Bild: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund hat seinen ersten Neid-Parkplatz für E-Autos! Warum er so genannt wird? Er soll Autofahrer mit Diesel oder Benzinern neidisch machen. Das ist nicht die einzige Maßnahme der Stadt zugunsten der E-Mobilität.

Dortmund – Oben das große, weiße „P“ auf blauem Grund, unten das Symbol eines Autos mit einem symbolisierten Stromstecker. Voilà: Das ist Dortmunds erster exklusiver Parkplatz nur für Elektroautos. Anders als die schon 94 öffentlichen Parkplätze in Dortmund, an denen Besitzer von Elektroautos ihr Fahrzeug aufladen und parken können, gibt es an diesem speziellen Parkplatz in der Innenstadt keine Tanksäule. Aber dafür dürfen E-Autos hier 24 Stunden stehen – kostenlos!

Namen für Parkplatz gefunden

Die Stadt hat für diesen Parkplatz schon einen einprägsamen Namen gefunden: Neid-Parkplatz. „Wir spielen hier mit dem Neidfaktor, damit er die Menschen nach und nach dazu bringt, auf Elektroautos umzusteigen“, sagt Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl.

Ein Parkplatz für E-Autos
Die Stadt Dortmund hat an der Betenstraße einen neuen Parkplatz nur für E-Autos eingerichtet. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Den ersten Parkplatz dieser Art hat die Stadt jetzt auf der Betenstraße eingerichtet. Zentraler geht es kaum. Zum Westenhellweg sind es vom Parkplatz nur 200 Meter, Hansa- und Friedensplatz quasi in Spuckweite. Dass das einige Fahrer von Autos mit Verbrennungsmotor nerven könnte, hat die Stadt eingeplant: „Es wird nicht nur Begeisterung geben“, sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau, „erst recht nicht, wenn hier die ersten unrechtmäßig abgestellten Autos abgeschleppt werden.“

Stadt schafft Rechtsgrundlage

Denn mit der offiziellen Beschilderung schafft die Stadt eine wichtige Rechtsgrundlage. Bisher gab es für die Stadt keine Möglichkeit, Falschparker zu bestrafen. Das hat sich mit Inkraftreten des Elektromobilitätsgesetztes und der neuen Beschilderung geändert.

Ein Parkplatz für E-Autos
Die Stadt Dortmund hat an der Betenstraße einen neuen Parkplatz nur für E-Autos eingerichtet. Im Bild (v.l.): Friedrich Fuß (stellvertretender Bezirksbürgermeister Innenstadt-West), Ralf Stolze (Bezirksbürgermeister Innenstadt-West), Tiefbauamtsleiterin Sylvia Uehlendahl und Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Mit dem E-Auto-Parkplatz an der Betenstraße startet die Stadt eine regelrechte Elektro-Offensive. 18 weitere solcher Parkplätze sollen in nächster Zeit in Dortmund entstehen. Die meisten davon innerhalb des Wallrings. Sobald es größeren Bedarf gibt, will die Stadt weitere Parkplätze dieser Art einrichten. Bisher gibt es nämlich nur um die 220 E-Autos in der Stadt, sagt Stadtsprecherin Heike Thelen. Mehr als zehn Prozent davon gehören der Stadt selbst.

Weitere Privilegien für E-Autos

Außerdem schafft die Stadt weitere Privilegien für E-Auto-Fahrer. So dürfen diese nun die Busspuren an der Benninghofer Straße und auf der Wittbräucker Straße benutzen.

Mit ihrem Einsatz für die Elektromobilität schielt die Stadt auf ihr großes Ziel: In den nächsten Jahren soll die Innenstadt emissionsfrei sein, sprich ohne Verkehr auskommen, der Abgase produziert. Im Raum steht seit einiger Zeit auch ein Durchfahrverbot für LKW über die B1.

Die Stadt selbst hat 30 Prozent ihres Fuhrparks (26 Fahrzeuge) auf elektro umgestellt und strebt künftig eine Quote von 80 Prozent an. Ullrich Sierau: „Wir gehen das Thema E-Mobilität peu a peu an.“