Es war der wohl letzte Auftritt der Thrash-Veteranen in NRW: Mit einer mächtigen Show haben sich Slayer vor Tausenden Fans in der Westfalenhalle Dortmund verabschiedet. Dabei zeigte sich die 1981 gegründete Band ungewohnt publikumsnah.

Als die Vorband Obituary aus Florida bereits um 18.20 Uhr auf die Bühne muss, ist die Halle noch halbleer. Trotz wenig Platz auf der Bühne müht sich die Band – und der Oldschool-Death-Metal der Band kommt gut beim Publikum an.

Anthrax Slayer Dortmund Westfalenhalle
Scott Ian von Anthrax beim Auftritt in der Westfalenhalle Dortmund. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Anthrax zeigen sich anschließend in blendender Form. Gitarrist Scott Ian gibt alles an der Gitarre. Und Sänger Joey Belladonna singt blendend und flachst zwischendurch mit dem Publikum. „Indians“ ist das ausufernde, furiose Finale eines sympathischen Auftritts der Ostküsten-Thrasher.

Westfalenhalle nahezu ausverkauft

Mittlerweile ist der Innenraum der Westfalenhalle gut gefüllt, die Stimmung gut. Die dritte Vorband Lamb of God setzt auf eine Mischung aus brandneuen und uralten Stücken. Mit dem brachialen Sound, guter Technik und vor allem dem agilen Frontmann Randy Blythe heizen sie die Stimmung weiter an. Die rhetorische Frage, ob alle wissen, warum sie heute hier sind, beantworten die Besucher mit lauten „Slayer!“-Rufen.

Slayer Dortmund Lamb of God Westfalenhalle
Randy Blythe von Lamb of God turnte wie wild über die Bühne. Florian Forth/Dortmund24

Und dann fällt tatsächlich der letzte Vorhang für die Band in NRW. Als die Band unter großem Jubel auf die Bühne tritt, lodern meterbreit die Flammen. Was folgt, ist eine Reise durch die Geschichte einer der wegweisendsten Metal-Bands.

Slayer lassen Flammen lodern

Kurz darauf ist dann auch klar, warum der Bühnengraben ungewöhnlich breit ist: Slayer fahren bei ihrer „Final World Tour“ Fackeln und Flammen auf. Und das nicht zu knapp.

Zu Krachern wie „Hate Worldwide“ und „War Ensemble“, aber auch „Payback“ schießen Flammen in die Höhe, die Zuschauer können die Hitze spüren. Das opulente Bühnenbild und die großartige Lichtshow sind die passende Kulisse für den letzten Auftritt der Kalifornier in NRW.

Slayer Dortmund Westfalenhalle
Die Fans vor der Bühne waren bei bester Laune. Florian Forth/Dortmund24

Musikalisch leisten sich Slayer nur wenige Längen. Derweil purzeln immer wieder Crowdsurfer in die Arme der Sicherheitsleute im Graben. Im Zuschauerraum vor der Bühne geht es mitunter so ruppig zu, dass mehrere Zuschauer nach Atem ringen.

Emotionaler Abschied – für Slayer-Verhältnisse

Nach den Bandklassikern „South of Heaven“ und „Angel of Death“ wird es emotional: Gitarrist Kerry King verabschiedet sich von den Fans. Der zuvor immer wieder von gesundheitlichen Problemen geplagte Sänger Tom Araya geht zum Bühnenrand, schaut in die Menge. Es scheint, als würde er den Jubel der Fans ein letztes Mal aufsaugen.

Mit Ketten behangen: Slayer-Gitarrist Kerry King. Foto: Florian Forth/Dortmund24

Dann geht er zum Mikro: „Ich werde euch vermissen“, sagt er auf Deutsch und erntet viel Applaus von den Besuchern. So publikumsnah hat man die Thrash-Legende selten erlebt. Eine echte Zugabe gibt es, wie so oft, nicht. Dennoch war dieser Abend eine gelungene Abschiedsfeier für Slayer.

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Slayer Dortmund Westfalenhalle
Slayer beim letzten Auftritt in der Westfalenhalle Dortmund. Foto: Florian Forth/Dortmund24