Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Fast genau vor einem Jahr hat die Polizei die fünf Kameras entlang der Brückstraße eingeschaltet: Videoüberwachung ist dort seitdem vor allem an Wochenenden an der Tagesordnung. Kritik dafür gab es von den Grünen. Doch die Polizei sieht sich im Recht. Der Grund: Die Zahl schwerer Kriminaldelikte ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken und es gab einige Fahndungserfolge durch die Kameras.

Nach einem Jahr der Videoüberwachung entlang der Brückstraße hat die Polizei jetzt ein erstes Fazit gezogen. Und das fällt für sie positiv aus. Zwischen Januar und Oktober 2017 sind die Zahlen schwerer Kriminaldelikte im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr gesunken.

An diesen Stellen sind im Brückstraßenviertel Kameras zur Überwachung angebracht:

So gab es 2017 (Zeitraum Januar bis Oktober) insgesamt zwölf schwere Körperverletzungen. Ein Jahr vorher waren es noch 21 Fälle. Das ist ein Rückgang um 43 Prozent. Auch was die Raubüberfälle betrifft, sind die Fallzahlen leicht gesunken. Von neun auf fünf Fälle.

Vergleich mit Vorjahren

Zumindest der Vergleich mit dem Vorjahr fällt positiv aus – aber was ist mit den Jahren davor? Eine genaue Auswertung der Polizei liegt bislang nicht vor. Fest steht aber: Seit die Polizei verstärkt Präsenz im Brückstraßenviertel zeigt, sei laut einem Polizeisprecher eine sinkende Tendenz der Fallzahlen zu beobachten.

Als Erfolg feiert die Polizei auch, dass durch die Videoüberwachung Täter auf frischer Tat ertappt wurden. Am 26. Februar etwa überführten die Kameras ein Duo bei einem sogenannten „Antanzdelikt“.  Auch Straftaten im Juli dieses Jahres, bei denen Menschen schwer verletzt wurden, konnte die Polizei durch die Videoüberwachung aufklären.

Entlang der Brückstraße gibt es fünf Kameras zur Videoüberwachung der Polizei. Sie hängen in circa drei bis vier Metern Höhe. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Doch die Zahl der Kriminalfälle ist nicht nur rückläufig. Im Bereich der einfachen Körperverletzungen ist die Zahl drastisch gestiegen – von 25 auf 42. Die Polizei erklärt das mit der verstärkten Präsenz der Polizei im Brückstraßenviertel. „Ist ein Polizist in der Nähe, ist die Schwelle natürlich niedriger, ihn anzusprechen, wenn nur eine einfache Körperverletzung begangen wurde“, sagt ein Polizeisprecher.

Dass die Kameras dafür sorgen, dass sich Kriminaldelikte in Nachbarstraßen verlagern, will die Polizei nicht beobachtet haben. Fälle wie der eines 47-jährigen Mannes, der am Freitag (8. Dezember) am Bissenkamp überfallen wurde, wären laut Polizei wohl auch ohne Videoüberwachung geschehen. „Es passieren auch weiterhin Straftaten im Brückstraßenviertel – trotz der Kameras“, heißt es von der Dortmunder Polizei.

Gregor Lange will Videoüberwachung ausweiten

Die Polizei zeigt sich jedenfalls zufrieden mit ihrem ersten Fazit. In den 16 Stunden, in denen die Kameras in der Woche eingeschaltet seien – also von Freitag bis Sonntagmorgen in der Zeit von 22 bis 7 Uhr – hätten 45 Prozent aller erfassten Straftaten im überwachten Bereich stattgefunden.

Dortmunds Polizeipräsident hält Videoüberwachung für eine gute Sache – und will eine Ausweitung auf andere Quartiere ausweiten lassen. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Polizeipräsident Gregor Lange meint: „Das Ziel, der schweren Gewaltkriminalität mit Videobeobachtung entschieden entgegenzutreten, ist nach unserer jetzigen Bilanz gelungen.“ Der Einsatz der Kameras sei ein „sinnvoller Baustein zur Bekämpfung der Kriminalität und er ein „wichtiger Faktor für das Sicherheitsgefühl der hier lebenden Menschen“.

Lange kündigte jetzt an, die Ausweitung der Videoüberwachung prüfen lassen zu wollen. Damit habe er eine Arbeitsgruppe beauftragt. An der Brückstraße soll die Videoüberwachung indes für ein weiteres Jahr fortgesetzt werden.