Szenen wie im Mafia-Film

Nach Schüssen am Klinikum Dortmund: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

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Klinikum Dortmund, Beurhausstraße. Foto: Daniele Giustolisi

Die Polizei Dortmund hat Monate nach Schüssen vor dem Klinikum einen Tatverdächtigen festgenommen. Dort hatten sich Szenen wie in einem Mafia-Film abgespielt.

  • Am 14. September 2019 sind vor den Städtischen Kliniken in Dortmund Schüsse gefallen.
  • Zuvor war es in der Nordstadt von Dortmund zu Messerstichen gekommen.
  • Monate später hat die Polizei einen Mann festgenommen, der verdächtigt wird, die Schüsse abgegeben zu haben.

Update, Montag (13. Januar), 10.13 Uhr: Dortmund - Vier Monte nach den Schüssen vor dem Klinikum Dortmund an der Beurhausstraße hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Wie es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft und der Polizei Dortmund am Montag heißt, wurde der 23-jährige Dortmunder bereits am 6. Januar festgenommen - in Köln. Gegen den Tatverdächtigen lag ein Haftbefehl vor.

Er ist dringend verdächtig, die Schüsse am 14. September 2019 gegen 3 Uhr in der Beurhausstraße vor den Städtischen Kliniken aus einem schwarzen Pkw der Marke Golf heraus abgegeben zu haben. "Der Haftbefehl wurde wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in Tateinheit mit unerlaubten Führens einer Schusswaffe erlassen", berichtet die Staatsanwaltschaft Dortmund am Montag.

Dem Bericht zu Folge habe sich der Festgenommene bislang nicht zur Sache eingelassen und wird von einem Anwalt vertreten.

Dortmund: Zeuge meldet nach Schüssen vor Klinikum Schlägerei

Erstmeldung, Dienstag (17. September), 9.54 Uhr: Es klingt wie eine Geschichte aus einem Mafia-Film: Am frühen Samstagmorgen (14. September) gegen 1.30 Uhr alarmierte ein Zeuge die Polizei in Dortmund. Er hatte beobachtet, wie mehrere Personen in der Stahlwerkstraße aufeinander einschlugen. Auch von einer Messerattacke war die Rede.

+++ Messerstecherei in Hamm fordert einen Schwerverletzten. +++

Vor Ort trafen die Beamten auf sechs Männer. Eine Auseinandersetzung fand nicht mehr statt. Die Männer waren teilweise verletzt und blutverschmiert. Einer von ihnen hatte laut Polizei Dortmund Verletzungen am Bauch, die wohl von einem spitzen Gegenstand stammten.

Polizei Dortmund: Alle Zeugen schweigen

Rettungskräfte brachten den 31-Jährigen aus Lüttich (Belgien) deshalb ins Klinikum Dortmund.

"Angaben zu einer Schlägerei oder woher die Verletzungen stammen, machte weder er, noch die anderen Männer", bereichtet die Polizei. Doch um kurz nach drei Uhr sollte die Situation noch weiter eskalieren.

Zu dieser Zeit warteten im Foyer des Klinikums Dortmund zwei Angehörige des verletzten 31-Jährigen. Als ein Mann, der sich zuvor wegen einer Verletzung in der Notaufnahme hatte behandeln lassen, das Foyer betrat, erkannten sie in ihm einen der Täter aus der Stahlwerkstraße.

Schüsse vor Klinikum Dortmund

Der Mann verließ das Krankenhaus und stieg als Beifahrer in ein Auto, das vor der Klinik wartete. Aus einem weiteren Fahrzeug feuerten Unbekannte daraufhin Schüsse auf die Angehörigen des 31-Jährigen Opfers ab, die dem Verdächtigen ins Freie gefolgt waren. Dann flüchteten beide Autos in Richtung Hohe Straße.

Vor der Klinik fand die Polizei später zwei Patronenhülsen. Ein Projektil hatte die Glasfront des Krankenhauses durchschlagen. Die Mordkommission der Polizei Dortmund hat nach der Schießerei die Ermittlungen übernommen und sucht Zeugen. Die Fahrzeuge der Schützen beschreiben die Beamten so:

  • VW Golf, schwarz, getunt
  • BMW, schwarz

Hinweise nimmt die Polizei im Internet oder unter der Nummer 0231/132 7441 entgegen.

Am Donnerstag (28. November) ereignete sich in der Nordstadt eine lebensgefährliche Messer-Attacke auf einen 22-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen erlassen. Kurz vor Weihnachten kam es in Dortmund in der Nordstadt zu einem Fahrraddiebstahl. Das eigentlich eher harmlose Verbrechen überraschte die Beamten der Polizei Dortmund dann doch. Vor allen Dingen die dreiste Aussage der Tatverdächtigen. 

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