Reiseverkehr

ADAC kritisiert Zustände an Raststätten im Raum Dortmund

Riskante Parkmanöver und überfüllte Stellplätze. Die Autobahnraststätten in NRW bergen so manche Gefahren.

Dortmund – Der Verkehr auf den Autobahnen in NRW ist wieder fast auf dem Vor-Corona-Niveau. Dementsprechend viele Auto- und LKW-Fahrer sind täglich unterwegs, die ab und an auch mal eine Pause machen müssen. Laut einem ADAC-Bericht kommt es an einigen Raststätten in Nordrhein-Westfalen zu heiklen Situationen.

Mehr 3000 Stellplätze für LKW-Fahrer fehlen an den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen

Nahezu jeder Autofahrer kennt das Bild: LKW parken dicht an dicht auf den Autobahnraststätten. Wenn dort kein Platz mehr zu finden ist, stehen einige Brummifahrer sogar auf der Einfahrt zum Rasthof. Laut ADAC-Angaben fehlen mehr als 20.000 Stellplätze für Lastwagen bundesweit – 3800 davon in Nordrhein-Westfalen. Die Autobahn Westfalen hat im vergangenen Jahr angekündigt, rund 1000 neue Stellplätze zu errichten.

Trotzdem entstehen nach wie vor extrem heikle und gefährliche Situationen. LKW-Fahrer müssen ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten und stehen oftmals vor dem Problem, überfüllte Rasthöfe vorzufinden. Die Folge: Sie stehen teilweise auf den Ein- und Ausfahrten der Rastplätze.

Das stellte auch der ADAC auf den meisten Rastplätzen in NRW fest. Bei 13 von 18 untersuchten Rastplätzen an der A1, A2, A3, A4, A45 und A61 stellte der Automobilclub den Angaben nach schwerwiegende Parkverstöße fest. „Warum machen manche Fahrer das trotzdem? Dahinter steckt oft die pure Verzweiflung, weil einfach kein Parkplatz gefunden wurde“, sagt Roman Suthold, Verkehrsexperte des ADAC in NRW gegenüber der DPA.

Parkverstöße an Rastplätzen rund um Dortmund – Parkleitsysteme an Autobahnen gefordert

Auf der Anlage „Hasbacher Höhe“ bei Bergneustadt an der A4 etwa hätten bis zu vier Lkw gleichzeitig in der Ein- und Ausfahrt oder auf dem Seitenstreifen der Autobahn geparkt. Auch auf den Anlagen rund um Dortmund sieht es nicht sonderlich besser aus. Kontrolleure haben dem Bericht zufolge auf den Rastplätzen „Lichtendorf Nord“ bei Schwerte auf der A1 und „Rhynern Süd“ bei Hamm auf der A2 Fahrzeuge festgestellt, die auf nicht zugelassene Flächen oder im absoluten Halteverbot gestanden haben.

Jetzt kommt die Frage auf: Wie löst sich das Problem? Der Blick geht unter anderem nach Österreich und Italien. Rastanlagen werden dort videoüberwacht und solche Parkverstöße mit empfindlichen Geldstrafen belegt. Der ADAC Deutschland fordert „intelligente Parkleitsysteme“ einzuführen – wie zuletzt in Dortmunds City – und stärkere Kontrollen der Polizei.

In NRW fehlen laut ADAC-Angaben mehr als 3000 Stellplätze für LKW-Fahrer an Autobahnen.

ADAC fordert die Verlagerung des Güterverkehrs in NRW

Auch private Firmengelände sollten verstärkt als LKW-Parkplätze bereitgestellt werden. Zudem empfiehlt der Automobilclub die stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene und Binnenschifffahrt. Mit DPA-Material

So hat der ADAC gezählt

Pro Standort gab es drei Zählungen am 3. und 4. August 2022 (Dienstag und Mittwoch), jeweils um 22 Uhr, 23 Uhr und 0 Uhr.

Rubriklistenbild: © Frank Peter/Imago

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