Stadt Dortmund will Radfahrer schützen: Fuhrpark bekommt Abbiegeassistenten

Mit dem Ghostbike erinnern die Dortmunder Radfahrer an den tödlich verunglückten 11-Jährigen.
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Mit dem Ghostbike erinnern die Dortmunder Radfahrer an den tödlich verunglückten 11-Jährigen.

Dortmund/NRW - Die Stadt Dortmund rüstet ihren Fuhrpark so um, dass Fahrradfahrer in Zukunft beim Abbiegen nicht mehr übersehen werden können - mit Abbiegeassistenten.

Wenn Lkw rechts abbiegen, leben Radfahrer gefährlich. In Dortmund kommt es immer wieder zu Unfällen, bei denen Radler übersehen werden. Die Stadt rüstet jetzt ihren Fuhrpark so um, dass das in Zukunft nicht mehr passieren kann - und zwar mit Abbiegeassistenten.

Vor allem an den großen Kreuzungen leben Radfahrer in Dortmund gefährlich. Die Stadt möchte künftig ausschließen, dass Fahrer des Fuhrparks die Radler beim Abbiegen übersehen und stattet entsprechende Fahrzeuge mit sogenannten Abbiegeassistenten aus.

56 Fahrzeuge mit über 3,5 Tonnen Gewicht sind von der Umrüstung betroffen, heißt es aus dem Verwaltungsvorstand. Insgesamt investiert die Stadt dafür 210.000 Euro. Eigentlich müsste die Stadt ihren Fuhrpark erst bis 2024 nachrüsten. Das zumindest sieht die Vorgabe der EU vor.

Stadt Dortmund greift EU-Richtlinie vor

"Wir möchten das Ganze aber vorziehen, aus Präventionsgründen", sagt Planungsdezernent Ludger Wilde.

Die Abbiegeassistenten weisen den Fahrenden auf nahe Radfahrer und Fußgänger hin, die sich rechts vom Fahrzeug befinden. "Das wird den Kollegen im Außendienst die Arbeit erleichtern", sagt Personaldezernent Christian Uhr.

Unfälle vermeiden

Damit sollen Unfälle wie etwa am 29. November 2017 in Dortmund vermieden werden. Damals starb ein 11-jähriger Junge nach einem Unfall mit einem (nicht städtischen) Lkw.

Das Kind war mit seinem Fahrrad auf der Mallinckrodtstraße unterwegs, als ein Lkw-Fahrer von dieser nach rechts auf die Leopoldstraße abbiegen wollte. Es kam zum tödlichen Zusammenprall.

Verbände haben weitere Forderungen

Mit der Maßnahme reagiert die Stadt auch auf Teile von Forderungen von Verbänden und Vereinen wie dem ADFC. Die Verbände fordern zum Beispiel getrennte Grünphasen für Auto-Abbieger und für geradeaus fahrende Radfahrer und Fußgänger.

Während Dortmund Abbiegeassistenten einführt, testen andere Städte wie Wesel aktuell die sogenannte Bike-Flash-Anlage.

Die Anlage besteht aus einem Mast, der circa drei Meter hoch ist. Daran angebracht sind vier LED-Leuchtbögen, die angepasst an die Höhe von Lkw, Lieferwagen, SUV und Pkw sind. Nährt sich von hinten ein Radfahrer, leuchtet der LED-Leuchtbogen auf. Der Fahrer des Lkw sieht dann den Blitz.