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Im Mordfall Nicole-Denise Schalla, die 1993 in Dortmund-Huckarde erst vergewaltigt und später erwürgt worden ist, belastet ein neues Gutachten den Angeklagten.

  • Der Angeklagte bestreitet den Mord an Nicole Schalla begangen zu haben.
  • Mit einer Daumenverletzung wollte er seine Unschuld beweisen.
  • Das medizinische Gutachten gibt nun Aufschluss.

Der Angeklagte Ralf H. hatte im Fall Schalla zuletzt immer wieder seine Unschuld beteuert und behauptet, dass er körperlich nicht in der Lage gewesen wäre, einen Menschen zu erwürgen. Eine schwere Daumenverletzung nannte er als Grund. Die Verteidigung forderte deshalb ein medizinisches Gutachten an.

Gutachten im Schalla-Prozess vorgelegt

Dieses stellte der Gutachter am Montag (12. August) vor Gericht vor. Demnach könne der Angeklagte trotz der Verletzungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Menschen erwürgen, berichtet der WDR.

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Ob er das auch 1993 konnte, als Nicole-Denise Schalla erwürgt wurde, bleibt unklar. Das sei schwerer zu beurteilen, so der Mediziner. Da er zwischen seinen Verletzungen und der Tat mehrere Jahre Zeitsoldat war, sei aber davon auszugehen, dass er beide Hände auch damals voll einsetzen konnte.

Keine Dokumente über die Verletzung des Angeklagten

Nachdem zuletzt eine zweite belastende DNA-Spur gefunden wurde, kann also auch das Gutachten dem Angeklagten nicht helfen.

Darüber hinaus gibt es auch keine Krankenakten oder Röntgenbilder, die der Angeklagte vorlegen könnte. Auch sonstige Atteste oder Belege über die Verletzungen liegen dem Gericht nicht vor. Lediglich die Aussage des Handchirurgen aus Hagen, die eine Daumenoperation bestätigt, liegt vor.

Ralf H. hatte bisher ausgesagt, er habe 1978 und 1980 so schwere Verletzungen erlitten, dass er an den Händen operiert werden musste.

Zum Tatzeitpunkt im Oktober 1993 habe er daher beide Daumen kaum noch nutzen können. Laut Verteidigung käme der Angeklagte Ralf H. daher nicht als Täter in Frage.

Urteil soll im Oktober gefällt werdern

Das Gericht hat noch vier Verhandlungstage vorgesehen. Am 23. September soll die Staatsanwaltschaft plädieren, am 26. September dann die Verteidigung. Das Urteil wird am 4. Oktober vorgesehen.