„SDP“ am 16. November, „Mando Diao“ am 21. November und „Kontra K“ am 27. November: Wenn es nach den Betreibern der Phoenixhalle geht, kann der Betrieb im kommenden Monat auf Phoenix West losgehen. Das Problem: Aktuell läuft eine Klage gegen die Stadt, es geht um Lärmschutz. Eine Entscheidung steht noch aus. Was ist Stand der Dinge, weniger als einen Monat vor dem ersten Konzert? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Wie weit sind die Arbeiten an der Phoenixhalle eigentlich?

Sie laufen „auf Hochtouren“, wie das FZW in einer öffentlichen Stellungnahme am Donnerstag (19. Oktober) verkündete. Das FZW? Ja, das FZW! Es veranstaltet viele Konzerte, die in der Phoenixhalle stattfinden, kann also für die Halle in Hörde sprechen. In dieser Woche soll die Abnahme der Technischen Gewerke durch die verantwortlichen Sachverständigen stattfinden.

Die Phoenixhalle auf Phoenix West will Mitte November 2017 ihren Betrieb starten. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Gab es an der Halle jemals einen Baustopp?

Nein, es gab und gibt keinen Baustopp an der Phoenixhalle. Die Arbeiten laufen seit Monaten nach Zeitplan, wie das FZW erklärt – auch wenn es aktuell zwei Klagen gegen die Stadt gibt. Hier geht es um den Lärmschutz. Die beiden Kläger befürchten unter anderem, der Abreiseverkehr nach Konzerten könnte Überhand nehmen.

Was ist der neueste Stand im Klageverfahren gegen die Stadt?

Zuletzt gab es eine Ortsbegehung durch das Oberverwaltungsgericht (OVG). „Dort versucht man dann in der Regel auch, die Sache außergerichtlich zu klären“, sagte OVG-Sprecher Ulrich Lau gegenüber Dortmund24. Allerdings sei es dort zu keiner Einigung gekommen. Ein OVG-Mitarbeiter habe sich bei dem Termin am 12. Oktober einen Überblick verschafft, Fotos gemacht. Das diene dann als Grundlage für das Urteil des Oberverwaltungsgerichts. Wann das kommt, steht noch nicht fest.

Zwischen der Phoenixhalle und dem Bahnhof Hörde soll künftig vor und nach Veranstaltungen ein Shuttle-Bus verkehren. Und nein, der 442er (hier im Bild zu sehen) fährt keinen Umweg. Foto: Jörg Schimmel

Worum geht es eigentlich bei den Klagen gegen die Stadt?

Es geht um die Baugenehmigung der Stadt für die Errichtung der Phoenixhalle. Anwohner der Hochhofenstraße, unter anderem eine 16-köpfige Mietergemeinschaft, halten sie für mangelhaft, fürchten Lärmbelästigung durch an- oder abreisende Konzertbesucher.

Welche Schallschutzmaßnahmen gibt es beim Bau der Phoenixhalle?

Um Lärm von Passanten und Autos zu vermeiden, gibt es in der Baugenehmigung die Auflage, einen Busshuttle im 15-Minuten-Takt zwischen der Halle und dem Bahnhof Hörde einzurichten. Dieser würde Besucher 75 Minuten vor und 60 Minuten nach Veranstaltungen zum Bahnhof Hörde bringen. So will die Stadt Autoverkehr zur Halle vermeiden.

Der Autoverkehr würde laut Prognosen der Stadt wohl in großen Teilen in Richtung B54 führen. Die klagenden Anwohner der Hochofenstraße wären davon also nicht betroffen. Doch auch in Richtung B236 ist An- und Abreiseverkehr nicht ausgeschlossen – und damit direkt entlang der Hochofenstraße.

Was den Lärm durch Verladetätigkeiten in der Nacht betrifft, sieht sich die Stadt auf der sicheren Seite. Eine sogenannte „Geräuschimmissionsprognose“ habe ergeben, dass der Maximalwert zur nächsten Wohnbebauung unterschritten werde. Für die Halle selbst sind in der Baugenehmigung Schallschutzmaßnahmen verankert. Eine Schallschleuse am Eingang, Isolierverglasung, Schallschutzplatten am Dach und Türen mit Schalldämmung sind vorgesehen.

Der Verkehr rund um die Phoenixhalle wird sich künftig verstärken, wenn die ersten Konzerte veranstaltet werden. Foto: Malin Schneider/Dortmund24

Gibt es eine Nutzungserlaubnis für die Phoenixhalle?

Solange die Verfahren zwischen Kläger und Stadt nicht abgeschlossen sind, gibt es auch keine Nutzungserlaubnis für die Phoenixhalle. „Bis zum ersten Konzert Mitte November wird der Fall aber geklärt sein“, kündigt OVG-Sprecher Ulrich Lau gegenüber Dortmund24 an. Die Betreiber der Halle, das Musikunternehmen Four Artists, zeigt sich aber zuversichtlich. „Ich bin Optimist. In meinem Naturell und schon deshalb, weil sonst die letzten fünf Jahre umsonst gewesen wären“, sagte Geschäftsführer Alexander Richter jüngst den Ruhr Nachrichten. Man sei von der Klage der Anwohner überrascht worden. Am am Ende, so Richter, bedeute das nur, dass man mehr Gespräche führen müsse.

Was soll in der Halle stattfinden, und wie groß wird das Ganze?

Geplant sind Konzerte und andere Musikveranstaltungen mit bis zu 3600 Personen zwischen 19 und 24 Uhr. Sogenannte Verladetätigkeiten nach Veranstaltungen sollen zwischen 24 und 2 Uhr durchgeführt werden. Gelegentlich soll es Ausstellungen und Messen mit 500 bis 1000 Personen geben. Neben der Halle, an der Konrad-Zuse-Straße, entsteht ein Parkplatz mit etwa 330 Parkplätzen. Künftig könnte hier sogar ein ganzes Parkhaus entstehen.

Das sind die ersten Konzerttermine in der Phoenixhalle: 16. November 2017 SDP (ausverkauft), 21. November 2017 Mando Diao, RAZZ, 27. November 2017 Kontra K, 15. Dezember 2017 Fritz Kalkbrenner, 21. Februar 2018 Milky Chance, 3. März 2018 Feine Sahne Fischfilet, 11. März 2018 Marteria, 21. März 2018 Wanda.