Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Ordnungsdezernentin Diane Jägers haben am Donnerstag (22. Dezember) Mitarbeiter der Task Force in der Nordstadt besucht. Sie sehen eine positive Entwicklung in dem Viertel, das bislang einen schlechten Ruf hat.

Dortmund – „Es ist nicht der erste Spaziergang, den ich hier mache“, erklärte Ullrich Sierau. Das, was er auf seinem Rundgang gesehen habe, zeigt: „Es war kein schlechtes Jahr. Weder für die Stadt, noch für die Nordstadt.“

Während des Rundgang besprach der Oberbürgermeister die Themen der täglichen Arbeit mit den Ordnungskräften der Task Force, die täglich vor Ort im Einsatz sind. Neben der Bekämpfung der Straßenprostitution zählt auch die Sanktionierung von anderen, ordnungswidrigen Verhaltensweisen dazu.

„Brauchen mehr Konsequenz“

Darunter fallen Delikte wie das Wegwerfen von Abfall, das Nächtigen in Autos oder den Parkanlagen oder der verbotswidrige Alkoholkonsum. Auch der Drogenkonsum im öffentlichen Raum ist immer noch eins der Probleme in der Nordstadt.

„Da brauchen wir offensichtlich mehr Konsequenz. Das ist zumindest die Konsequenz, die ich aus dem Gang heute ziehe“, sagte Sierau. Dennoch lobte er auch den Einsatz und die Wirkung, die die Ordnungsteams in dem Bezirk bislang erzielen konnten.

Beispiel Prostitution: Unmittelbar nach Schließung des Straßenstrichs im Jahr 2011 besserte sich die Lage. Inzwischen ist nur noch einen „hartnäckigen Kern“ von rund 25 bis 35 überwiegend drogenabhängigen Prostituierten vor Ort. Sie bieten rund um den Nordmarkt ihre Dienste auf der Straße an und finanzieren über diesen Weg ihre Sucht. Die Task Force geht hier verstärkt gegen die Freier vor, die rund um den Nordmarkt auf die Suche nach dem schnellen Sex gehen.

Beispiel Drogenhandel / Drogenkonsum: Die Task Force versucht in Sachen Drogenkonsum durch schiere Präsenz für Ordnung zu sorgen. So konnte sie in diesem Jahr zumindest den Drogenhandel auf den Spielplätzen in 850 Fällen zur Anzeige bringen.

Beispiel Problemimmobilien: Immer wieder kontrolliert die Task Force sogenannte „Problemimmobilien“. Die häufigsten Verstöße: unerlaubte Abfallablagerungen. 130 Problemhäuser gibt es aktuell in ganz Dortmund, allein 83 davon liegen im Stadtbezirk Innenstadt-Nord.

54 Beamte eingesetzt

Aktuell gibt es 48 Planstellen sowie 6 Leitstellen, insgesamt 54 Beamte sind also in dem Bezirk eingesetzt. „Die Präsenz zeigt ihre Wirkung“, sagte Diane Jägers stolz. „Die allermeisten Erwachsenen wissen, wie sie sich zu benehmen haben und die Kinder bekommen endlich wieder ihren Raum – wie zum Beispiel den Spielplatz. Das ist der Verdienst der Ordnungskräfte.“

Nicht zuletzt, würde die bloße Präsenz der Beamten bereits einiges erwirken, sagt Diane Jägers. Das scheint sich jedenfalls in den bloßen Zahlen widerzuspiegeln.

Seit 2012 ist die Zahl der Platzverweise in der Nordstadt deutlich angestiegen. 2012 sprachen die Ordnungshüter 2355 Platzverweise aus, 2016 (Stand 18. Dezember) waren es schon 3587. Hier ist die Präsenz der Task Force offenbar gut zu sehen. Gleicher Zuwachs bei den zur Anzeige gebrachten Ordnungswidrigkeiten. 2012 waren es 1289, in diesem Jahr schon 1937.

So sehen die weitere Zahlen aus der Task-Force-Statistik aus:

  • Strafanzeigen: 2012 (289) , 2016 (399)
  • Verwarngelder (ohne Verkehrsüberwachung): 2012 (1637), 2016 (1538)
  • Verwarngelder (nur Verkehrsüberwachung): 2012 (11.663), 2016 (3555)