Bild: Daniele Giustolisi/Dortmund24

Das Parken im Dortmunder Kreuzviertel ist schon lange für viele der blanke Horror. Um das Parkchaos zu beenden, will die Stadt Dortmund jetzt verschiedene Maßnahmen ergreifen.

  • Die Stadt Dortmund wirft im Kreuzviertel einen Blick auf die Garagen.
  • Eine Umwidmung könnte das Parkchaos künftig mindern.
  • Nur viele Maßnahmen, so die Stadt, würden das Parken im Viertel angenehmer machen.

Wer abends mit dem Auto zurück nach Hause, ins Kreuzviertel, fährt, der muss entweder drei Stoßgebete gen Himmel schicken, viel Sprit für die Parkplatzsuche im Tank haben oder im Besitz einer Garage oder eines Stellplatzes sein. Anders ist im Kreuzviertel in der Regel kein Parkplatz zu bekommen.

Anwohner im Kreuzviertel sind Hauptgrund für Parkchaos

Das Parkchaos hat viele Gründe. Die Stadt Dortmund sieht die räumliche Enge und die Anzahl der dort zugelassenen Autos als Hauptgrund. Hinzu kommt der zusätzliche Verkehr durch Besucher der örtlichen Gastronomie. Aber – und das betont die Stadt – für den Parkdruck seien vor allem die Anwohner verantwortlich.

Unterwegs im Kreuzviertel: Die Arneckestraße im Dezember 2017. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
Die Arneckestraße im Kreuzviertel ist kein angenehmer Ort zum Parken. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Diese werden in ihrer Not erfinderisch – auch illegal, wenn es sein muss. Die Große Heimstraße muss der Verkehr im Slalom durchfahren, weil viele Autofahrer ihre Fahrzeuge zwischen den Parkboxen an die Bäume stellen.

Was also tun? Einer „Bewohnerparkzone Kreuzviertel“ hatte die Stadt bereits 2015 eine Absage verteilt. Denn – wie gesagt – das Problem sind nicht auswärtige Parker, sondern die Kreuzviertler.

Parken könnte künftig noch schwieriger werden

Und Platz für neue Parkplätze ist schlicht nicht mehr da. Tatsächlich ist es sogar so, dass künftig sogar Parkplätze wegfallen könnten – etwa auf der Sonnenstraße – wenn der Radschnellweg 1 (RS1) fertig ist. Auch für den Bau ganzer Garagen fürs Quartier sieht die Stadt keine Spielräume. Kein Wunder, dass Privatiers inzwischen sogar eine App entwickelt haben, mit der Anwohner ihre tagsüber freien Parkplätze vermieten können.

Dennoch sieht die Stadt Potenzial zur Schaffung von Parkplätzen im Kreuzviertel. Zum Einen denkt die Stadt über die „Rückgewinnung bestehender Garagen“ nach. 600 Garagen im Kreuzviertel würden aktuell 120 Abstellplätze blockieren. Die Stadt will entsprechende Garagen durch „geeignete Maßnahmen“ zurückgewinnen. Welche das sind, lässt sie bislang offen.

Die Schillingstraße im Kreuzviertel. Foto: Daniele Giustolisi/Dortmund24
So wie hier auf der Schillingstraße herrscht im gesamten Viertel Parkchaos. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Eine weitere Lösung könnte die Umwidmung von Garagen in sogenannte „Doppelstockparker“ sein. Hier sieht die Verwaltung ein Potential von 150 bis 200 Stellplätzen.

Parkplätze an der Westfalenhalle sollen frei gemacht werden

Zudem könnten künftig möglicherweise Parkplätze an den Westfalenhallen für Anwohner des Kreuzviertels nutzbar gemacht werden. Wie viele das sind, steht bislang nicht fest.

Keine neuen Parkplätze, dafür aber mehr Sicherheit in den Straßen den Kreuzviertels, sollen zudem verstärkte Kontrollen bringen.

Am wichtigsten aber könnte sich jene Maßnahme herausstellen, die die Stadt nur als „mittel- bis langfristige Lösung“ sieht: Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Änderung des individuellen Mobilitätsverhaltens und der Nahmobilität. Heißt: Mehr Menschen aus dem Kreuzviertel sollten künftig mehr Bus, Bahn und Fahrrad fahren, dann gäbe es auch kein Parkchaos.