220 Quadratmeter für 13.500 Euro verschönert: Die Mauern unter der S-Bahn-Brücke an der Kuithanstraße sind jetzt definitiv nicht mehr zu übersehen! Ein Künstler hat sie sehenswert mit Pinsel und Sprühdose und einer Menge Ideen aufgefrischt.

Dortmund – Die S-Bahn-Unterführung Kuithanstraße war bisher kein wirklicher Hingucker. Eher zum Weggucken. Aber das ist jetzt ganz anders! Sie lädt nun mit neuer künstlerischer Gestaltung ins Quartier ein. Zu sehen: die Schriftzüge „Dortmund“ und „Unionsviertel“, außerdem viele Symbole und bunte Bilder. Was die zu bedeuten haben?

Künstlerisch und funktional

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David Kory (links) und Künstler Oliver Mark vor ihrem Kunstwerk. Foto: Mareike Fangmann/Dortmund24

„Sie sollen nicht nur ansprechend aussehen, sondern auch noch wegweisend sein“, sagt der Künstler Oliver Mark. Gemeinsam mit David Kory, der für die Planung zuständig war, hat der Dortmunder das Kunstwerk realisiert. So zeigen Pfeile zum Beispiel den Weg zum S-Bahn-Aufgang, andere Elemente weisen auf die Richtungen zu den einzelnen Dortmunder Vierteln hin. Ach ja: Fußball darf natürlich auch nicht fehlen. „Und da das Unionviertel ziemlich grün ist, haben wir das auch versucht unterzubringen“, sagt Mark.

Herausgekommen ist ein Gesamtkunstwerk, das mit einer prägnanten Farbgestaltung Blicke auf sich zieht und das Umfeld aufwertet. Und dabei war das Ganze eher eine spontane Aktion, wie David Kory erzählt: „Drei Tage vor Abgabeschluss zum Wettbewerb haben wir erst beschlossen mitzumachen.“ Da legten die beiden Kreativen eine 20-Stunden-Schicht ein und planten das Konzept. Damit gewannen sie dann gegen ihre vier Konkurrenten.

Wie kam’s zur Entscheidung?

Der Runde Tisch Kreativwirtschaft hatte mehr als fünfzig Einzelpersonen, Initiativen und Gewerbetreibende aus dem Unionviertel aufgefordert, ein Angebot zur Aufwertung des in die Jahre gekommenen Quartierseingangs zu erarbeiten. Fünf Gestaltungsvorschläge wurden fristgerecht zum 30. Oktober eingereicht. Die Bezirksvertretung Innenstadt West hat die Brückengestaltung mit 13.500 Euro finanziert; die Stadterneuerung hat das Projekt organisatorisch umgesetzt.

Die Jury, bestehend aus den beiden Bezirksbürgermeistern Friedrich Fuß und Ralf Stoltze, haben gemeinsam mit Gisela Bartholomä und Petra Paplewsky vom Team Unionviertel des Amtes für Wohnen und Stadterneuerung die fünf eingereichten Entwürfe beurteilt. Entschieden haben sie sich dann für den Vorschlag der Urbanisten unter der Federführung von David Kory, für den die Fläche eine Herzensangelegenheit ist.

Wenn die Bahn sich jetzt noch um das S-Bahn-Schild kümmern würde, wäre die Unterführung doch noch sehenswerter. Foto: Mareike Fangmann/Dortmund24
Wenn die Bahn sich jetzt noch um das S-Bahn-Schild kümmern würde, wäre die Unterführung doch noch sehenswerter. Foto: Mareike Fangmann/Dortmund24

Umgesetzt wurde das Kunstwerk innerhalb von sieben Werktagen, mit Pinsel und Sprühdose. Die Zeit wurde aber über mehrere Wochen verteilt. Denn es musste ja auch dem Winterwetter getrotzt werden. Künstler Oliver Mark freute sich während der Arbeiten über eine kleine Fangemeinde, die täglich den Fortschritt begutachtet hat. Jetzt, nach Abschluss des Projekts, hoffen die Anwohner, dass die Brücke möglichst lange so ansprechend gestaltet bleibt und nicht wieder übersprüht wird. Da fehlt zum ästehtischen Glück doch eigentlich auch nur noch ein sauberes S-Bahn-Schild …