"Steingarten"-Streit: Dortmunder CDU-Mann verhöhnt Grüne in Facebook-Video

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Dortmund/NRW - Steine im Garten? Die Dortmunder CDU kritisiert die "Bevormundung" durch die Grünen - und meldet sich jetzt mit einem kuriosen Facebook-Video zu Wort.

Grüne Vorgärten statt graue Steinwüsten - wenn es nach den Dortmunder Grünen geht, sollte das künftig zur Pflicht werden. Die CDU kritisiert diese "Bevormundung" - und meldet sich jetzt mit einem kuriosen Facebook-Video eines Ratsvertreters zu Wort.

Was die CDU vom neusten Vorstoß der Grünen im Umweltausschuss der Stadt hält, hat die Partei schon klar gemacht. Als "Eingriffe in das Privateigentum" bezeichnen die Christdemokraten den Wunsch der Grünen, Vorgärten in Dortmund künftig verpflichtend begrünen zu lassen, bzw. nachträglich zu begrünen - falls sie in sogenannten Hitzeinseln liegen. Etwa in versiegelten gebieten im Innenstadtbereich.

Ein paar Tage nach dem Vorstoß der Grünen im Umweltausschuss der Stadt Dortmund meldet sich jetzt Bürgermeister Manfred Sauer (CDU) zu Wort. Und zwar mit einem kuriosen Video auf seinem öffentlichen Facebook-Account.

"Liebe Grüne, seid ihr eigentlich so bescheuert, wirklich dem Bürger sagen zu wollen, was er in der Garage hat und was nicht? Lasst das bitte sein, ist doch ärgerlich", meint Sauer in seiner Video-Attacke an die Grünen.

Giftpfeile für Grüne

In dem rund einminütigen Video - das Sauer vor seinem Eigenheim aufgenommen hat - sendet das Ratsmitglied ein paar Giftpfeile in Richtung Grüne. "Ihr sorgt euch ja so richtig darum, dass jeder auch genau das tun muss, was ihr wollt", heißt es.

Dann greift Manfred Sauer zu einer Fernbedienung und öffnet damit sein Garagentor. Und siehe da - darin befindet sich nicht etwa Sauers Auto, sondern zwei Kästen mit Wasserflaschen. "Wenn jetzt der Grünen-Inspektor kommt, was mach ich denn da, liebe Grüne?", spricht Sauer in die Kamera.

Hier ist das Video in voller Länge:

Zum Hintergrund: In ihrem Antrag im Umweltausschuss kritisieren die Grünen, Vorgartenflächen in Wohnbereichen würden häufig als Stellplätze zweckentfremdet und versiegelt, ohne dass die Fläche nachträglich bauordnungsrechtlich als versiegelt bewertet worden seien.

"Damit kann in Einzelfällen der maximal zulässige Versiegelungsgrad überschritten werden, was Veränderungen der Versickerungsleistungen von Niederschlägen auf privaten Flächen nach sich ziehen kann", heißt es im Antrag.

"Das ist mir herzlich egal"

Und was sagen die Grünen zum Sauer-Video auf Facebook? "Thema verfehlt", meint Grünen Fraktionssprecherin Ingrid Reuter gegenüber RUHR24. "Was Herr Sauer in der Garage hat, ist mir herzlich egal". Auch Ursula Hawighorst-Rüßler, die für die Grünen im Umweltausschuss sitzt, ist irritiert: "Wenn Herr Sauer sich an die gesetzlichen Regelungen hält, kann er in seiner Garagen lagern, was er will."

Die CDU wolle die Grünen häufig als Verbotspartei abstempeln, sagt Ingrid Reuter. Das sei in ihren Augen "lächerlich". Es gebe laut der Grünen-Fraktionssprecherin genügend Dinge, wo nicht jeder es machen könne, wie er lustig sei.

Den Grünen ginge es darum, Steinschüttungen und Versiegelungen in Vorgärten einzudämmen, unter anderem um die Entstehung von Hitzeinseln zu verhindern. Die Stadt hat das in Hitzeinseln bereits verpflichtend beschlossen. Jetzt hatten die Grünen das auch rückwirkend für bestehende Gärten gefordert.

Um die dadurch bedrohte Bienen zu retten, bietet ein Dortmunder nun Futter in einem alten Kaugummi-Automaten an.

Einsatz für den Klimaschutz

Reuter: "Manchmal ist vieles sehr reguliert, das muss man schon sagen, aber der Punkt ist eben, dass wir für den Klimaschutz etwas tun müssen, das haben wir in diesem Sommer erlebt. Das kann unangenehm sein, auch für ältere Menschen, so wie etwa Herrn Sauer."

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Die Videobotschaft vom CDU-Mann nehmen die Grünen trotzdem gelassen. "Wir sind nicht beleidigt", sagt Ingrid Reuter, "und wenn man Herrn Sauers sehr ironische Art kennt, dann kann man so ein Video auch besser einordnen."