Silvester: Verbot von Feuerwerk in elf Städten im Ruhrgebiet gefordert

Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein Verbot von Feuerwerk an Silvester. Foto: dpa
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Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein Verbot von Feuerwerk an Silvester. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Die Deutsche Umwelthilfe hat in 98 Städten beantragt, Feuerwerk an Silvester zu verbieten. Diese Städte im Ruhrgebiet sind darunter. Hier alle Infos.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat in 98 Städten beantragt, Feuerwerk an Silvester zu verbieten. Diese Städte im Ruhrgebiet sind darunter.

  • Die Deutsche Umwelthilfe fordert ein Silvester ohne Böller.
  • Grund sei die hohe Belastung durch Feinstaub an Neujahr.
  • Im Ruhrgebiet sind elf Städte betroffen.

Feuerwerk an Silvester: In diesen Städten im Ruhrgebiet soll das Verbot gelten

Die DUH will in elf Städten im Ruhrgebiet Feuerwerk an Silvester verbieten. Dazu haben sie einen "formalen Antrag auf Erlass eines kommunalen Böller-Verbots" gestellt.

Als Grund nennt die DUH, dass Feuerwerk für Müll, Lärm und zahlreiche Verletzungen sorge. Außerdem würde die Luft in den Städten stärker mit Feinstaub belastet. Der Verein spricht gar von "archaischer Böllerei" und einem "Ausnahmezustand in den Städten".

Diese Städte im Ruhrgebiet haben Post von der DUH bekommen:

  • Bottrop
  • Datteln
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Gladbeck
  • Hagen
  • Lünen
  • Oberhausen
  • Witten

Streit um Feinstaub-Grenzwerte: Verband kritisiert Umwelthilfe scharf

Doch um Grenzwerte und Ausstoß gibt es einen Streit mit dem Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI). Denn dieser liegt bei 40µg/Kubikmeter Luft. In einer Stellungnahme sagt deren Geschäftsführer Klaus Gotzen: "Keine der von der DUH genannten Städte überschreitet diesen Grenzwert." Das trifft auch zu: Sie liegen meist sogar deutlich darunter.

Laut der Umwelthilfe werde der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Grenzwert für Feinstaub an Neujahr kurzfristig jedoch mitunterum das 50-fache überschritten. Dieser Grenzwert ist laut Umweltbundesamt deutlich strenger als der von der EU vorgegebene. Laut VPI seien die Tageswerte in den Städten durch den Ausstoß an Silvester jedoch allenfalls "geringfügig höher". Die DUH nenne hier bewusst Zahlen, um die Öffentlichkeit zu täuschen.

Mehr als 100.000 Menschen unterzeichnen Petition gegen Feuerwerk

Diese Taktik scheint aufzugehen. Denn der Rückhalt aus der Bevölkerung sei groß, sagt die DUH. Das ergab eine deutschlandweite Umfrage sowie eine entsprechende Petition vom 17. Oktober. Diese haben bereits mehr als 100.000 Menschen unterzeichnet. Sie richtet sich an den Deutschen Bundestag. Dieser solle ein Verbot durchsetzen.

Und was ist die Alternative zum Feuerwerk an Silvester? Auch darüber hat die DUH nachgedacht - und schlägt Licht- oder Lasershows vor. Diese sei in Landshut bereits erfolgreich getestet worden.

Städte im Ruhrgebiet können Feuerwerk bereits verbieten

Die Debatte um Feuerwerk in den Städten ist nicht neu. Und doch wird sie von der DUH immer heftiger geführt. Dabei können Städte längst steuern, wo Feuerwerk erlaubt ist und wo nicht.

Die Stadt Dortmund tut das bereits und richtet jedes Jahr zu Silvester Sperrzonen für Feuerwerk ein. Am Eingang des Hauptbahnhofs bis zur Katharinenstraße ist "Böllern" dann verboten. Gleiches gilt für den Bereich um die Reinoldikirche.

Zudem fangen erste Supermärkte an, über das Für und Wider des Verkaufs von Sivester-Feuerwerk nachzudenken. So hat eine Rewe-Filiale in Dortmund angekündigt, keine Böller, Knaller und Raketen mehr anbieten zu wollen.

Lidl unterdessen hält an der Silvster-Strategie fest - kurz vor dem Jahreswechsel fährt der Discounter die ganz große Silvesterfeuerwerks-Parade in seinen Filialen auf. Raketen, Böller und Tischfeuerwerke in den verschiedensten Ausführungen sind Teil des Sortiments.

In der Stadt Dortmund gibt es an Silvester einige Verbotszonen, in denen nicht geknallt werden darf. Auch in anderen Städten im Ruhrgebiet sind solche Zonen mittlerweile normal. Vor allen geht es den Behörden dabei um die Sicherheit der Menschen, die Silvester dort unterwegs sind. 

Wie gefährlich die Feuerwerkskörper sind, hat auch ein weiterer Fall aus dem Ruhrgebiet gezeigt. In Bochum wurde ein Jugendlicher durch einen Böller schwer verletzt und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.