Folgen für die Wirtschaft

Industrie rund um Dortmund: Kunden bekommen hohe Preise weitergereicht

Die Energiekrise trifft Unternehmen im Raum Dortmund hart. Einige leiten laut der IHK nun drastische Schritte ein.

Dortmund – Es sind schwierige Zeiten, im Herbst 2022. Steigende Energiekosten und Ungewissheit auf den nun kommenden dritten Pandemie-Winter belasten das Gemüt, den Geldbeutel und vor allem viele Geschäfte und Unternehmen im Ruhrgebiet. Die Industrie- und Handelskammer Dortmund (IHK) veröffentlicht nun Zahlen, die belegen, wie schlecht es der Wirtschaft im Ruhrgebiet wirklich geht, berichtet RUHR24.

StadtDortmund
RegionRuhrgebiet
OrganisationIndustrie- und Handelskammer

Viele Betriebe im Raum Dortmund bekommen Energiekrise direkt zu spüren

Wulf-Christian Ehrich, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, bringt es während des Wirtschaftsgesprächs im Haus Opherdicke in Holzwickede am Dienstag (27. September) auf den Punkt: „Die voraussichtliche Gasverknappung bekommen fast zwei Drittel unserer Unternehmen zu spüren, jeder siebte Betrieb sogar sehr intensiv.“

Nach Angaben der IHK ist fast jedes dritte Unternehmen in Dortmund, Hamm und Kreis Unna skeptisch, wie es unter diesen Bedingungen weitergehe. „Nicht wenige Unternehmen sehen sich dazu gezwungen, die Produktion herunterzufahren oder sogar ganze Geschäftsbereiche aufzugeben. Das trifft auf 15 Prozent aller Industrieunternehmen und rund ein Drittel der energieintensiven Betriebe zu“, so Ehrich weiter.

Vor allem die Industrie treffe laut einem IHK-Bericht die aktuelle Lage besonders hart. Preissprünge und Verknappung von Rohstoffen sorgen teilweise für „dramatische Einbrüche der Geschäftserwartungen“. Auch das Baugewerbe leide. Der Krieg in der Ukraine sorgt laut einer Umfrage der IHK in der Ruhr Wirtschaft für Engpässe bei Holz, Stahl, Bitumen und anderen Baustoffen.

Gestiegene Energiepreise werden direkt an Kunden in Dortmund, Hamm und Unna weitergegeben

Die Folgen werden teilweise auf den Kunden abgewälzt. Wie es in der Umfrage weiter heißt, wollen die rund 430 befragten Unternehmen aus Dortmund, Hamm und Kreis Unna den gestiegenen Kosten unterschiedlich begegnen. Fast 30 Prozent berichten, dass künftig alle Einsparmöglichkeiten ausgeschöpft werden, um Energie zu sparen. Auch die Stadt Dortmund will Energie sparen – und setzt auch beim Weihnachtsmarkt an.

Fast jeder fünfte Betrieb werde die teuren Einkaufspreise für Energie an den Kunden und Auftraggeber weitergeben. Mehr als zehn Prozent wollen in alternative Energiequellen wie Photovoltaik investieren.

Unternehmen im Ruhrgebiet wollen in alternative Energiequellen investieren – wie Solarenergie.

IHK Dortmund fordert die Politik in Deutschland und NRW auf, zu handeln

Die IHK fordert die Politik auf, zu handeln. Die Industrie- und Handelskammer habe in der vergangenen Woche eine Zehn-Punkte-Resolution zur Energiekrise vorgelegt. Darin werde die Politik unter anderem aufgefordert, alle verfügbaren Kohle- und Ölkraftwerke in den Markt zurückzuholen und alle verfügbare Kernkraftwerke bis zum Ende der Krise weiterzubetreiben.

In NRW sind zumindest in der Vergangenheit einige aussortierte Kohlekraftwerke wieder ans Netz gegangen. Laut dem WDR erwartet Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) einen Weiterbetrieb zweier Atomkraftwerke in Deutschland über das Jahresende hinaus.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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