Recklinghausen ermittelt

NRW-Innenminister Reul kündigt Konsequenzen nach tödlichem Taser-Einsatz in Dortmund an

Ein Mann ist am Mittwoch (19. Oktober) nach einem Polizeieinsatz in Dortmund-Dorstfeld verstorben. Die Polizei Recklinghausen ermittelt.

Update, Donnerstag (20. Oktober), 14.56 Uhr: Dortmund – Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eine gründliche Aufarbeitung des Vorfalls in Dortmund zugesagt. Die Ermittlungen stünden noch ganz am Anfang, sagte Reul im Innenausschuss des Landtags.

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„Polizei und Staatsanwaltschaft Zeit geben zum Ermitteln“ – Tasereinsatz in Dortmund ist Thema im Landtag

Einen ausführlicheren Bericht werde er in der Sitzung am kommenden Donnerstag abgeben, schreibt die DPA. Derzeit seien die Erkenntnisse noch zu dürftig. „Wir wollen der Polizei Recklinghausen und der Staatsanwaltschaft auch die Zeit geben, um zu ermitteln.“

In diesem Jahr habe es gut 250 Taser-Einsätze im Wachdienst bei der Polizei NRW gegeben, sagte Reul. In etwa 50 Fällen sei es zu einer Schussabgabe gekommen. Meistens habe schon die Androhung des Tasers gereicht. Aber auch solche Fälle würden als Einsatz registriert. Einen Todesfall habe es bislang noch nicht gegeben. Ob der Taser-Einsatz in diesem Fall zum Tod des Mannes beigetragen habe, werde abschließend noch geklärt.

Obduktionsergebnis: Verstorbener nach Tasereinsatz in Dortmund war herzkrank

Update, Donnerstag (19. Oktober), 17 Uhr: Der nach einem Polizeieinsatz in Dortmund-Dorstfeld gestorbene 44-Jährige war herzkrank. Das ergab die Obduktion des Leichnams, berichtet die DPA.

„Im Rahmen der heute durchgeführten Obduktion konnte eine Kausalität zwischen dem Einsatz des Distanzelektroimpulsgerätes und dem Todeseintritt nicht sicher festgestellt werden. Der Verstorbene hatte ein schwer vorerkranktes Herz“, hieß es in der Mitteilung. Zudem seien Spuren von erheblichen Alkoholkonsums gefunden worden. Weitere Untersuchen seien veranlasst worden.

Dortmunder Staatsanwalt bescheinigt Polizeibeamten einen „korrekten Einsatz“ in Dorstfeld

Update, Donnerstag (19. Oktober), 16.04 Uhr: Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) äußerte sich Staatsanwalt Henner Kruse zu dem Vorfall in Dorstfeld. Der 44-jährige Mann, der nach einem Polizeieinsatz am frühen Mittwochmorgen (19. Oktober) gestorben ist, werde zurzeit obduziert. Es müsse außerdem geklärt werden, ob der Mann ohne festen Wohnsitz unter Alkohol oder Drogeneinfluss gestanden habe.

Drei Polizeibeamte und eine Beamtin seien an dem Einsatz beteiligt gewesen, erläuterte Staatsanwalt Kruse. „Derzeit gibt es keinen Anfangsverdacht gegen einen von ihnen. Es sieht so aus, als wäre der Einsatz korrekt abgelaufen und die Beamten hätten sich richtig verhalten“, sagte Kruse gegenüber der DPA.

Update, Donnerstag (19. Oktober), 15.20 Uhr: Dortmund – Die Polizei Recklinghausen hat mittlerweile den Einsatz eines Tasers durch die Polizei Dortmund bestätigt. Die Beamten haben den Dortmunder Fall aus Neutralitätsgründen übernommen. „Wir sind in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Dortmund“, sagte eine Polizeisprecherin. „Danach können wir weitere Angaben machen“.

Zweiter tödlicher Polizeieinsatz in Dortmund – Taser im Einsatz

Zu dem Fall aus Dortmund werden nun immer mehr Details bekannt. So soll der Verstorbene bei dem Polizeieinsatz auch einen Passanten angegriffen haben, der wohl helfen wollte. Ob der Tod mit dem Taser-Einsatz in Zusammenhang steht, war zunächst unklar. Es wäre der erste Taser-Polizeieinsatz in Nordrhein-Westfalen, der in direktem Zusammenhang tödlich endet.

Die Elektroschock-Pistole war ein größeres Diskussionsthema während der Koalitionsverhandlungen nach der Landtagswahl vor Monaten in NRW. CDU und Grüne einigten sich letztlich darauf, die Geräte zunächst bis 2024 weiter zu testen und mit einer Bodycam zu koppeln. Sollten Bodycams eingeschaltet gewesen sein, dürfte es demnach Videos von dem nächtlichen Einsatz geben. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Für die Polizei Dortmund ist es der zweite tödlich verlaufene Einsatz binnen 73 Tagen. Am 8. August war ein 16 Jahre alter Flüchtling aus dem Senegal in Dortmund von einem Polizisten erschossen worden. Auch im Verlauf dieses Einsatzes waren Taser zum Einsatz gekommen.

Dortmund: Mann stirbt nach Polizeieinsatz in Dorstfeld

Update, Mittwoch (19. September), 12:03: Wie die Ruhr Nachrichten berichten, soll der Verstorbene laut Aussage eines Augenzeugen beim Eintreffen der Beamten auf den Polizeiwagen losgegangen sein.

Er habe anschließend auf die Windschutzscheibe des Wagens geschlagen und einen Polizisten überwältigt. Zudem habe der Mann versucht, mit dem Einsatzfahrzeug wegzufahren. Daraufhin soll er geteasert und aus dem Polizeiauto geholt worden sein. Warum der Mann letztendlich reanimiert werden musste, ist unklar.

Erstmeldung, Mittwoch (19. Oktober), 9:54 Uhr: Am Mittwochmorgen wurde die Polizei zu einem Einsatz in Dortmund-Dorstfeld gerufen. Grund: Ein Mann soll randaliert haben. Kurz nach dem Polizeieinsatz ist dieser verstorben.

Um 4:36 Uhr gab es einen Einsatz im Bereich Am Hartweg/Wittener Straße im Ortsteil Dortmund-Dorstfeld wegen eines Randalierers. Dabei soll es zu Widerstand vonseiten des Mannes gegen die Einsatzkräfte gekommen sein. Noch während des Einsatzes musste der Mann reanimiert werden. Wie es dazu gekommen ist? Unklar! Der Fall weckt Erinnerungen an den Tod eines 16-Jährigen, welcher ebenfalls nach einem Polizeieinsatz in Dortmund ums Leben kam.

Die Einsatzkräfte sollen umgehend mit der Reanimation begonnen haben, bevor ein Notarzt übernommen hat und der Mann ins Krankenhaus gebracht wurde. Dort verstarb er um 06:18 Uhr, wie aus einer Mitteilung der Polizei Dortmund hervorgeht. Nun ermittelt die Polizei Recklinghausen (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Die Polizei Dortmund teilt auf Twitter mit, dass sich der Verkehr am Ort des Geschehens massiv staut. Verkehrsteilnehmer werden demnach gebeten, den Bereich zu umfahren. Sowohl die Polizei Dortmund als auch die Polizei Recklinghausen bestätigten gegenüber RUHR24, die weiterführenden Ermittlungen. Mit DPA-Material.

Rubriklistenbild: © Dieter Menne/dpa

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