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Auch, wenn der NSU-Prozess beendet ist – in Deutschland gibt es noch immer eine rechtsextreme Terrorgruppe. Sie nennt sich Combat 18 (C18). Experten warnen vor der Gruppe, die sich im rechtsextremen Untergrund bewegt.

  • Rechtsextreme Terrorgruppe C18 ist in Nordrhein-Westfalen aktiv
  • Schwerpunkt der begangenen Straftaten ist Dortmund
  • NSU orientierte sich am Vorgehen von C18

Wie der WDR berichtet, tritt seit einigen Wochen immer wieder ein Dortmunder Neonazi auf rechtsextremen Demonstrationen in Erscheinung. Auffällig sei nicht nur sein Verhalten, sondern auch die Embleme die Robin S. offen zur Schau stellt: Einen züngelnden Drachen, das Symbol der Terrorgruppe C18.

Der Dortmunder Neonazi Robin S. ist in der Szene und auch für die Polizei und Behörden kein Unbekannter. Verschiedenen Medienberichten zufolge, soll er der Brieffreund von NSU-Terroristin Beate Zschäpe gewesen sein. Laut WDR saß auch er selbst lange wegen eines Raubüberfalls, bei dem er einen Menschen schwer verletzte, im Gefängnis.

C18 – der militante Arm von Blood and Honour

Die NSU, der nationalsozialistische Untergrund, ist wohl jedem inzwischen ein Begriff. Weniger bekannt sind bisher allerdings Gruppierungen wie Combat 18. Combat 18, abgekürzt C18, gilt als der militante Arm des im Jahr 2000 verbotenen, rechtsextremen Netzwerks Blood and Honour – welches in seiner Struktur als das Vorbild für die NSU gilt. Das berichtet die ARD in einem Beitrag zu der Terrorgruppe.

C18 steht für Combat 18 – also Kampfgruppe Adolf Hitler. Dabei steht die 18 für den ersten (A) und den 8. Buchstaben (H) im Alphabet. Den Anhängern wird eine Affinität zum Waffenbesitz und Gewaltbereitschaft nachgesagt.

Dortmund ist Schwerpunkt für C18-Strafttaten

In einem Bericht des WDR werden für den Zeitraum von 2009 bis 2019 mehr als 80 Straftaten aufgezeigt, für die C18 verantwortlich sein soll. 41 davon fanden in Dortmund statt – darunter Bedrohung, gefährliche Körperverletzungen und Nötigungen.

+++ Combat 18: Video nach Lübcke-Mord soll Neonazi aus Dortmund zeigen +++

Das Innenministerium geht laut WDR davon aus, dass zur Zeit neun C18-Mitglieder in NRW leben. Als Kopf der Gruppierung wird immer wieder Stanley R. ausgemacht. Zumindest fanden Journalisten der ARD heraus, dass es Stanley R. ist, auf dessen Konto die 15 Euro Monatsbeitrag aller C18-Mitglieder in Deutschland eingehen.

Woher stammt die Gruppe?

Gegründet wurde Combat 18 in den 90er Jahren als rechtsradikalen Untergrundbewegung in England. Auf ihr Konto gehen nach einem Bericht des ndr mehrere terroristische Straftaten – auch Morde.

C18 gilt als militanter – also kämpferischer – Arm des rechtsextremen Netzwerks Blood and Honour. Konkrete Anweisungen eines Anführers muss C18 jedoch nicht abwarten.

Dieses Vorgehen nahm sich auch die Terrorgruppe der NSU zum Vorbild. Und genau das macht die Gruppierungen auch so gefährlich – wie Experte Dierk Borstel im Gespräch mit dem WDR erklärt. Bei Combat 18 könne jeder, der sich dazu berufen fühlt, zu jeder Zeit eine Gewalttat oder einen Anschlag begehen, erklärt Borstel.

Anfang des Jahres benannte die Stadt Dortmund im Dortmunder Norden einen Platz zu Ehren des ehemaligen Dortmunder Bürger Mehmet Kubaşık um – einem Opfer der NSU-Morde.

In Dortmund kommt es immer wieder zu Aufmärschen von Neonazis, wie zuletzt am Samstag (25. Mai) in Hörde. Auch Vernetzungen eines ehemaligen AfD-Politikers mit dem bekannten Neonazi Siegfried Borchard, sorgten in Dortmund für Aufruhr.

Symbolik

Anhänger von Combat 18 tragen als Erkennungszeichen einen auffälligen Drachen. Als Teil des internationalen Blood and Honour-Netzwerks sind auch die Motive des Netzwerks ein Erkennungszeichen.

Rechtsextremistische "Blood and Honor Division"
Rechtsextremistische „Blood and Honor Division“