Schnettkerbrücke: Darum zählt die Stadt hier jetzt Fahrräder

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Dortmund/NRW - Die Stadt will den Radverkehr in Dortmund besser verstehen - und hat jetzt eine Zählstelle für Fahrräder an der Schnettkerbrücke errichtet. Die Zahlen können sich bislang sehen lassen.

Im Kampf gegen den starken Autoverkehr in Dortmund nimmt die Stadt langsam aber sicher das Fahrrad als Heilsbringer in den Fokus. Dazu will sie den Verkehr der Radfahrer stärker beobachten und daraus Schlüsse für die Zukunft ziehen. So geschehen seit Ende Januar mit einer sogenannten Dauerzählstelle an der Schnettkerbrücke.

Gerade nach dem Diesel-Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist auch die Stadt Dortmund alarmiert. Künftig könnten auch unserer Stadt Diesel-Fahrverbote ins Haus stehen. Um diese zu vermeiden, muss die Verwaltung dafür sorgen, dass der Autoverkehr abnimmt. Das geht laut den Plänen der Stadt am ehesten, wenn man Autofahrer auf Kurzstrecken dazu bringt, das Rad zu nutzen. Denn 59 Prozent der Wege unter fünf Kilometern, für die in Dortmund heute zum großen Teil der Pkw benutzt wird, können zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Etwa zwischen der Innenstadt und der Universität.

Genau auf diesem Stück, konkret auf der Schnettkerbrücke, beobachtet die Stadt seit Ende Januar dieses Jahres mit einer Dauerzählstelle den Radverkehr. Hier, parallel zur A40, will die Stadt an 365 Tagen im Jahr die Radverkehrsmengen erfassen. Die errechneten Zahlen sollen dann als Grundlage für weitere Planungen im Bereich Radverkehr dienen.

Dieser Fuß- und Radweg wird bereits heute als Verbindung zwischen TU Dortmund und Innenstadt stark von Radfahrern frequentiert. Die Verwaltung plant, diesen Abschnitt in den Radschnellweg Ruhr (RS1) einzubinden, der von Duisburg über Dortmund nach Hamm verlaufen soll.

Display zeigt Radfahrer-Zahlen

Die Dauerzählstelle „Schnettkerbrücke“ besteht aus einem Zählgerät mit Detektoren, die die Fahrräder getrennt für beide Fahrtrichtungen erfassen. Die Zahl der täglich vorbeifahrenden Räder und die Jahressumme werden vor Ort auf einer Displaysäule angezeigt. Zusätzlich können die gezählten Räder des Vortages und die Jahressumme auch auf der Homepage der Stadt abgefragt werden.

Die ersten Zahlen lassen sich schon sehen: Während des Testbetriebs, der am 23. Januar 2018 gestartet ist, wurden trotz des winterlichen Wetters bis zum 4. März 2018 bereits über 20.000 Fahrräder registriert. Am 24. Januar 2018 wurde mit über 1.000 Fahrrädern am Tag der bisherige Spitzenwert gemessen. An jenem Tag herrschten milde Temperaturen in Dortmund.

Die Einrichtung der Zählstelle wird mit Mitteln des Landes gefördert, weitere Dauerzählstellen für den Radverkehr will die Stadt in den nächsten Jahren einrichten. Diese werden nicht alle mit einer Anzeige vor Ort ausgerüstet, die Zählwerte sind dann über das Internet verfügbar.

Info: Die genauen Statistiken der Zählstelle könnt ihr auf dieser Seite abrufen.