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Dortmund bekommt das erste Seniorenheim, das besonders gute Voraussetzungen für lesbische, schwule, bisexuelle oder transgender Bewohner schafft. Es ist sogar das erste dieser Art in NRW.

Neu gebaut werden muss das Seniorenheim allerdings nicht, denn es steht bereits. Dabei handelt es sich um das Wohn- und Begegnungszentrum Zehnthof (WBZ) der Städtischen Seniorenheime Dortmund in Dortmund-Körne. Die Einrichtung bietet aktuell 130 Menschen ein Zuhause.

Seniorenheim bekommt Siegel verliehen

Das Seniorenheim bekommt nun das Qualitätssiegel „Lebensort Vielfalt“ der
Schwulenberatung Berlin verliehen.

Das Siegel erhalten Einrichtungen, die besonders gute Voraussetzungen für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten schaffen – etwa in personeller Hinsicht oder wenn sie sich nachweislich bemühen, die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ihrer Bewohner als wesentlichen Aspekt ihrer Persönlichkeit zu berücksichtigen.

Sexuelle Minderheiten älteren Semesters auch in Dortmund

Bedarf dafür gibt es. Denn Experten wie der Soziologe Ralf Lottmann gehen bundesweit von einer knappen halben Million LGBTI-Personen aus, die 65 Jahre und älter sind. Nach dieser Schätzung dürfte es auch in Dortmund Menschen dieser sexuellen Orientierung geben. LGBTI ist dabei die Abkürzung für die englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender und Intersexual.

„Wir möchten unseren Bewohnern und Mitarbeitern ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen“, wird Heimleiterin Manuela Balkenohl im „Mannschaft Magazin“ zitiert. Die Auseinandersetzung mit dem Thema LGBTI bringe einen Entwicklungsschub in den Bereichen Haltung, Fachwissen, Zusammengehörigkeit und Selbstverwirklichung.

Das Seniorenheim habe dem Bericht zufolge laut eigenen Aussagen „die Initiative ergriffen, um auch diesen Menschen ein sicheres Zuhause und eine gute teilhabeorientierte Pflege zu bieten“.

Neben Dortmund bewerben sich auch Seniorenheime aus Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein für das Siegel. Es bleibt abzuwarten, wer am Ende damit ausgezeichnet wird.