Anwohner sind genervt vom Lärm

"Öffnungszeiten" für den Phoenix See in Dortmund: FDP fordert drastische Maßnahmen

Die FDP in Dortmund hat Pläne für den Phoenix See.
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Die FDP in Dortmund hat Pläne für den Phoenix See.

Am Phoenix See in Dortmund gibt es ständig Ärger - es geht um Lärm. Jetzt will eine FDP-Politikerin drastische Maßnahmen durchsetzen.

  • Anwohner am Phoenix See in Dortmund sind mit den Nerven am Ende.
  • Aktivitäten, die sich in die Nachtstunden verlagern, rauben den Bewohnern den Schlaf.
  • Lärm und ständige Polizei-Einsätze sollen laut einer FDP-Politikerin aber kein Dauerzustand werden.

Dortmund - Ob feiernde Jugendliche, grillende Familien, freche Radler oder laute Auto-Poser: Es gibt wenig, was am Phoenix See in Dortmund nicht für Ärger sorgt.

Ort

Phoenix See

Länge

1,23 Kilometer

Fläche

24 Hektar

Mittlere Tiefe

2,8 Meter

Maximale Tiefe

4,8 Meter

Breite

310 Meter

Während der See im Süden der Stadt durchaus als Freizeitgebiet gedacht ist, ist er gleichzeitig auch ein Wohngebiet. Die Grundstückspreise und Mieten gehören hier zu den höchsten in Dortmund.

Phoenix See Dortmund: Anwohner klagen über Lärm

Nur: Die Ruhe am See genießen können die oft wohlhabenden Einwohner nur selten. Vor allem in den Nachtstunden klagen Bewohner über LärmWaren es zuletzt Auto-Poser, die sich den See inzwischen als Treffpunkt auserkoren und zuletzt für Ärger gesorgt haben, sind es nun E-Scooter-Fahrer.

"Dauerklingelnd und johlend", so die Schilderungen der Anwohner, sollen die Scooter-Fahrer bis in die frühen Morgenstunden um den Phoenix See fahren. 

FDP will nächtliche Beschränkung am Phoenix See

"Hier muss eine dringende nächtliche Beschränkung der Nutzung und eine Erweiterung in der Seesatzung her", meint Antje Joest, stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende und sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Bürgerdienste, öffentliche Ordnung, Anregungen und Beschwerden.

Antje Joest ist stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP Dortmund und sachkundige Bürgerin im Ratsausschuss für Bürgerdienste.

Den Anwohnern, so Joest, sei durchaus klar, dass der Phoenix See ein Ausflugsziel sei. Zuletzt sei die Situation vor Ort aber eskaliert. Der Corona-Lockdown und die damit einhergehende Langeweile dürfte dabei eine Rolle gespielt haben. Die Nerven lagen kürzlich sogar so blank, dass Anwohner des Phoenix Sees begannen, Störenfriede mit Eiern zu bewerfen.

Phoenix See: Polizei Dortmund führt Kontrollen durch

Erst am vergangenen Wochenende (19. und 20. Juni) etwa kontrollierte die Polizei am See 440 Personen, die sich vor allem gegen Mitternacht an der Phoenixseestraße eingefunden hatten - in diesem Fall sogenannte Auto-Poser. Zwischenzeitlich kam es zur Sperrung der Straße. 138 Menschen erhielten einen Platzverweis, zwei wurden sogar in Gewahrsam genommen.

Dauernde Polizeieinsätze statt romantisches Mondscheinleuchten über dem See? Für die Anwohner soll die aktuelle Situation kein Dauerzustand werden.

FDP will Gesamtkonzept am Phoenix See in Dortmund

"Wir brauchen ein Gesamtkonzept für den Publikumsverkehr und zur Sicherung der Nachtruhe der Anwohner", fordert FDP-Frau Joest, die einen ganzen Ideenkatalog im Kopf hat.

Video: Streit um E-Scooter: Fahrer zu unsicher und rücksichtslos?

Der sieht etwa Einbahnstraßen, Sackgassen und temporäre Anwohnerparkplätze vor. Außerdem sollten die Phoenixseestraße und die Straße "An den Emscherauen" laut FDP nachts und am Wochenende zu Anliegerstraßen deklariert werden. Ähnliche Pläne trug die CDU-Fraktion in Dortmund-Hörde bereits vor.

Dortmund: FDP will Satzung des Phoenix Sees verändern

Auch an die Seesatzung will die FDP Hand anlegen - etwa was die Öffnungszeiten betrifft. So wollen die Liberalen Ruhezeiten und Benutzungsverbote von Wiesen, Stege und Bänke einführen. Wochentags soll das nach 22 Uhr der Fall sein, an Wochenenden nach 23 Uhr. Zu denselben Zeiten sollen die Vermieter von E-Scootern ihre Fahrgeräte für die Nutzung am See blockieren - etwa durch entsprechenden Updates. Entsprechende Anträge wurden am 16. Juni im Ausschuss für Bürgerdienste gestellt.

Dortmunder FDP: Psychologische Tricks am See sollen helfen

Die FDP will zudem mit psychologischen Tricks arbeiten und sogenannte "Positivschilder" aufstellen lassen. "Danke für das Einhalten der Nachtruhe" soll da dann draufstehen. Vielen jungen und nicht ganz so jungen Besuchern sei vermutlich gar nicht richtig bewusst, dass es störend ist, wenn nachts gefeiert wird, mein Antje Joest.