So schützte die Dortmunder Feuerwehr den G20-Gipfel vor Attacken

Ein vermummter Aktivist geht am 07.07.2017 im Schanzenviertel an einer brennenden Barrikade vorbei. Foto: dpa
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Ein vermummter Aktivist geht am 07.07.2017 im Schanzenviertel an einer brennenden Barrikade vorbei. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Die Bilder vom G20-Gipfel gingen um die Welt: Feuer, Rauch, Randale. Mittendrin: Eine Spezialeinheit der Dortmunder Feuerwehr.

Es waren schockierende Szenen, die am Wochenende aus Hamburg in die Welt gesendet wurden. Mitten drin: Spezialkräfte der Dortmunder Feuerwehr. Sie hatten eine ganz besondere Aufgabe beim G20-Gipfel.

Hamburg war am Wochenende ein Schlachtfeld. Jedenfalls Teile der Stadt. Und mitten drin: die Dortmunder Feuerwehr. Zur Erinnerung: Im Schanzenviertel war es am Rande des G20-Gipfels rund um das linksautonome Zentrum Rote Flora zu Plünderungen und Gewalttaten gekommen. Rund 500 Polizisten wurden verletzt.

Während die Polizei - es waren auch rund 100 Kräfte aus Dortmund in der Hansestadt - an vorderster Front stand, waren Dortmunder Feuerwehrmänner in einem anderen Einsatzbereich gefordert: der Verhinderung von atomaren, biologischen und chemischen Gefahren.

Schutz vor chemischen Attacken

An der Elbe mit dabei war Oliver Nestler, Leiter der sogenannten Analytischen Task Force (ATF) in Dortmund. Die Spezialeinheit soll vor allem chemische Attacken erkennen und bekämpfen. Offenbar hatte man im Vorfeld des Gipfels in Hamburg mit dem Allerschlimmsten gerechnet. "Das war schon unser größter und herausfordernster Einsatz", berichtet Nestler. Zwei Wochen vor Beginn des Gipfels sei die Einheit nach Hamburg gereist, um Anschlägen vorzubeugen.

Am Ende blieben chemische Angriffe aus - zum Glück! Schön waren die Eindrücke aus Hamburg aber trotzdem nicht. Doch trotz der vielen Katastrophenbilder, die um die Welt gingen, bemüht sich Nestler - ganz Feuerwehrmann - um größtmögliche Nüchternheit. "Es war nicht so, dass ganz Hamburg gebrannt hätte, es hat sich nur um einen begrenzten Raum gehandelt und vor allem gab es auch friedlichen Protest."

Feuerwehr war zwei Wochen vor G20-Beginn in Hamburg

Übrigens: Die Spezialeinheit wurde auch als Reaktion auf die Anschläge vom 11. September 2001 gegründet. In Dortmund kommen die ATF-Kräfte auch immer wieder zum Einsatz. Zum Beispiel wenn die Feuerwehr unbekannte Substanzen (Stichwort: weißes Pulver in Briefumschlägen) oder nicht identifizierbare Flüssigkeiten bestimmen muss.

Auch für einen solchen Einsatz waren die Feuerwehrkräfte in Hamburg gewappnet. Ein mobiles Labor und ein sogenanntes Infrarotspektrometer hatten die Dortmunder mit dabei. Letzteres ist ein Messgerät, um unbekannte Substanzen zu identifizieren. Doch die fanden am Ende nicht ihren Weg nach Hamburg.