Polizei Dortmund will die "Raser- und Tuningszene" aus der Stadt verdrängen

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Dortmund/NRW - Um die Raser- und Tuningszene auf Dortmunder Stadtgebiet weiter einzudämmen, plant die Polizei weitere Maßnahmen. Eine komplette Verdrängung sei das Ziel.

Als die Polizei Dortmund am Mittwoch den Verkehrsbericht des vergangenen Jahres vorgestellt hat, ging es auch um die Raserszene in der Stadt. Verkehrsdirektor Ralf Ziegler nannte große Pläne.

Neben mehr Unfällen mit Todesfolge und zunehmenden Problemen mit E-Bikes und Pedelecs ging es am Mittwochmittag (27. Februar) bei der Vorstellung des alljährlichen Verkehrsberichts auch um die Raser- und Tuningszene in Dortmund.

Ralf Ziegler, Verkehrsdirektor der Polizei Dortmund, nannte in dem Zusammenhang hohe Ziele. Gemeinsam mit der Stadt Dortmund will er die "Szene verdrängen". Bisher habe das gut geklappt - über die Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund zeigte sich Ziegler zufrieden.

Raserszene weniger präsent - 60 Führerscheine sichergestellt

Im vergangenen Jahr hat die Polizei Dortmund verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Tuning- und Raserszene durchgeführt. Mit einem positiven Ergebnis: "Die Raserszene ist nicht mehr so auffällig wie in den vergangenen Jahren", teilte Ziegler mit.

Die Polizei sei "mit jedem Druck unterwegs", um vor allem illegale Autorennen und unerlaubtes Tuning einzudämmen. Insgesamt 95 Schwerpunkt- und Großkontrollen führten die Beamten in den vergangenen zwölf Monaten durch. 60 Führerscheine wurden dabei sichergestellt.

Die Anzahl an illegalen Autorennen bleibt aber dennoch beunruhigend. 2018 kam es in Dortmund und Lünen zu 62 illegalen Autorennen. Zwölf davon endeten in einem Verkehrsunfall. Die Polizei Dortmund spricht von "Glück, dass niemand getötet wurde."

Auch wenn es bei vielen Rennen nicht zum Unfall kommt, appelliert Ziegler an die Vernunft der Menschen. "Die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer erhöht sich durch das Überschreiten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit enorm".

Um das Rasen bei unerlaubt hohen Geschwindigkeiten einzudämmen, steht seit Herbst des vergangenen Jahres ein Blitzer am Ostwall. Mit erschreckendem Ergebnis: Allein in einer Woche hat der Kasten 800 Fotos geschossen.

Stadtwall zieht die Raser an

Auf Dortmunder Stadtgebiet gelten vor allem der Stadtwall und das Gelände in Phoenix-West als beliebte Treffpunkte für Raser und Tuner. Alleine auf dem Wall fanden im vergangenen Jahr 32 illegale Autorennen statt. Die Polizei Dortmund veröffentlichte dazu sogar ein Video, das zwei Raser zeigt.

„Das ist besonders erschreckend, vor allem, weil der Blitzer dort gut sichtbar steht“, sagte Ralf Ziegler bereits Anfang Januar.

Für 2019 plant die Polizei Dortmund in Zusammenarbeit mit der Stadt zwei weitere Blitzer am Wall - einen am Hiltropwall und einen am Königswall. Damit wäre der Stadtwall komplett dicht.