Startschuss für Umbau des Hauptbahnhofs! Das sind die wichtigsten Fakten

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Der Umbau am Dortmunder Hauptbahnhof hat begonnen. Vertreter von Stadt, Deutscher Bahn und dem Land (unter anderem NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst) gaben den Startschuss für den Umbau. Zweiter von rechts: Bahnhofsmanager Jörg Seelmeyer. Zweiter von links: Bürgermeister Manfred Sauer. Im roten Kleid: Ute Möbus, Vorstand Finanzen / Controlling der DB Station & Service. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Schon vor Wochen sind die Bagger am Hauptbahnhof angerollt. Bis 2024 wird der komplett modernisiert. Wir erklären, was genau passiert und was die wichtigsten Akteure zur Modernisierung sagen.

Die ersten Bauarbeiten haben schon vor Wochen begonnen am Dortmunder Hauptbahnhof, doch der offizielle Spatenstich für den großen Umbau erfolgte erst am Freitag (20. Juli). Dortmund24 erklärt, was bis 2024 passiert und was NRW-Verkehrsminister Wüst, Bahnhofsmanager Seelmeyer und Bürgermeister Sauer über den Umbau sagen.

Wer durch den nördlichen Teil des Tunnels am Hauptbahnhof läuft, dem ist es schon längt aufgefallen. Die erste Arbeiten für den großen Umbau haben begonnen. Jetzt wurden auch zwei bekannte Imbisse im Hauptbahnhof Dortmund entfernt.

+++ Dortmund Hauptbahnhof: Neue U-Bahn-Haltestelle wird erst zwei Jahre später fertig +++

Zum Spatenstich kam am Freitag NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der wie andere geladene Gäste eine kurze Rede hielt. Das sind die wichtigsten Zitate:

"Trotz des heißen Wetters habe ich eine Gänsehaut, weil es endlich losgeht. Der Umbau könnte eigentlich schneller fertig sein, als 2024, aber wir operieren hier am offenen Herzen während des normalen Betriebs - das ist besser, als den Hauptbahnhof komplett zu sperren." (Jörg Seelmeyer, Manager des Hauptbahnhofs Dortmund)

"Die Barrierefreiheit liegt mir besonders am Herzen und Dortmund ist der letzte große Hauptbahnhof in Deutschland, der nicht barrierefrei ist. Von daher schauen wir hier ganz genau hin und lassen unsere vielen Erfahrungen einfließen." (Ute Möbus, Vorstand Finanzen/Controlling der DB Station & Service)

"Wenn man den Dortmunder Hauptbahnhof kennt, dann weiß man, dass es endlich an der Zeit ist, dass wir hier was tun. Es fließt sehr viel Steuergeld in den Umbau, aber es ist gut angelegtes Geld." (Hendrik Wüst, Verkehrsminister von NRW)

"Wir wollen in Dortmund endlich einen Hauptbahnhof, in dem es sich auch im Winter gut auf den nächsten Zug warten lässt. Auch wenn es lange dauert, bis alles fertig ist, lautet ein japanischer Spruch zurecht: Ein großer Kessel kocht langsam. Demnach wäre in Dortmund jetzt alles für ein wunderbares Menü am Hauptbahnhof angerichtet. In Zukunft haben wir dann keinen 'Gleisanschluss mit Pommesbude' mehr, wie es einst Alt-Bürgermeister Samtlebe gesagt hat." (Manfred Sauer, Bürgermeister der Stadt Dortmund)

Darauf dürfen sich die 130.000 Nutzer pro Tag in Zukunft freuen:

  • Der Bahnhof wird nach Abschluss der Modernisierung komplett barrierefrei sein.
  • Neben den normalen Treppen sorgen in Zukunft über 14 Rolltreppen und sieben neue Aufzüge dafür, dass Reisende auch ohne Treppensteigen zum Bahnsteig gelangen können.
  • Die Bahnsteige erhalten jeweils eine Höhe von 76 Zentimetern, um einen stufenfreien Einstieg in die Züge zu ermöglichen.
  • Alle Bahnsteige bekommen neue Beläge, Blindenleitstreifen und Bahnsteigdächer.
  • Auch die Beleuchtung und Beschallung werden ausgebaut – außerdem schützen neue Wetterschutzhäuser auf den Bahnsteigen die Reisenden zusätzlich vor Wind und Regen.
  • Der Bahnhofstunnel für die täglich rund 130.000 Bahnhofsnutzer soll deutlich breiter werden – von derzeit 9,50 Meter auf über 13 Meter. Außerdem erhält der Tunnel eine helle, moderne Wandverkleidung.

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Das ist der Zeitplan:

Bis Sommer 2019 findet der Umbau hauptsächlich an den Gleisen 26/31 statt. Anschließend gehen die Arbeiten von Nord nach Süd weiter, beginnend mit den Gleisen 21/23 und abschließend an den Gleisen 2/3. Die Modernisierung des Hauptbahnhofs, wo ein Teenager mit einer Glasflasche angegriffen wurde, soll voraussichtlich im Jahr 2024 abgeschlossen sein.

Das sind die Kosten:

Die Investitionssumme beläuft sich auf insgesamt rund 130 Millionen Euro, getragen vom Bund, Land NRW und der Deutschen Bahn. Das Geld ist gut investiert, denn den besten Ruf hat der Hbf in der BVB-Stadt nicht. Der Hauptbahnhof Dortmund gehört laut einem Index sogar zu den schlechtesten in Europa.

Das sind die Auswirkungen:

In der Zeit des Neubaus stehen Teile des Tunnels durch den Hauptbahnhof nicht in voller Breite zur Verfügung. Diese Veränderung auf dem Weg zu den Bahnsteigen wurde in den vergangenen Tagen im Umbaubereich an Gleis 26/31 deutlich sichtbar. Die Bahn bittet Reisende, den Tunnel schnell zu passieren, um Stauungen zu vermeiden.

Alle Baumaßnahmen finden unter dem „rollenden Rad“ – also bei laufendem Zugbetrieb statt. In der ersten Bauphase des Umbaus (bis Mitte 2019 an Bahnsteig 26/31) haben die Bauarbeiten wenig Auswirkungen auf den Zugverkehr. In den anschließenden Bauphasen wird es aber zu Einschränkungen kommen. Die Deutsche Bahn kündigt an, vorab ausführlich zu informieren.

Update, Donnerstag (1. August 2018), 6.40 Uhr: Bei Bauarbeiten am Gleis 26 ist ein Mann durch einen Stromschlag ums Leben gekommen.