B1: Stadt reagiert auf CDU-Kritik an Luft-Messstellen - "Nehmen uns in die Pflicht"

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Die B1 in Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Stehen die Stickstoffdioxid-Messstellen an der B1 in Dortmund an schlechten Stellen? Das ist die Kritik der CDU. Jetzt hat die Stadt Stellung dazu genommen.

Stehen die Stickstoffdioxid-Messstellen an der B1 in Dortmund an schlechten Stellen? Das jedenfalls ist die Kritik der CDU in Dortmund. Jetzt hat die Stadt Stellung zu den Vorwürfen genommen.

Dass es immer wieder Zweifel an den Messstellen in Dortmund gibt, ist der Stadt lange bewusst. Vor allem der Standort an der B1 in der Nähe der Märkischen Straße sorgt aktuell für Kritik von der CDU, da er am Ende des Tunnels ist und die Messstelle zudem oberhalb eines Parkplatzes angebracht ist.

Bei der Stadt ist die Kritik der CDU angekommen. Planungsdezernent Ludger Wilde kündigte am Dienstag (13. Februar) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstandes an, das für die Auswahl der Standorte zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) nochmal mit der Prüfung der Standorte zu beauftragen.

B1: LANUV ließ Messstellen von TÜV prüfen

Das ließ die Fachbehörde bereits im vergangenen Jahr durch den TÜV Rheinland erledigen - der für alle Messstellen in Dortmund keine Bedenken äußerte.

Mit den Erkenntnissen des LANUV will die Stadtverwaltung schließlich in die politischen Gremien gehen und über Sinn und Unsinn der Standorte debattieren. Denn für die Stadt geht es nicht weniger als um die Frage, ob es in Dortmund künftig Dieselfahrverbote geben könnte. Eine entsprechende Klage der Umwelthilfe läuft. Ein Urteil soll es laut Wilde in diesem Sommer geben.

An der Debatte um richtige Grenzwerte und die Frage, ob Stickstoffdioxid für den Menschen schädlich ist, will sich die Stadt unterdessen nicht beteiligen. Sie halte die Grenzwerte schlicht für korrekt und nehme das Thema ernst. "Wir nehmen uns schon in der Pflicht, mit Maßnahmen, die wir einleiten können, dem entgegenzuwirken", sagt Ludger Wilde mit Blick auf die Reduzierung der Stickstoffdioxidwerte in Dortmund.

Pneumologen zweifeln an Grenzwerten

Zuletzt hatte eine Gruppe von Pneumologen um den Professor Dieter Köhler verlautbart, die geltenden Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub seien völlig übertrieben, eine Gesundheitsgefährdung lasse sich nicht wissenschaftlich belegen.

Der Bundesverband der Pneumologen kritisierte diese Position in der Folge, nannte die Position Köhlers und 100 weiterer Fachärzte "verstörend, wenn Ärzte nicht eindeutig für saubere Luft für Patienten und Gesunde eintreten." Die Position Köhlers stehe "in deutlichem Widerspruch zur seit langem von den pneumologischen Fachgesellschaften und Berufsverbänden (BdP und DGP) publizierten klaren Stellungnahmen zur Relevanz von Luftschadstoffen für die Gesundheit."

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Auch die Stadt Dortmund sieht die Position des Grenzwert-Skeptikers Köhler kritisch. Mitautoren der Studie seien laut Wilde "der Motorindustrie verpflichtet gewesen", was ein Geschmäckle habe.

Abschließend stellte Wilde am Dienstag fest: "Die Automobilindustrie ist hauptverantwortlich für die Luftbelastung. Durch entsprechende Technik kann sie dafür Sorge tragen, dass wir saubere Werte bekommen."