prozent bzw. 991 Taten und gleichzeitig der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Auch für das Jahr 2018 (die Zahlen liegen noch nicht vor) spricht die Polizei schon jetzt von rückläufigen Zahlen.

Die Polizei will jetzt auch in Dortmund die „Strategische Fahndung“ austesten. Foto: dpa

Ab Montag (11. Februar) will die Polizei trotzdem die „Strategische Fahndung“ in Dortmund austesten. Voraussetzung für die Kontrollbefugnis ist immer ein konkreter Anlass. Beispiel: eine Einbruchserie in einer bestimmten Gegend. Das ist der Unterschied zur anlasslosen sogenannten Schleierfahndung, die mittlerweile in 14 von 16 Bundesländern zum polizeilichen Standard-Repertoire gehört.

Gregor Lange hofft auf „Fahndungsglück“

„Das ist für uns eine Möglichkeit, Fahndungsglück herauszufordern“, sagt Gregor Lange und freut sich auf die Anwendung der neuen Strategie, die die schwarz-gelbe Landesregierung in ihrer aktuellen Legislaturperiode eingeführt hat.

Kritiker bemängeln, mit der „Strategischen Fahndung“ würde jede Person in einem Gebiet, in dem viele Einbrüche durchgeführt würden, einem Generalverdacht ausgesetzt.

„Bedenklich ist ferner, dass sich an eine strategische Fahndung Folgemaßnahmen anschließen können – wie die Identitätsfeststellung, eine Durchsuchung der Person, erkennungsdienstliche Maßnahmen – obwohl die angehaltene Person hierzu durch ihr Verhalten keinen Anlass gab“, bemängeln die Grünen im NRW-Landtag.

Aktuelle Top-Themen:

Helga Block, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, schrieb in ihrer Stellungnahme an den Landtag NRW unterdessen, die Maßnahme der „strategischen Fahndung“ treffe „fast ausschließlich“ Unbeteiligte.