Bild: Martin Nefzger/RUHR24

Zwei Schüler haben laut Staatsanwaltschaft Dortmund weitestgehend gestanden, einen Lehrer in einen Hinterhalt gelockt zu haben, um ihn zu töten. An einem gesuchten Zeugen gibt es aber Zweifel.

Drei Schüler sollen laut Polizei am 9. Mai (Donnerstag) versucht haben, einen Lehrer der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dortmund-Dorstfeld in einen Hinterhalt zu locken, um ihn zu töten. Die Tat misslang jedoch.

Nur zwei von ihnen gehen jedoch auf die Gesamtschule, wie Staatsanwalt Felix Giesenregen gegenüber RUHR24 am Mittwoch (15. Mai) erklärte. Ein 17- und ein 18-Jähriger hätten die Tat demnach weitestgehend gestanden.

Der 16-jährige Haupttäter streitet weiter ab, getötet haben zu wollen.

16-Jähriger hatte offenbar Mittäter gesucht

Als Motiv vermutete Giesenregen zuvor, dass bei den Schülern die Versetzung gefährdet sei. Das bestätigte er nun: Bei den beiden Tatverdächtigen sehe es besonders in den Fächern Deutsch und Chemie „nicht gut aus“.

Die Tat hatten die Schüler demnach „detailliert geplant“, so der Staatsanwalt. Zuvor sollen die Tatverdächtigen den späteren Tatort, laut Giesenregen eine Art Raucherecke, ausgewählt haben.

Zudem hatte der 16-Jährige wohl Mittäter und Alibigeber gesucht. Ein Mitschüler hatte sich seiner Mutter anvertraut, diese hatte wiederum die Leitung der Martin-Luther-King-Gesamtschule informiert.

Schüler dürfen sich der Schule und dem Lehrer nicht nähern

Wie die Ruhr Nachrichten berichten, wird es gegen die drei Schüler wohl keine Anklage geben. Demnach müsse die Staatsanwaltschaft den „Rücktritt vom Versuch“ werten. Sprich: Weil die Schüler die Hämmer nicht gezogen hatten, können sie auch nicht bestraft werden.

Der Vorwurf laute derzeit auf Verabredung eines Verbrechens. Alle drei wurden jedoch vom Unterricht suspendiert, dürfen sich dem Lehrer und der Schule nicht nähern.

Weil es sich um junge Täter aus gefestigten Elternhäusern handele, sei auch eine Untersuchungshaft nicht angeordnet worden. Stattdessen gab es eine sogenannte Gefährderansprache durch die Polizei.

Zweifel an gesuchtem Zeugen

Die Polizei Dortmund suchte nach der Tat nach einem wichtigen Zeugen. Der Fußgänger mit Hund soll gegen 14 Uhr am Lehrerparkplatz der Gesamtschule vorbeigelaufen sein.

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Laut Staatsanwaltschaft sei aber nicht ganz klar, ob es diesen Zeugen überhaupt gibt. Und wenn, sei gut möglich, dass dieser sich daran nicht mehr erinnere: „Die Situation muss sich für den möglichen Zeugen als recht harmlos dargestellt haben“, so Giesenregen.