Kassenbons, dreckige Taschentücher und tausende Zigarettenstummel – Müll auf den Straßen will wirklich niemand. Aber wer macht da eigentlich sauber? Und was könnt ihr tun, damit wir auch weiter gern in Dortmund leben wollen? 

Dortmund – „Es nutzt ja nichts, die Mülleimer zu haben und die Bürger schmeißen den Müll dann doch daneben“, sagt Petra Hartmann von der Entsorgung Dortmund GmbH, besser bekannt als EDG. Beim Aktionstag „Sauberes Dortmund“ am Samstag (29. April) erklärt sie, dass das Unternehmen nicht allein für eine müllfreie Stadt verantwortlich ist. Auch die Bürger müssen mitziehen.

Die EDG ist dafür verantwortlich, eine Reinigung entsprechend der „Verkehrssicherung“ vorzunehmen. Hinter diesem komplizierten Begriff verbirgt sich eine einfache Regel: In Dortmund muss alles weiterlaufen. Ein abgestelltes Sofa auf dem Wall verschwindet deshalb auch schnellstmöglich.

Das Unternehmen ist aber nicht dafür verantwortlich, euer Bonbonpapier vom Boden aufzuheben. Zwar übernehmen die 221 Mitarbeiter der Straßenreinigung auch das, sie müssten aber nicht.

EDG Dortmund Foto: Bianca Schwingenheuer/Dortmund24
EDG Dortmund Foto: Bianca Schwingenheuer/Dortmund24

Tipps für eine saubere Stadt

  • 4.100 Papierkörbe gibt es in Dortmund. Bitte benutzt sie und werft nichts einfach so auf den Boden. In der Woche werden die Mülleimer übrigens 21.000 Mal (!) geleert.
  • Zigarettenstumel haben auf dem Boden nichts zu suchen. Sie sehen nicht schön aus und lassen sich auch nur schwer entfernen. An vielen Papierkörben ist ein extra Fach dafür vorgesehen. Eine Alternative sind Taschenaschenbecher.
  • Euer Kaugummi gehört ebenfalls nicht auf den Fußboden. Wickelt es in ein Papier ein und ab damit in den nächsten Mülleimer.
  • Überlegt euch, einen Becher anzuschaffen, in den ihr euch euren Coffee-to-Go abfüllen lasst. Viele Anbieter haben inzwischen kein Problem mehr damit.
  • Entsorgt euer Altglas, Altpapier oder eure aufgetragenen Klamotten in die Container. Sollten die Plätze verdreckt sein, ruft bei der EDG an, damit sie gesäubert werden.
  • Wilde Müllkippen sind ein Problem in Dortmund. Wenn ihr die EDG darüber informiert, wird dort in der Regel schnell saubergemacht. Jährlich kommen so etwa 2.100 wilde Müllkippen zusammen!
  • Wie wäre es denn mit einem schicken Jutebeutel an Stelle der Tüten im Laden? Das schont die Umwelt und sorgt für weniger Müll. 

Ja, wir wissen, das alles sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber leider nicht.

Müll sammeln ist die einfachste Form von Ehrenamt

Zu unserem Artikel über den neu gestalteten Sternplatz im Unionviertel haben einige User die Befürchtung geäußert, dass hier auch in Zukunft Bierflaschen herumliegen werden. Wie wäre es denn mit einer Müllpatenschaft? Ihr entscheidet, wie viel Zeit ihr habt und sorgt dafür, dass ein Stückchen Dortmund vor eurer Haustür sauber bleibt. Das könnt ihr bei der EDG anmelden oder einfach so machen – eure Entscheidung.

Einmal jährlich gibt es außerdem die Aktion „Sauberes Dortmund“. Hier kann in einem festgelegten Zeitraum jeder mitmachen und hat sogar die Chance, etwas zu gewinnen. In diesem Jahr konnten sich beispielsweise der Kaninchenzuchtverein aus Schüren über einen Besuch im Fußballmuseum freuen und die Klassen 9 und 10 der Langermannschule machen eine Führung durchs Westfalenstadion. Annegret und Uwe Stephan werden zu einer Aufführung des Theaters Olpketal eingeladen.

„Wir können nicht die ganze Stadt sauberhalten, dafür sind wir auf die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen angewiesen“, sagt Petra Hartmann, Pressesprecherin der EDG. Ihr ist es wichtig, dass gezielte Sammelaktionen oder Abfallpatenschaften die Arbeit des Unternehmens nicht ersetzen, sondern ergänzen.

Mehr Informationen findet ihr auf www.sauberes-dortmund.de