Nach Foto-Fahndung

Schalla-Mörder auf der Flucht: So konnten NRW-Ermittler ihn dingfest machen

Der Angeklagte Ralf H. am Montag im Landgericht Dortmund.
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Der Angeklagte Ralf H. am Montag im Landgericht Dortmund.

Ralf Hörstemeier, der Mörder der 1993 verstorbenen Dortmunderin Nicole Schalla, war tagelang auf der Flucht und wurde geschnappt. Wie gelang das der NRW-Polizei?

Update, Samstag (25. Dezember), 17.25 Uhr: Obwohl sich der verurteilte Mörder der Dortmunderin Nicole Schalla, Ralf Hörstemeier, seine Fußfessel abriss, kam die Polizei dem Münsteraner drei Tage später auf die Spur. Am Ende klickten die Handschellen in den Niederlanden.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
OberbürgermeisterThomas Westphal
Fläche280,7 km²
Einwohner587.700 Menschen (Stand: 2020)

Polizei Münster: So kamen die Ermittler dem Schalla-Mörder auf die Spur

Die Polizei in Münster nutzte dazu Informationen der letzten Aufenthaltsorte Hörstemeiers. Die Fußfessel des Mörders zeichnete permanent Bewegungsdaten auf, wie die Polizei Münster verrät. Hinweise über einen möglichen Aufenthaltsort erhielten die Ermittler etwa in der Gartenlaube des 57-Jährigen in Münster.

Nahe der Wohnung im niederländischen Enschede, wo sich Hörstemeier letztlich versteckt hielt, entdeckten Polizisten das Auto seiner Lebensgefährtin. Wenig später nahmen Einsatzkräfte den Mörder der damals 16-jährigen Nicole Schalla fest.

Mörder nicht im Gefängnis: Warum trug Ralf Hörstemeier nur eine Fußfessel?

Viele fragen sich nun: Warum trägt ein Mörder nur eine Fußfessel und sitzt nicht im Gefängnis? Der Grund dafür liegt in einem Rechtsstreit. Im Januar 2021 wurde Hörstemeier vor dem Landgericht Dortmund schuldig gesprochen. Rund 27 Jahre nach der Tat. Zuvor saß er bereits zwei Jahre in U-Haft. Nach dem Urteil hatte sein Anwalt Revision eingelegt.

Bis zur endgültigen Entscheidung des obersten, deutschen Gerichts sollte Hörstemeier eine Fußfessel tragen, weil die Polizei Münster die Ansicht vertrat, dass von ihm weiterhin eine Gefahr für Frauen ausgehen könnte. Diese Fußfessel riss sich Hörstemeier ab und flüchtete. Dass Hörstemeier erneut eine Fußfessel angelegt bekommt, ist unwahrscheinlich – schließlich ist jetzt klar, dass Fluchtgefahr besteht.

Update, Freitag (24. Dezember), 8.05 Uhr: Dortmund/Münster – Die Polizei hat Ralf Hörstemeier, den verurteilten Mörder der Dortmunder Schülerin Denise Schalla, in den Niederlanden festgenommen. Das bestätigte der Dortmunder Staatsanwalt Henner Kruse soeben gegenüber RUHR24.

Polizei fasst verurteilten Mörder Ralf Hörstemeier in den Niederlanden

Wie die Ermittler jetzt berichten, wurde Hörstemeier in der Nacht auf Freitag (24. Dezember) gegen 0 Uhr in einer Wohnung in Enschede festgenommen. Standortdaten seiner elektronischen Fußfessel hatten die Polizei auf die Spur des Dienstag (21. Dezember) Geflüchteten gebracht. Demnach hatte er die Wohnung bereits zuvor aufgesucht.

Unweit des Hauses fanden die Ermittler zudem das Auto seiner Verlobten. Beamte des Landeskriminalamts NRW und der niederländischen Polizei nahmen den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Ralf Hörstemeier in der Wohnung fest. Auch gegen seine Verlobte wird nun ermittelt, sie war jedoch nur in Deutschland zur Haft ausgeschrieben.

Damit Ralf Hörstemeier, der verurteilte Mörder der Dortmunder Schülerin Denise Schalla, seine Haft nun endlich antreten kann, muss er zunächst nach Deutschland ausgeliefert werden.

NRW: Mädchen-Mörder aus Münster war tagelang auf der Flucht

Update, Donnerstag (23. Dezember), 15.17 Uhr: Eine Richterin hat nun auch einen Haftbefehl gegen die 54-jährige Verlobte von Ralf Hörstemeier erlassen. Sie steht im Verdacht, dem verurteiltem Mörder bei der Flucht geholfen zu haben. Genauer soll sie „Beihilfe zu einer Zuwiderhandlung gegen die Anordnung der elektronischen Aufenthaltsüberwachung nach dem Polizeigesetz NRW (‚elektrische Fußfessel‘)“ geleistet haben.

Update, Donnerstag (23. Dezember), 14 Uhr: Der verurteilte Mörder von Denise Schalla aus Dortmund ist weiter auf der Flucht. Nach Angaben der Polizei könnte Ralf Hörstemeier aus Münster dazu den Wagen seiner Lebensgefährtin, einen Mercedes Benz, genutzt haben.

NRW: Verurteilter Mörder auf der Flucht – Polizei sucht Auto

Nach Angaben der Ermittler in Münster und Dortmund soll es sich bei dem möglichen Fluchtwagen um eine blaue Mercedes Benz C-Klasse handeln. Diese Kennzeichen könnte der Wagen haben:

  • MS-MS 4455
  • MS-SM 4455
Mit diesem Auto könnte der Mörder Ralf Hörstemeier (56) aus Münster geflüchtet sein.

Hinweise zu dem Auto oder dem Gesuchten nimmt die Polizei Münster unter 0251/275 4600 sowie jede andere Polizeistelle entgegen.

Der im Januar wegen des Mordes an der Dortmunder Schülerin Denise Schalla zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte Ralf Hörstemeier (56) ist seit Dienstag (21. Dezember) auf der Flucht. Zuvor hatte er seine Fußfessel abgelegt.

Dortmund: Mörder von Nicole Schalla befindet sich derzeit auf der Flucht

Erstmeldung, Mittwoch (22. Dezember), 17.30 Uhr: Schock in Dortmund: der Mörder von Nicole Schalla (†16) befindet sich derzeit auf der Flucht. Ralf Hörstemeier soll bereits am Dienstagabend (21. Dezember) geflohen sein.

Im Januar 2021 verurteilte das Landgericht in Dortmund Ralf Hörstemeier wegen Mordes vom 14. Oktober 1993 zu lebenslanger Haft. Nicole Schalla wurde 30 Meter von einer Bushaltestelle, nicht weit weg von ihrem Zuhause, tot aufgefunden. Der Täter entblößte sie und verging sich an ihr (alle News aus Dortmund bei RUHR24).

25 Jahre später dann der Durchbruch in dem Fall: Ralf Hörstemeier konnte aufgrund neuer DNA-Technologien festgenommen werden – die Beweise sind stichfest. Auch wenn Ralf Hörstemeier stets den Mord bestritten hatte, wurde er letztendlich verurteilt. Eine Revision wurde abgewiesen, am Montag (20. Dezember) wurde das Urteil rechtskräftig – dann ist der Mörder verschwunden.

Ralf Hörstemeier aus Münster: Mörder von Dortmunderin Nicole Schalla hat Fußfessel abgelegt

Weil der Haftbefehl schon während des Prozesses aufgehoben wurde, verließ der Münsteraner damals auf freiem Fuß das Gericht. Zu dem Zeitpunkt hatte der Täter bereits zwei Jahre in U-Haft gesessen. Im April 2021 entschied dann das Amtsgericht Münster, dass Ralf Hörstemeier eine Fußfessel bekommen soll, um ihn so umfangreich überwachen zu können.

Als das Urteil nun rechtskräftig wurde, soll der Bundesgerichtshof die Staatsanwaltschaft Dortmund und den Verteidiger von Ralf Hörstemeier informiert haben, allerdings nicht die Polizei. Doch da war es schon zu spät – der Täter soll am Dienstagabend gegen 20.10 Uhr in Münster-Gremmendorf seine Fußfessel und sein Handy in einem Gewerbegebiet abgelegt haben. Auch seine Verlobte soll sich nach Informationen der Bild-Zeitung auf der Flucht befinden. So beschreibt die Polizei Münster den Täter:

  • 1,80 Meter groß
  • Ca. 80 Kilogramm schwer
  • Schlanke Statur
  • Lange braune und schüttere Haare
  • Blaugrüne Augen

Für die Beamten soll nach mehreren Durchsuchungen seiner Wohnung und weiteren Anlaufadressen zu dem Ergebnis gekommen sein, dass Ralf Hörstemeier schon lange seine Flucht geplant haben soll. Die Polizei vermutet, dass Hörstemeier mit dem Auto oder dem Zug auf der Flucht ist. Hinweise bitte an die Polizei Münster unter der Rufnummer 0251/275-2222 oder jede andere Polizeidienststelle.

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