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Neben der Feuerwehr und einigen Hilfsorganisationen könnte in Dortmund bald auch ein privater Anbieter vor der Tür stehen, wenn man den Notruf 112 wählt. Bei Dortmund24-Redakteurin Malin Schneider-Pluppins macht sich bei dieser Nachricht kein gutes Gefühl breit. Warum?

Schon im Mai vergangenen Jahres wollte sich die Reinoldus Rettungsdienst GmbH in den Rettungsdienst der Stadt Dortmund einklagen. Der Richter verwies das Unternehmen damals auf eine offizielle Ausschreibung, bei der sich das Unternehmen bewerben könne. Inzwischen hat der Rettungsdienst den Zuschlag bekommen und fährt seit dem 7. Januar als Rettungsdienst durch Dortmund.

Hilfsorganisationen teilten Markt unter sich auf

Bisher war es so, dass das DRK, die Malteser oder auch der Arbeiter-Samariter-Bund kamen, wenn der Rettungswagen benötigt wurde – Hilfs- oder Wohlfahrtsorganisationen, eingetragene Vereine mit oder ohne konfessionellem Hintergrund. Nie stand bisher aber eine GmbH vor dem Hilfesuchenden.

In Dortmund wird aber genau das ab jetzt immer wieder so sein. Und genau da fangen die Fragen in meinem Kopf an zu kreisen: GmbH – heißt das nicht, dass das Unternehmen auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist?

DRK zeigt sich besorgt

Werden jetzt die Löhne für die Rettungssanitäter runtergeschraubt, damit das dahinter stehende Unternehmen höhere Gewinne einfährt? Wie setzt das die Hilfsorganisationen unter Druck? Oder kommt es nachher so weit, dass sogar die Qualität des Rettungsdienstes unter dem Kostendruck leidet?

Viele Fragen, die ich gerne beantwortet wüsste. Eine DRK-Sprecherin äußerte sich bereits vor mehr als einem Jahr gegenüber der NRZ besorgt. Denn bisher standen nicht Gewinne im Fokus der Rettungsdienste, sondern das Aufrechterhalten der alltäglichen Gefahrenabwehr im medizinischen Bereich – auch mit Hilfe etlicher ehrenamtlicher Helfer. Seit private Anbieter im Rettungsdienst mitmischen, kommt nun aber eine neue Komponente ins Spiel: Der unternehmerische Gewinn.

Personal bleibt hochqualifiziert

Bisher muss ich mir aber zumindest um die Qualifizierung des Personals keine Sorgen machen. Denn die Vorgaben sind bei privaten Anbietern ebenso streng, wie bei allen anderen. Außerdem kann man tatsächlich hoffen, dass auch die privaten Anbieter verantwortungsvoll mit ihrer Aufgabe umgehen.

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Das einige private Anbieter, wie das dänische Rettungsdienst-Unternehmen Falck aber längst in den Markt drängen und den Rettungsdienst als normale Dienstleistung ansehen, hinterlässt ein „Geschmäckle“. Denn jetzt stehen die Anbieter in einem Wettbewerb zueinander – und werden sich auf kurz oder lang mit ihren Preisen unterbieten wollen. Und das muss ich mir erstmal in Ruhe angucken.