Bild: Bianca Hoffmann/Dortmund24

Der Weihnachtsmarkt läuft, der BVB empfängt daheim zum Bundesliga-Schlager gegen Gladbach und zeitgleich wollen am Freitag rund 100 Rechtsextreme in Dortmund demonstrieren. Die Polizei will ein Chaos verhindern.

So sei es der Polizei laut einer Pressemitteilung gelungen, die Route der rechten Demonstranten zu kürzen. Rund 100 Teilnehmer wollen am Freitag (21. Dezember) von 20 bis 22 Uhr von der Hamburger Straße in der östlichen Innenstadt, über die Bremer Straße bis zur Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Lübecker Straße marschieren. Endpunkt der Demo soll die Hamburger Straße sein.

Hier wollen die Rechten demonstrieren:

Ursprünglich sollte die Demo am Polizeipräsidium beginnen, wurde aber aufgrund des BVB-Spiels auf die Hamburger Straße / Ecke Kaiserstraße verlegt.

Rechte fordern Freilassung von „Kameraden“

Mit ihrer Demo fordern die Rechten die „sofortige Freilassung von Siegfried Borchardt, Steven Feldmann und allen anderen, inhaftierten Kameraden“, wie es auf einer rechten Online-Seite heißt.

Zum Hintergrund: Die bekannte Neonazi-Größe Borchardt – auch „SS Siggi“ genannt – sitzt seit dem 10. Dezember im Gefängnis. Das Oberlandesgericht Hamm verurteilte den Dortmunder zur einer Haftstrafe von vier Monaten ohne Bewährung. Grundlage für das Urteil waren Beleidigungen gegen Polizisten.

Bereits in der Vergangenheit verurteilte das Gericht den Mann mehrere Male wegen anderer Delikte. Von der Pflicht sich regelmäßig beim Jobcenter zu melden, wurde „SS Siggi“ dagegen befreit.

SS-Siggi bei der Neonazi-Demo Dortmund am 14. April 2018 Foto: Bianca Hoffmann/Dortmund24
SS-Siggi bei einer Neonazi-Demo Dortmund am 14. April 2018 Foto: Bianca Hoffmann/Dortmund24

Nach mehreren Versetzungen von der JVA Castrop-Rauxel über die JVA Bielefeld-Senne, sitzt Borchhardt jetzt in Delbrück-Boke seine Zeit ab – und nicht etwa in Dortmund, wie man aufgrund der Demo vermuten könnte.

Polizei informiert Bürger

Die Dortmunder Polizei will laut eigenen Angaben mit einer „angemessenen Anzahl von Einsatzkräften die Versammlungen und Veranstaltungen begleiten und friedliche Demonstrationen schützen sowie gegen Gewalt- und Straftäter konsequent vorgehen“.

Seit Donnerstag werden Anwohner und Gewerbetreibende im Umfeld der Aufzugsstrecke von der Polizei mit Flugblättern bezüglich der Versammlungslage am Freitag informiert.

Bürgertelefon:

Die Dortmunder Polizei hat ab 11 Uhr ein Bürgertelefon geschaltet, dieses erreicht ihr unter der Telefonnummer 0231/132-5555.