So sehen die Pläne für das neue Westbad aus

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Dortmund/NRW - Das alte Westbad soll in Wischlingen neu aufgebaut werden. Die Stadt zeigte jetzt erste Pläne und wehrte sich in einer Pressekonferenz gegen Kritik.

Das alte Westbad in Dorstfeld ist marode und muss in den nächsten Jahren wegen baulicher Mängel geschlossen werden. Die Stadt zeigte jetzt erste Pläne für den Neubau und wehrte sich in einer Pressekonferenz gegen Kritik von außen.

Dortmund-Huckarde/Dorstfeld. Wenn alles so läuft, wie es sich die Stadt vorstellt, dann ist die Entscheidung über das Westbad am 13. Juli 2017 endgültig gefallen. Dann entscheidet der Rat, wo das Dorstfelder Westbad künftig neu aufgebaut wird: Im Revierpark Wischlingen oder am alten Standort am Kortental. Die Verwaltung spricht sich aus verschiedenen Gründen für den Neubau im Revierpark aus.

Um dieses Vorhaben gibt es schon lange Diskussionen. Viele Dorstfelder wollen ihr Bad nicht mehr missen, befürchten, dass bei einem Neubau in Wischlingen die Preise steigen, haben Ängste vor dem dunklen Revierpark. Andere glauben nicht daran, dass die Betriebskosten bei einem Betrieb in Wischlingen niedriger seien, als in Dorstfeld.

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"Es ist ein sperriges und sehr emotionales Thema", gibt Stadtsprecherin Anke Widow zu. Und so nutzte die Stadt nun eine eigens einberufene Pressekonferenz, um Dinge klarzustellen, die sie in Teilen der Bevölkerung als falsch dargestellt sieht.

"Es geht uns darum, die Fakten zu benennen", sagt Bernd Kruse, Geschäftsführer der Dortmunder Sport- und Freizeitbetriebe. Und die sprächen, so Kruse, für einen Neubau in Wischlingen. Schwimmbäder im traditionellen Sinne, mit Schwimmerbecken wie in Dorstfeld, seien nicht mehr zeitgemäß. So lautet ein Argument der Stadt. Das belege eine Studie des Regionalverbands Ruhr. Innerhalb von 20 Jahren verringerte sich danach die Zahl der Besucher solcher Einrichtungen um über 30 Prozent.

Wer auf dem Schwimm-Markt gewinnen will, der müsse in Spaßbäder investieren, lautet das Credo der Stadt. Dortmund nimmt sich Schwimmbäder wie in Hagen oder Hamm zum Vorbild nimmt. "Das sind attraktive Bäder", sagt Kruse, "und die laufen gut." Und so soll der Neubau des Westbads im Revierpark den Standort Wischlingen im Kampf gegen die Konkurrenz aus der Region stärken.

Kampf gegen die Konkurrenz

"Wir nehmen niemanden etwas weg, erhalten sogar die Wasserflächen der Stadt", betont André Knoche, Sportdirektor der Stadt. So sollen alle Vereine und Schulen im Neubau in Wischlingen eine neue Heimat finden.

Nächster Faktor pro Wischlingen: die Kosten. Laut Stadt sinken die Betriebskosten bei einem Neubau im Revierpark um 650.000 Euro jährlich. Denn: In Wischlingen gibt es schon eine Betriebsleitung, es gibt technisches Personal und Mitarbeiter im Kassen- und Reinigungsbereich. Da ließen sich also Kosten einsparen. Was nicht heißt, dass die Mitarbeiter aus Dorstfeld auf der Straße landen. Alle Mitarbeiter aus dem aktuellen Westbad will die Stadt entweder in Wischlingen integrieren oder in andere Bäder auslagern.

Und dann ist da noch die Sache mit dem "Angstraum Wischlingen", was die Stadt nicht so stehen lassen will. "Es gibt dort keinen Angstraum", sagt André Knoche. "330.000 Menschen besuchen das Bad jedes Jahr", ergänzt Bernd Kruse. "Wenn alles so schlecht wäre, warum kommen die dann alle, warum finden dort so viele Festivals statt?" Sogar bei der Polizei in Huckarde habe die Stadt angerufen und nachgefragt. Das Ergebnis: Keine Besonderheiten zu kriminellen Vorfällen.

Eröffnung in 2020

Sollte der Rat der Stadt am 13. Juli also dem Vorschlag der Verwaltung zustimmen, können sich Dortmunds Schwimmer darauf einstellen:

  • Die neue Schwimmhalle mit 25-Meter-Schwimmerbecken, 12,5-Meter-Lehrschwimmbecken und Sprungturm soll links vom jetzigen Haupteingang stehen. Aktuell befindet sich dort ein Teil des Parkplatzes.
  • Der Neubau soll über einen 18 Meter langen, gläsernen Tunnel mit dem Altbau verbunden werden. Zwischen den Trakten gibt es ein Drehkreuz.
  • Kommt es im Neubau zum Schulbetrieb, wird dieser Teil des Bads für die Öffentlichkeit gesperrt.
  • Die Eintrittspreise für zwei Stunden sollen laut Bernd Kruse für Erwachsene bei 3,50 Euro bleiben. Einzige Einschränkung: Mit diesem Tarif kommt man nicht in den Solebereich.
  • Die Öffnungszeiten für das "neue" Westbad in Wischlingen sind vorteilhafter, als am Standort in Dorstfeld (Wochentags 8 bis 22 Uhr, Wochenende 8 bis 23 Uhr).
  • Für Frühschwimmer soll es künftig Frühschwimmer-Öffnungszeiten ab 7 Uhr geben.
  • Die Stadt plant mit der Eröffnung des Anbaus in Wischlingen im Jahr 2020 (Baubeginn Mitte 2018). Bis dahin soll das Westbad in Dorstfeld aufrecht erhalten werden - es sei denn, es entsteht so ein großer Defekt mit zu hohen Reparaturkosten. In diesem Fall denkt die Stadt über eine vorzeitige Schließung des alten Westbads nach.

Übrigens: Auch für einen möglichen, aber unwahrscheinlichen Neubau des Westbads am Standort Kortental gibt es Pläne, Grafiken und Skizzen. So sehen sie aus:

Update 13. Juli 2017: Das Westbad soll jetzt endgültig am Standort Wischlingen neu gebaut werden. Damit folgte die Ratsmehrheit am 13. Juli der Empfehlung der Verwaltung.