Sprechtanz und Moonwalk beim Supertalent-Casting in Dortmund

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Dortmund/NRW - Heute (3. März) findet hier das offene Supertalent Casting statt. Ich habe mich auf den Weg gemacht und mich mit den Superstars unterhalten.

Mercure Hotel, 12.15 Uhr an einem Montagmittag. Zwei rote Beachflags wehen vor dem Haupteingang im Wind. Sie haben die Aufschrift "Das Supertalent". Heute (3. März) findet hier das offene Casting statt und ich möchte die Kandidaten kennenlernen.

Dortmund - Wie ist das eigentlich, bei so einem Supertalent-Casting in Dortmund? Ich wollte einmal dabei sein und die Teilnehmer kennenlernen. Vielleicht wird einer von ihnen ja das neue Supertalent 2017.

Als ich vor dem Hotel ankomme, werden meine Erwartungen enttäuscht - von wegen meterlange Warteschlangen oder außergewöhnliche Menschen. Was mich am Haupteingang erwartet, sind zwei Security-Kräfte, die mir den Eintritt verwehren.

Rein darf ich nicht, aber vor dem Hotel warten und mit den Kandidaten sprechen ist kein Problem. "Die meisten Leute kommen wegen Dieter Bohlen und er ist bei offenen Castings nicht da", erklärt mir der Sicherheitsmann. Ein paar Minuten vergehen, bis sich drei Personen anmelden möchten.

"Kevin möchte heute auftreten und wird einen Song von mir singen. Ich selber bin viel auf Mallorca mit Jürgen Drews unterwegs", erzählt Markus Nowak, selber Schlagerstar und heute mit Kevins Vater als Begleitung da. "Wir wollten schon vorher mitmachen, aber es gab einen schweren Schicksalsschlag", sagt der Papa und gibt Kevin ein Foto der verstorbenen Mutter in die Hand.

Ich finde es klasse, dass ein erfahrener Schlagersänger den kleinen Kevin (11) supportet. Eine Mitarbeiterin der UFA GmbH kommt heraus und nimmt Kevin mit. Ich wünsche ihm viel Erfolg.

Moonwalk zu Michael Jacksons "Billy Jean"

So langsam kommen weitere Kandidaten und melden sich an. Ich sehe einen jungen Mann mit Hut und längeren Haaren und spreche ihn an. Er heißt Amjad Kaltan (18) und ist vor einem Jahr aus Syrien geflohen. Heute möchte er zu Michael Jacksons "Billy Jean" moonwalken. "Ich bin Streetdancer und trete bei gutem Wetter oft in Iserlohn, Köln oder Hamburg auf. Ich möchte Deutschlands Supertalent werden - deswegen bin ich hier", sagt er in einem guten Deutsch und zeigt mir seine Danceshow. 'Sehr cool', denke ich - besser als DSDS-Menderes ist er auf jeden Fall.

Dann werde ich doch rein gelassen

Während Amjad aufgerufen wird, kommt eine UFA-Mitarbeiterin zu mir und teilt mir mit, dass ich nun doch in das Hotel dürfe. "Aber leider nur 15 Minuten, dann muss ich weg", betont sie und führt mich ins Wartezimmer. Andere träumen von 15 Minuten Ruhm und ich darf für 15 Minuten hier rein.

Die Kandidaten für Das Supertalent bekommen nach ihrer Registrierung im Hotelfoyer eine Nummer und müssen dann ins Wartezimmer. Hier können sie proben und sich lockern, bevor es dann vor der Jury ernst wird.

Ich treffe Hamdijo Prasovic (69), ein Mann mit Gehstock. Er sitzt sehr entspannt im Stuhl und erzählt mir, dass er einen Song von DJ Ötzi singen möchte. "DJ Ötzi ist der Beste!", ruft er. In Jugoslavien war Prasovic professioneller Sänger und er hat auch lange in Istanbul gelebt. Es ist heute seine dritte Teilnahme beim Supertalent. "Zweimal wurde ich abgelehnt, weil man meinen langen Bart nicht mochte. Meine Stimme ist gut und der Bart ist jetzt auch weg. Heute komme ich weiter", ist er sich sicher.

Der Warteraum hat sich wieder geleert und meine 15 Minuten sind um. Ich blicke nach oben und sehe Stative, Leuchten und Kameras. "Die Kandidaten, die weiterkommen, werden da interviewt", erklärt mir die UFA-Mitarbeiterin. Vor der Tür stehen wieder Security-Kräfte und ich weiß, dass ich keine Chance habe, da hoch zu kommen.

Wieder draußen vor der Tür spreche ich mit der sehr gesprächigen Laila Petri (29). "Auch, wenn ich mich lächerlich mache, ist mir das egal. Hauptsache meine Kids sehen mich im Fernsehen, das ist alles was ich will", sagt sie. Sie kommt aus einer Musikerfamilie und möchte heute "Spiegelbild" von Disneys Mulan singen.

Keine Feuerspucker und Akrobaten

14.15 Uhr: Von der Atmosphäre her ist es wie vor zwei Stunden. Mit einigen Teilnehmern habe ich mich unterhalten. Aber so richtig das, was ich erhofft habe, habe ich noch nicht bekommen. Wo sind die schrägen Typen, die vollgepiercten Feuerspucker, die Zauberer oder Akrobaten? Bis jetzt habe ich hier nur Sänger und Tänzer gesehen. Und genau, wie vor zwei Stunden ist es wieder leer vor dem Haupteingang. Dann kommt eine Gang.

Die Snapfam-Gang. Vier Jungs springen eine Treppenstufe hoch und bringen ein bisschen Farbe rein: "Ich habe eine SMS bekommen und bin angemeldet", sagt einer der Jungs zu dem Sicherheitsmann. "Erzähl mal, was macht ihr hier heute?", frage ich ihn. "Ich werde einen Sprechtanz performen - Streetstyle. Habe ich selber kreiert und es geht um das, was ich in meiner Jugend erlebt hat. Ich möchte alles mit Tanz und Sprache darstellen. Supertalent, sei gespannt auf mich!" kündigt Memmorezzy (24) seine Performance an. Die anderen drei Jungs sind als Begleitung da und posen cool für das Foto.

Nicht jeder schafft es eine Runde weiter

Seyla Polic ist leider raus. Die 13-Jährige kommt mit ihren Eltern aus dem Hotel und freut sich dennoch mitgemacht zu haben. "Die RTL-Redakteure haben mich gefragt, ob ich den Song, den ich singen möchte, dabei habe. Dann wurde mein Handy angeschlossen und ich habe gesungen. Nach einer kurzen Wartezeit wurde mir gesagt, dass ich leider nicht weiter bin", erzählt sie. Die Eltern unterstützen sie und Seyla möchte es auf jeden Fall beim nächsten Mal wieder probieren. "Es war einfach viel zu kurzfristig, wir hatten keine Zeit uns vorzubereiten", sagt die Mutter.

Einer ist weiter

Ein mittelalter Mann mit Tattoo im Gesicht steht nun neben mir und dampft an seiner E-Zigarette. Er möchte mir seinen Namen nicht verraten und fotografieren darf ich ihn auch nicht. "Ich bin in der nächsten Runde und darf mit Keinem darüber reden. Die haben mir einen 10-Seiten Vertrag aufgedrückt, da steht alles drin. Sonst schmeißen sie mich raus", erzählt mir der Kandidat.

Seine Performance: Trompeten-Sound mit dem Mund machen. "Das hat denen sehr gefallen. Ich könnte zu den besten 10 der Show gehören, haben sie mir gesagt", freut er sich über das Weiterkommen. "Mist", denke ich. Genau auf so einen Kandidaten habe ich mich die ganze Zeit gefreut und jetzt darf er mir nichts verraten. Dennoch freue ich mich, dass ich zumindest einen Teilnehmer heute kennenlernen durfte, der es mit großer Wahrscheinlichkeit in die TV-Shows schaffen wird.

Nach drei Stunden wird es Zeit für mich zu gehen. Auch wenn ich nicht den Super-Special-Typen gesehen habe, habe ich doch einige sehr interessante Kandidaten treffen dürfen. Und wer weiß, vielleicht war auch schon "Das Supertalent" 2017 dabei. Ich wünsche den Supertalent-Teilnehmern viel Erfolg!

Alle Termine der offenen Castings findet ihr hier.