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Leider leben in Dortmund viele Menschen auf der Straße. Gerade jetzt im Winter, wo die Temperaturen in der Nacht oft in den Minusbereich sinken, schlafen viele Obdachlose in der bitteren Kälte. Doch es gibt auch alternative Schlafplätze für die Wohnungslosen in Dortmund.

Dortmund – Besonders in der kalten Jahreszeit fragen sich die Menschen in Dortmund immer häufiger, welche Unterkünfte oder Übernachtungsmöglichkeiten den Dortmunder Obdachlosen angeboten werden. Außerdem stellt sich die Frage, ob und inwieweit die auf der Straße lebenden Menschen in Dortmund über die Schlafstätten informiert sind. Die meisten Obdachlosen dürften keinen Zugang zum Internet haben, über das sie sich schnell und unkompliziert über die Dortmunder Übernachtungsstellen informieren könnten. Wie gelangt man als Obdachloser also an diese wichtigen Infos?

Übernachtungsstellen sind bekannt

Wir haben mit Katrin Lauterborn vom Gast-Haus in der Rheinischen Straße gesprochen. „Den Obdachlosen ist bekannt, wo sie einen Schlafplatz finden. Dafür müssen sie sich nicht groß informieren, hier wissen alle über die beiden Übernachtungsstellen für Frauen und Männer in Dortmund Bescheid“, erzählt sie. Im Gast-Haus können Menschen, die kein Zuhause haben, jeden Tag verschiedene Mahlzeiten zu sich nehmen, duschen, ihre Wäsche wechseln und an Kulturabenden oder Gottesdiensten teilnehmen. Auf Wunsch werden sie hier außerdem seelsorgerisch und medizinisch betreut.

Generell hat die Stadt Dortmund eine „Unterbringungspflicht“ für unfreiwillig obdachlos gewordene Menschen oder solche, die sich nicht aus eigener Kraft aus ihrer Lebenslage befreien können. Niemand, der um einen Schlafplatz bittet, wird abgewiesen. Allerdings ist es oft auch so, dass viele Obdachlose das Übernachtungsangebot, dass im Auftrag der Stadt Dortmund organisiert wird, gar nicht nutzen möchten.

Obdachlose werden durch Dortmunder Einrichtungen informiert

Andere hingegen nehmen die Unterstützung gerne an und erfahren von den für sie wichtigen Informationen an den Anlaufpunkten in Dortmund. Katrin Pinetzki, Pressereferentin der Stadt Dortmund, erklärt: „Die Obdachlosen tauschen sich untereinander aus, wo man zum Schlafen unterkommen kann. Und natürlich sind die verschiedenen Einrichtungen wie das Gast-Haus oder die Suppenküche Kana über das Übernachtungsangebot informiert und leiten dieses an ihre Gäste weiter“. Auch die Obdachloseninitiative BODO kann eine Hilfe sein und beim Sozialamt bekommt man als Obdachloser ebenfalls Auskunft.

Foto: Bodo Marks/dpa (zu dpa Themenschwerpunkt Obdachlose im Winter vom 12.11.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Für die meisten Obdachlosen muss ein Schlafsack und eine dünne Matte zum Schlafen reichen. Foto: Bodo Marks/dpa

Übernachtungsstellen für Männer und Frauen

„In der Männerübernachtungsstelle an der Unionstraße gibt es 55 Schlafplätze, im Durchschnitt ist sie mit 42 Übernachtungsgästen belegt“, informiert Katrin Pinetzki unsere Redaktion. Für die Organisation dieser Unterkunft ist derzeit die European Homecare ausgeschrieben. Obdachlose und alleinstehende Frauen in Dortmund finden eine Frauenübernachtungsstelle an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße 5, sie wird von der Diakonie getragen. Da die Nachfrage nicht ganz so hoch ist, gibt es hier Schlafplätze für 24 Frauen. „Das ist aktuell ausreichend. Sollte es eng werden, stehen der Stadt weitere Gemeinschaftsunterkünfte zur Verfügung, die wir anbieten können“, so Pinetzki.

In der Frauenübernachtungsstelle kann jede Frau ohne Unterkunft und ohne finanzielle Mittel, die mindestens 18 Jahre alt ist, einen Schlafplatz finden. Je nach Belegung können auch die Kinder mit untergebracht werden. Der Aufenthalt in der Frauenunterkunft im Kaiserstraßenviertel ist in der Regel auf ein halbes Jahr begrenzt.

Obdachlose Jugendliche auf Hilfe angewiesen

Leider leben in Dortmund auch Minderjährigen und Jugendliche auf der Straße. Für sie bietet sowohl das Jugendamt der Stadt Dortmund als auch das Stellwerk in Körne verschiedene Angebote an. Die Einrichtung Stellwerk beheimatet das „Sleep In“ in Dortmund-Körne. Seit Mai 2000 findet sich hier eine niedrigschwellige Übernachtungsstelle für Mädchen und Jungen, die auf der Straße leben.

Seit Mai 2016 gibt es außerdem eine Notschlafstelle, räumlich getrennt aber im selben Haus. Sie bietet vier Inobhutnahmeplätze mit 24-stündiger Betreuung in der Jugendschutzstelle (JuSchu) des Stellwerks. Zielgruppe sind Jugendliche ab 14 Jahren, die aufgrund ihrer individuellen Not- und Krisensituation über das Dortmunder Jugendamt in Obhut genommen worden sind.

Streetwork-Team in Dortmund

Neben den Schlafmöglichkeiten können obdachlose Jugendliche die Hilfe und Beratung der Straßensozialarbeiter in Anspruch nehmen. Seit 1986 gibt es Straßensozialarbeit im Stadtbezirk Innenstadt-Nord und am Dortmunder Hauptbahnhof mit zurzeit drei hauptamtlichen Mitarbeitern. Eine Beratungs- und Anlaufstelle in der Leopoldstraße 22 bietet neben der täglichen Beratungsarbeit auch gemeinsames Frühstücken oder die Möglichkeit, Wäsche zu waschen, an.

Weitere Infos und die Links zu den verschiedenen Anlaufstellen findet ihr hier.