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Bürki-Freundin Marlen gefährdet mit Halbwahrheiten 200.000 Follower

Marlen Valderrama-Alvaréz, die Freundin von BVB-Torwart Roman Bürki, teilt ihre Gedanken zum Coronavirus.
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Marlen Valderrama-Alvaréz, die Freundin von BVB-Torwart Roman Bürki, teilt ihre Gedanken zum Coronavirus.

Marlen Valderrama-Alvaréz, Freundin von BVB-Torwart Roman Bürki, versteht die Maskenpflicht wegen des Coronavirus nicht. Auch Nachrichten meidet sie.

  • Marlen Valderrama-Alvaréz spricht in ihrer Instagram-Story ausführlich über das Coronavirus.
  • Die Freundin von BVB-Torwart Roman Bürki zweifelt nicht nur an der Maskenpflicht.
  • Als Vollzeit-Influencerin sollte sie sich ihrer Reichweite und der daraus resultierenden Verantwortung bewusst sein, meint RUHR24-Redakteur Christian Keiter.

Dortmund – Es wird nicht ruhiger um Marlen Valderrama-Alvaréz. Nachdem sich die Freundin von BVB-Torwart Roman Bürki (29) plötzlich von ihrer politischen Seite zeigte, wagt sie sich jetzt an ein anderes großes gesellschaftliches Thema: das Coronavirus.

Influencerin

Marlen Valderrama-Alvaréz

Freund

Roman Bürki (BVB)

Abonnenten auf Instagram

199.000

Marlen Valderrama-Alvaréz: Freundin von BVB-Torwart Bürki ist keine Corona-Leugnerin, aber...

Zunächst betont Marlen Valderrama-Alvaréz, dass sie keine Corona-Leugnerin sei und auch nicht "auf der nächsten Anti-Corona-Demo mitlaufen werde". Dass es zu Anfang ihrer langen Instagram-Story einen derartigen Prolog braucht, ist schon der erste Hinweis darauf, welche wirren Gedankengänge ihre Follower in den nächsten Minuten zu erwarten haben.

Mit Beginn der Pandemie hätten es die Regierungen plötzlich geschafft, sich "zusammenschließen" und Maßnahmen zu ergreifen, an die sich jeder zu halten hat. Bei Missachtung, zum Beispiel "wenn man herausgeht", hätte man laut Marlen "dicke, fette Strafen" zahlen müssen. An den Strafen für andere Straftaten, "wie zum Beispiel Kindesmissbrauch", würde hingegen jahrelang ergebnislos geschraubt.

Marlen Valderrama-Alvaréz greift zu hanebüchenen Vergleichen und verharmlost das Coronavirus

Es ist Whataboutism vom Allerfeinsten, den Marlen Valderrama-Alvaréz betreibt, nach dem Motto: "Aber was ist dann hiermit und damit, da gibt es doch auch Missstände."

Was die Infektionsschutzverordnung und die Sanktionierung von Verstößen gegen selbige mit Kindesmissbrauch zu tun hat, weiß wohl nur die Freundin von Roman Bürki selbst. Näher erläutert wird dieser hanebüchene Vergleich nicht.

Stattdessen folgt die Feststellung, wie krass das Jahr 2020 bislang war. "Was ans Licht kommt, was noch ans Licht kommen wird. Es ist krass. Ich bin jetzt schon sprachlos." Daraufhin bricht sie ihre Instagram-Story für den Moment ab. Sie müsse sich erst einmal sammeln (alle Dortmund-Artikel auf RUHR24).

Ein Schild mit der Aufschrift "Corona ist nicht gefährlicher als Grippe!" bei einem Protest gegen die Corona-Schutzmaßnahmen.

Wer glaubt, es wird besser, irrt gewaltig. Es folgt eine Verharmlosung des Coronavirus, bei der man nur mit den Augen rollen kann. Marlen Valderrama-Alvaréz sei grundsätzlich vorsichtig, wenn Viren grassieren. Egal ob Coronaviren oder Influenzaviren. Die Tücken des neuartigen Erregers SARS-CoV-2 scheint sie nicht begriffen zu haben.

Marlen Valderrama-Alvaréz: Freundin von BVB-Torwart Roman Bürki hält Maskenpflicht für "Quatsch"

Die Erklärung dafür liefert sie praktischerweise gleich mit. "Ich hinterfrage Medien allgemein immer. (...) Medien haben Macht, egal ob was Positives oder Negatives drinsteht. (...) Ich persönlich bin niemand, der die Nachrichten wirklich liest. Ich sage mal, pauschal 50 Prozent davon sind irgendwie zusammengereimt." 

Auf die Festspiele des Whataboutism folgen also die der völlig undifferenzierten Pauschalisierung. Die Medien denken sich die Hälfte ihrer Nachrichten aus? Na dann. Ach, übrigens: Auf Statistiken und Zahlen zum Coronavirus schaut Marlen Valderrama-Alvaréz "schon lange nicht mehr".

Weiter geht es mit Kritik am föderalen System der Bundesrepublik Deutschland. Dass es Sache der Länder ist, Maßnahmen gegen das Coronavirus zu ergreifen und gegebenenfalls wieder aufzuheben, ergebe ihrer Meinung nach keinen Sinn. Darüber lässt sich tatsächlich streiten. Ihre Meinung zur Maskenpflicht ist hingegen schon wieder weitaus absurder.

Marlen Valderrama-Alvaréz hält die Maskenpflicht für Quatsch, "weil du sie überall herunternehmen kannst, um zu essen und zu trinken. Sobald du sie runternimmst, setzt du Viren frei." Im Umfeld der Freundin von BVB-Torwart Roman Bürki scheint es also üblich zu sein, dass die Menschen im Supermarkt und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens, wo die Masken vor Tröpfchen und der Bildung von Aerosolen schützen sollen, permanent essen und trinken und ihre Maske nicht tragen.

Der Weg von Corona-Skepsis zu schwachsinnigem Verschwörungswahn ist kurz

Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich eine Vollzeit-Influencerin Hörensagen, Halbwahrheiten und argumentativen Nonsens an 200.000 Abonnenten auf Instagram rausbläst – in völliger Unkenntnis darüber, was sie damit eigentlich auslösen könnte. Der Weg von anfänglicher Skepsis bei völliger Ignoranz der Faktenlage bis hin zu gefährlichem Verschwörungswahn ist nicht weit.

Die QAnon-Bewegung und der unsägliche Schwachsinn, der in etlichen Telegram-Gruppen von Attila Hildmann und Co. verbreitet wird, ist ein Beleg dafür. Dass aus großer Kraft große Verantwortung folgt, wusste schon Spiderman. Für große Reichweite gilt das genauso. Man kann nur hoffen, dass Marlen Valderrama-Alvaréz aufhört, Wasser auf die Mühlen der Corona-Skeptiker zu gießen. Sie selbst mag auf der nächsten Anti-Corona-Demo nicht mitlaufen, ihre Follower vielleicht schon.

Dieser Kommentar entspricht der Meinung des Autors und muss nicht unbedingt die Ansicht der gesamten Redaktion widerspiegeln.

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