PCB-Werte in der Luft erhöht

Krebserregende Substanz in Stadtteil von Dortmund festgestellt: Stadt warnt vor Verzehr von Gemüse

Die Stadt Dortmund warnt derzeit aufgrund von erhöhtem PCB-Werten in einem Stadtteil vor dem Verzehr von bestimmten Gemüsesorten. 
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Die Stadt Dortmund warnt derzeit aufgrund von erhöhtem PCB-Werten in einem Stadtteil vor dem Verzehr von bestimmten Gemüsesorten. 

Die Stadt Dortmund warnt derzeit vor PCB-Werten in einem Stadtteil. Diese können krebserregend sein. Warum man jetzt auf Gemüse verzichten sollte. 

  • Im Umfeld eines Dortmunder Kunststoffherstellers wurden erhöhte PCB-Werte festgestellt. 
  • Diese sind in hoher Konzentration giftig und krebserregend
  • Aufgrund des PCB-Vorkommens in einem Dortmunder Stadtteil sollten Anwohner nun auf Gemüse verzichten

Dortmund - Selbstangebautes Gemüse schmeckt lecker und ist gesund. Nicht jedoch in einem Dortmunder Stadtteil, wo nun erhöhte PCB-Werte an Löwenzahn-Pflanzen festgestellt wurden. PCB kann in hoher Konzentration krebserregend sein. Das teilte die Stadt Dortmund am Freitag (5. Juni) mit. 

Stadt

Dortmund

Fläche

280,7 km²

Metropolregion

7.268 km²

Bevölkerung

603.609 (Stand 2019)

Erhöhte PCB-Werte in Dortmund-Körne: Substanz kann giftig und krebserregend sein

Die Messungen der Pflanzen wurden im Umfeld des Kunststoffherstellers M+S Silicon GmbH & Co KG im Stadtteil Körne durchgeführt. Anlass dazu war das Austreten von mit PCB belasteten Flocken Ende 2019 bei einem ähnlichen Unternehmen in Ennepetal

PCB ist die Kurzform für Polychlorierte Biphenile. Dabei handelt es sich um giftige und krebsauslösende Chlorverbindungen, die beim Herstellungsprozess von Silikon entstehen und durch die Kamine der Fabriken in die Luft ausgestoßen werden können. So ist es nun auch in Dortmund geschehen. 

PCB in Dortmunder Luft - wie giftig ist PCB für Dortmunder Bürger?

Grund zur Panik besteht jedoch nicht. Wie die Stadt Dortmund mitteilte ist das giftige PCB in Körne zwar in die Luft gelangt - soll aber aufgrund der Wetterlage dort stark bis sehr stark "verdünnt" worden sein, sodass ein Risiko durch direktes Einatmen unwahrscheinlich ist.

Da die Schadstoffe über die Luft verbreitet werden, sammeln sie sich jedoch in der Regel auf Blättern an. Daher reichern beispielsweise Grünkohl und andere Blattgemüse Luftschadstoffe besonders gut an.

PCB-Ausstoß in Dortmund - auf welche Gemüsesorten sollte verzichtet werden?

Aus diesem Grund warnt die Stadt Dortmund Menschen, die im direkten Umfeld des Kunststoffherstellers M+S Silicon leben oder eine Kleingartenanlage besitzen, vor dem Verzehr von dort selbst angebautem Gemüse

Konkret verzichtet werden sollte vorsorglich vor allem auf großblättriges Gemüse wie Grünkohl, Mangold, Spinat, Pflücksalat, Feldsalat, Rucola, Rübstiel, Staudensellerie und Kräuter in größeren Mengen.

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Erhöhte PCB-Werte in Dortmund - diese Anwohner sind betroffen 

Früchte und Gemüse, die sich gut waschen oder schälen lassen, wie beispielsweise Tomaten, Salatgurken, Äpfel oder Birnen können ohne Risiko gegessen werden. Auch Kopfsalat, Weiß- und Rotkohl sowie Blumenkohl sind laut der Stadt Dortmund kein Problem. Ebenfalls ohne Bedenken kann man Wurzel- und Knollengemüse (Möhren, Radieschen oder Kartoffeln) aus Eigenanbau auf den Tisch bringen.

Der rot eingezeichnete Bereich im Dortmunder Stadtteil Körne gilt als besonders vom PCB-Ausstoß des Kunststoffherstellers M+S Silicon betroffen.

Betroffen von den Empfehlungen sind vor allem die Pächter von vier Kleingartenanlagen rund um das Gewerbegebiet in Körne (GV Lenteninsel, GV Schwarzer Kamp, GV Nord-Ost, GV Frohes Schaffen) mit insgesamt rund 550 Parzellen – außerdem Pächter von Grabeland-Grundstücken sowie einzelne Gärten mit Nutzpflanzenanbau im angrenzenden Wohngebiet.

Bei gekauftem Gemüse und Obst gibt es zudem diese Regeln, ob es im Kühlschrank oder draußen gelagert werden sollte, damit es länger hält.

Schädliches PCB in Dortmunder Luft - hier gibt es mehr Informationen 

Inwieweit die Dortmunder PCB-Werte einen Einfluss auf die Gesundheit haben, soll noch ermittelt werden. Der Kunststoffhersteller M+S Silicon hat außerdem bereits damit begonnen, seine Produktion umzustellen, um den weiteren Austritt von PCB zu verhindern. 

Wer sich weiter über denPCB-Ausstoß in Dortmund-Körne informieren möchte, kann dies auf der von der Stadt Dortmund extra eingerichteten Homepage tun: pcb-koerne.dortmund.de. Außerdem bieten die PCB-Bürgertelefone beim Gesundheitsamt (0231/5023 543 oder 0231/5023 593) und beim Umweltamt (0231/5022 603) Antworten auf aufkommende Fragen an.

Wir haben die Karte des betroffenen Bereichs der PCB-Belastung aktualisiert.

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