Corona-Pandemie

Silvester 2020: OB Westphal durchkreuzt Pläne - das wird es in Dortmund nicht geben

Wegen der Corona-Pandemie haben sich die Länder auf neue Maßnahmen an Silvester geeinigt. Doch die Vorschläge sorgen in Dortmund für heftige Kritik.

Dortmund – Wegen der Corona-Pandemie wollen Bund und Länder morgen neue Regelungen für Weihnachten und Silvester beschließen. Einiges ist bereits durchgesickert. Doch in Dortmund sorgen die Vorschläge der Ministerpräsidenten zum Feuerwerk für deutliche Kritik.

Dortmund: OB Thomas Westphal kritisiert Pläne der Länderchefs für Silvester scharf

Geplant ist laut einer Beschlussvorlage unter anderem, dass an Silvester in Städten und Kommunen belebte Plätze und Straßen für das Abbrennen von Feuerwerk gesperrt werden. Demnach müsste die Stadt Dortmund entsprechende Orte definieren, die als belebt gelten. Dort würde an Silvester dann „Böllerverbot“ herrschen. Durchsetzen müsste das jedoch die Kommune selbst. Sprich: Ordnungsamt und Polizei in Dortmund.

Diese Idee der Länderchefs könnte so morgen beschlossen werden. In Dortmund kommt das überhaupt nicht gut an. Thomas Westphal (SPD), der neue Oberbürgermeister der Stadt, appellierte in einer Pressekonferenz Dienstagmittag (24. November) gar an die Ministerpräsidenten, diesen Beschluss so nicht zu fassen.

Verbot von Feuerwerk auf Plätzen in Dortmund sei „praktisch völlig undurchführbar“

Thomas Westphal sagte, der Beschluss sei dann „nichts anderes als ein Dokument der Verantwortungsverweigerung“. Die Politiker würden die Verantwortung so auf die Bürger und die Kommunen schieben. Eine ganze Reihe an Plätzen für Silvester zu sperren und das Feuerwerksverbot dort mit Ordnungshütern und Polizei durchzusetzen, sei „praktisch völlig undurchführbar“, kritisierte der Oberbürgermeister.

Thomas Westphal (SPD), OB der Stadt Dortmund, ist für ein Verbot von Feuerwerk in der Corona-Pandemie.

In Dortmund gilt bereits seit Jahren ein Feuerwerksverbot für Teile der Innenstadt. Auch hier habe sich bereits gezeigt, wie schwierig die Kontrollen seien. Was auch immer bei den Beschlüssen in Berlin am Mittwoch herauskomme: Gesperrte Plätze in Dortmund „wird es nicht geben“, machte Westphal klar.

Silvester in der Corona-Pandemie: Verkauf von Feuerwerk verbieten wäre „richtiger Schritt“

Doch was dann? Westphal hat einen radikalen Vorschlag: „Den Verkauf von Feuerwerk zu verbieten, wäre der einzig richtige Schritt – den man sich trauen muss“, sagte er. Vorbild dafür sind etwa die Niederlande, die dieses Jahr ein Verbot von Feuerwerk verhängt haben. Böller und Raketen dürfen dort weder gekauft noch gezündet werden.

Ähnliches haben auch Ärzte aus dem Ruhrgebiet bereits gefordert. Denn neben der viel geringeren Ansteckungsgefahr und weniger Arbeit für die Ordnungshüter würden sich so auch viele Verletzungen durch Knaller erübrigen. Das wiederum würde das ohnehin bereits durch die Corona-Patienten geforderte Personal in Krankenhäusern entlasten.

Auch in anderen Städten wie Köln wird bereits über ein Verbot von Silvesterfeuerwerk nachgedacht. Der Städte- und Gemeindebund hatte dies jüngst noch als „völlig überzogen“ abgelehnt. Doch auch in diesem Jahr haben Geschäfte Böller und Raketen aus dem Sortiment genommen.

Die Debatte um ein Verbot von Silvesterfeuerwerk wird also noch eine Weile weitergehen. Dass die Ministerpräsidenten dazu am Mittwoch ein Machtwort sprechen, darf indes nicht erwartet werden.

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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