Pläne veröffentlicht: So sieht der 50-Millionen-Euro-Bau für Studenten am U-Turm aus

Zwischen FZW und U-Turm/Dortmunder U entstehen 500 Wohnungen für Studenten. Grafik: SSP AG Bochum
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Zwischen FZW und U-Turm/Dortmunder U entstehen 500 Wohnungen für Studenten. Grafik: SSP AG Bochum

Dortmund/NRW - 500 Wohnungen, 174 Tiefgaragenplätze, bis zu sechs Etagen - das sind die blanken Eckdaten für das neuste Bauprojekt zwischen FZW und U-Turm. Einziehen sollen in einigen Jahren Studenten, doch nicht jeder wird sich eine Wohnung in bester City-Lage leisten können. Wir stellen das Projekt näher vor.

500 Wohnungen, 174 Tiefgaragenplätze, bis zu sechs Etagen - das sind die blanken Eckdaten für das neuste Bauprojekt zwischen FZW und U-Turm. Einziehen sollen in einigen Jahren Studenten, doch nicht jeder wird sich eine Wohnung in bester City-Lage leisten können. Wir stellen das Projekt näher vor.

Da, wo Ende 2021 oder Anfang 2022 Studenten einziehen werden, fahren aktuell Skater umher. Sie haben sich auf der ehemaligen Betonwüste einen kleinen Skatepark eingerichtet. Der muss dann für die Studentenwohnungen weichen. "Bis zum Baubeginn werden wir eine Lösung finden", kündigt Planungsdezernent Ludger Wilde an. Und das kann noch ein bisschen dauern. Denn vor Anfang 2020 sollen keine Bagger auf dem Gelände im Schatten des U-Turms rollen. Nicht nur Studentenwohnungen sollen dort entstehen, sondern auch neue Bürogebäude im Schatten des Dortmunder U.

Unterdessen klingen die Pläne der Bochumer Architekten der SSP AG vielversprechend. 500 sogenannte Mikrowohnungen soll es in dem Gebäude geben. In der Tiefgarage planen sie 174 Stellplätze für Autos. Ob das den Parkdruck aus dem Unionviertel nimmt, ist aber fraglich. Dafür soll es rund ums Gelände viele Fahrradstellplätze geben, sagt der verantwortliche Architekt Thomas Schmidt. Und auch die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel ist am U-Turm exzellent.

Helle Backsteine, dunkle Applikationen

Äußerlich orientiert sich das Gebäude an seiner Umgebung – nur in umgekehrter Farbgebung. Während der U-Turm vorwiegen aus vielen braunen Backsteinen und hellen Applikationen an den Fenstern besteht, setzten die Architekten beim Studentenhaus auf eine sogenannte "inverse Lösung". Heißt: Sie nutzen vorwiegend helle Backsteine und dunkle Applikationen als Ergänzung.

Im Innern soll es dann Wohnungen geben, die um die 20 Quadratmeter groß sein sollen. Möglich ist es auch, einzelne Appartements miteinander zu verbinden, etwa als WG. Es gibt zwei Innenhöfe, die gärtnerisch gestaltet werden und Dachterrassen als Treffpunkt für die Bewohner. Draußen planen die Architekten eine öffentliche Kunst- und Baumallee, die den Blick vom FZW auf den U-Turm freigibt. Im Untergeschoss soll es künftig einen Fahrradladen, einen Kiosk sowie einen Bäcker geben. Einzige Zufahrtsstraße zum Gelände ist die Ritterstraße, die auch zum FZW führt.

50 Millionen Euro für Studentenhaus

Um das Projekt zu realisieren, nimmt Investor und Bauherr Ten Brinke rund 50 Millionen Euro in die Hand. Wie teuer die Appartements am Ende in der Vermietung kosten, ist bislang nicht klar. Aber: "Nicht jeder Student wird sich solch ein Appartement leisten können", kündigt Planungsdezernent Ludger Wilde an. Die Mietpreise jedenfalls würden denen des Studentenwerks keine Konkurrenz machen. Aber auch mit den "Luxus-Appartementents" für Studenten, die in den kommenden Jahren an der Kampstraße enstehen, will sich Investor Christian von Roda nicht vergleichen. "Die Mietpreise werden sich an Studierende und deren Budget richten", meint er und spricht von "marktgerechten Mietpreisen".

Ähnliche Töne erklingen über die Pläne rund um die Industriebrache der Kokerei Hansa in Dortmund - hier soll ebenfalls für zig Millionen ein neues Quartier mit Hansaplatz und Wolkenspielplatz entstehen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau kommt dabei regelrecht ins Schwärmen und spricht von einem "weltweit einmaligen Meilenstein", der die Stadt aber auch das ganze Ruhrgebiet entscheidend nach vorne bringen soll. 

Info: Das Bauprojekt zwischen U-Turm und FZW ist nicht das einzige für Studenten in Dortmund. Planungsdezernent Wilde schätzt, dass in den kommenden Jahren bis zu 1500 neue Wohnungen für Studenten auf den Markt kommen werden. Für richtige Entlastung auf dem angespannten Wohnungsmarkt wird aber auch das nicht viel bringen. Denn, so Wilde, "die Dortmunder Universität ist keine Pendler-Uni mehr, viele Studenten legen Wert darauf, da zu wohnen, wo sie studieren." Und so könnte es sein, dass das Studentenhaus am U-Turm nicht das letzte ist, was in Dortmund gebaut wird.