Sierau über seine Zukunft: "Werde auf jeden Fall nicht im Tatort mitspielen"

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Ullrich Sierau (SPD), Oberbürgermeister von Dortmund, will den "Thor-Steinar"-Laden schließen lassen. Foto: Florian Forth/RUHR24

Dortmund/NRW - Dortmunds OB Ullrich Sierau (SPD) stellt sich 2020 nicht zur Wiederwahl. Heute sprach er über seine Gründe und darüber, was er nach seiner Amtszeit vorhat.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau stellt sich 2020 nicht zur Wiederwahl. Heute (9. September) sprach er über seine Gründe, die Situation der SPD – und was er nach seiner Amtszeit vorhat.

  • Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) kandidiert bei der Kommunalwahl 2020 nicht erneut.
  • Jetzt sprach er über die Gründe, die SPD und seine Zukunft.

Oberbürgermeister Sierau wird nicht erneut kandidieren

Oberbürgermeister Ullrich Sierau wirkt gut gelaunt, als er heute zum Pressegespräch in den Saal Tremonia im Dortmunder Rathaus kommt. Erst am Sonntag (8. September) hatte Sierau verkündet, bei der Kommunalwahl 2020 nicht erneut als OB der Stadt zu kandidieren.

Mit noch immer heiserer Stimme spricht er über die Gründe für seinen geplanten Rückzug, bleibt dabei jedoch vage. Er habe eine klare Überzeugung: Das Amt des Oberbürgermeisters sei immer nur ein Mandat auf Zeit. "Ich war immer sauer auf Leute, die auf Sesseln geklebt haben", sagt Sierau. Verkrustete Strukturen lehne er ab.

Wo genau Sieraus Gründe also liegen, den Posten zu räumen, bleibt weiter ungewiss. Klar ist nur: Bei seiner letzten Wahl 2014 wurde es bereits knapp. Erst in der Stichwahl – mittlerweile vom Landtag NRW abgeschafft – konnte Sierau sich gegen Herausforderin Annette Littmann (CDU) durchsetzen.

Von der SPD aufgestellt, von den Bürgern gewählt

So wird Sierau, zuvor bereits Planungsdezernent und Stadtdirektor, am 30. August 2009 zum OB gewählt. Ein Angebot, nach Berlin zu gehen, habe er damals ausgeschlagen. Dortmund sei "ein Paradies" für jemanden wie ihn, der Stadtentwicklung studiert hat.

Es sei damals "ein ziemlich wilder Start" gewesen, resümiert der 63-Jährige heute. Eine Unterschriftenliste der SPD-Basis sei erst Grundlage für seine Kandidatur gewesen. Dann das angebliche Loch in der Stadtkasse eine "entgleiste Pressekonferenz" und der Skandal war perfekt. Er stellt sich noch im Mai 2010 der empfohlenen Wiederwahl - und gewinnt erneut.

"Ich bin von der SPD aufgestellt, aber von den Bürgern gewählt worden", sagt er heute. Sein Mandat läuft noch bis zum 31. Oktober 2020. Sierau: "Das habe ich vor, mit Herzblut, Verstand und Tatkraft auszufüllen."

Sierau sieht die SPD bis zur Kommunalwahl 2020 auf gutem Kurs

Heute sei in der Stadt Dortmund wie auch bei der SPD alles recht geordnet. "Die Dortmunder SPD ist anders als die andere SPD", sagt Sierau. Hier werde gemacht, was angekündigt wurde.

Deshalb erwartet er für die Kommunalwahl 2020 auch "gravierend andere Ergebnisse", als seine Partei zuletzt bei der Bundestags- oder Europawahl einfahren konnte. Stärkste Kraft in Dortmund werde, logisch, die SPD. Bange vor der Diskussion um die Inhalte sei ihm nicht. Damit eröffnet er gleichzeitig den Wahlkampf um den höchsten Posten im Rathaus.

Bis ein Nachfolger feststeht, wolle er seinen Job machen, wie bisher. Sieraus Motto: "Die Stadt zuerst". Er wolle die nötigen Voraussetzungen für die Zukunft schaffen. Die Fußball-EM 2024 steht ja noch an, 2027 die Internationale Gartenausstellung. Genug zu tun ist also noch.

Sierau: "Werde auf jeden Fall nicht im Tatort mitspielen"

Und danach? Was macht man so, wenn man das letzte Mal als Bürgermeister die Rathaustüre hinter sich zuzieht? Die Füße hochlegen wolle er nicht, sagt Sierau. Stattdessen will er weiter an der Zukunft Dortmunds arbeiten. Vielleicht etwas in Richtung Klimapolitik, ließ er am Montag anklingen.

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Aber für eine echte Prognose scheint es jedoch noch viel zu früh zu sein. Eins stellt er nach seinem Streit mit WDR-Intendant Tom Buhrow jedoch klar: "Also ich werde auf jeden Fall nicht im Tatort mitspielen", sagt er und lacht. Das heißt, auch die Jubiläumsfolge zum 50. Geburtstag vom Tatort, die auch in Dortmund spielt, findet ohne Ullrich Sierau statt.

Die Kandidaten, die sich als Nachfolger von Sierau bewerben wollen, stehen auch schon zu Teilen fest. Unter anderem wollen, Andreas Hollstein (CDU), der bislang bereits Bürgermeister von Altena ist, und Thomas Westphal, der aus den gleichen Parteireihen wie Sierau kommt und die Wirtschaftsförderung in Dortmund führt,den Posten als Stadtoberhaupt übernehmen. Und noch ein weiterer Kandidat will bei dem Geschehen mitmischen - er bezeichnet sich selbst als Dortmunder Urgestein, bürgernah und parteiunabhängig. Es bleibt abzuwarten, ob er gegen die beiden anderen eine Chance hat, dem im Gegensatz zu den beiden ist er bislang ein eher unbeschriebenes Blatt in der Politik.