Erster Abschnitt entsteht

RS1 in Dortmund: Bauarbeiten gestartet – bald haben Autofahrer das Nachsehen

Der Bau des RS1 in Dortmund ist endlich gestartet.
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Der Bau des RS1 in Dortmund ist endlich gestartet.

In Dortmund geht es endlich mit dem Bau des Radschnellwegs Ruhr (RS1) voran. Die Bauarbeiten des ersten Abschnitts sind im Kreuzviertel gestartet.

Dortmund – Seit Jahren wird an den Plänen des RS1 in Dortmund getüftelt. Bereits im Sommer 2020 sollten die Bauarbeiten am ersten Streckenabschnitt des RS1 beginnen. Doch die Pläne verschoben sich um weitere Monate. Bis jetzt – denn am Montag (19. April) war in Dortmund endlich Baubeginn.

NameRadschnellweg Ruhr (RS1)
Baubeginn27. November 2015
Längecirca 101 Kilometer

RS1 im Ruhrgebiet: Nach Gelsenkirchen wird nun endlich auch in Dortmund gebaut

100 Kilometer von Ost nach West im Ruhrgebiet. Diese Strecke sollen Radfahrer auf dem Radschnellweg Ruhr irgendwann einmal zurücklegen können. Doch der Weg bis dahin scheint ein langer zu sein. Denn die Fertigstellung des RS1 ist ungewiss. Zwischen Duisburg und Hamm sollen unter anderem Städte wie Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Kamen und auch Dortmund miteinander verbunden werden.

Während beispielsweise in Gelsenkirchen bereits am dritten Bauabschnitt des Radweges gearbeitet wird, hat Dortmund sich bis jetzt mit den Planungen für den RS1 aufgehalten.

„24 Kilometer dieses zukunftsweisenden Infrastrukturprojektes werden durch Dortmunder Stadtgebiet führen. Besonders im verdichteten und urbanen Umfeld der Metropole Ruhr erfordert die Führung der Trasse die Kreativität der Planenden“, so Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl.

Erster Abschnitt des RS1 in Dortmund entsteht: Autofahrer im Kreuzviertel haben das Nachsehen

Ein erster wichtiger Schritt ist nun jedoch getan. Die Bauarbeiten des ersten RS1-Anschnitts sind jetzt im Kreuzviertel gestartet. Laut den Angaben der Stadt gehen sie vom Einmündungsbereich der Arneckestraße über die Sonnenstraße zum Sonnenplatz und von dort bis zum Ende der Großen Heimstraße an der Wittekindstraße.

Und der erste Bauabschnitt in diesem Bereich hat es in sich. Autofahrer werden durch die Entstehung des RS1 in Zukunft gleich mehrfach das Nachsehen haben. Denn im Kreuzviertel wird die neue Fahrradstraße, über die der RS1 geführt wird, zwar für den Autoverkehr freigegeben. Dieser muss sich dort als „Gast“ jedoch besonders rücksichtsvoll verhalten, heißt es vonseiten der Stadt.

Der erste Bauabschnitt des RS1 in Dortmund befindet sich im Kreuzviertel.

Fahrradfahrer auf dem RS1 in Dortmund haben Vorrang: zusätzliche Parkverbote geplant

Radfahrer auf dem RS1 haben demnach Vorfahrt und dürfen nebeneinander fahren. Bedeutet: Die Rechts-vor-links-Regelung wird aufgehoben und die Ampelanlage Große Heimstraße/Neuer Graben entfernt.

Auf der Großen Heimstraße wird außerdem eine Parkverbotszone eingerichtet, um das Parken am Fahrbahnrand und an den Baumscheiben zu verhindern. Widerrechtlich geparkte Autos sorgen in diesem Bereich schon lange für zu schmale Rettungswege im Notfall und „gefährliche Engstellen für den Radverkehr“.

Der RS1 im Dortmunder Kreuzviertel läuft über eine Fahrradstraße.

RS1 in Dortmund soll Radfahrern mehr Platz bieten: angespannte Parksituation im Kreuzviertel

Durch die Führung des RS1 über eine Fahrradstraße ist es außerdem nötig, mehr Platz auf der Straße zu schaffen. Im Abschnitt der Sonnenstraße von Möllerbrücke bis Arneckestraße wird deshalb die Fahrbahn von derzeit 4,20 Meter auf 5 Meter durch Versetzen des Bordsteines verbreitert. So soll die notwendige Fahrspurbreite für Autos und Radfahrer erreicht werden.

Hier entsteht ein zusätzlicher Nachteil für Autofahrer. Denn die Parkflächen vor den Häusern fallen in diesem Abschnitt weg. Der verbleibende Gehweg wiederum wird breiter. „Dadurch wird neben der Fahrradfreundlichkeit auch dem Fußverkehr als gleichberechtigte Verkehrsart mehr Platz eingeräumt“, sagt Sylvia Uehlendahl.

Zusätzliche Parkplätze sollen jedoch für eine Entlastung der ohnehin schon angespannten Parksituation im Kreuzviertel sorgen. Diese entstehen laut den Angaben der Stadt im Zuge einer Umgestaltung der Grünfläche in Höhe der Stübbenstraße.

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Weitere RS1-Bauabschnitte in Planung: Befahrbarkeit durch Dortmund soll bis 2030 erreicht werden

Der erste Bauabschnitt des RS1 im Dortmunder Kreuzviertel ist ein wichtiger Schritt – weitere sollen noch in diesem Jahr folgen. Die Planungen für alle Bauabschnitte, die auf Grundstücke der Stadt fallen, sollen noch 2021 begonnen werden. Erste Vorabstimmungen der direkt an diesen Bauabschnitt angrenzenden Bereiche finden bereits statt, wie die Stadt mitteilt.

Ziel ist es, eine Befahrbarkeit des RS1 durch das Dortmunder Stadtgebiet bis 2030 umzusetzen. Da insbesondere bei den Unterführungen und Brücken mit einem enormen Zeitaufwand für Planung und Bau zu rechnen sei, müsse stellenweise auch mit provisorischen Lösungen geplant werden.