OWIIIa: CDU freut sich über Zusage für Schnellstraße, Linke sprechen von "Mittelalter"

Die Mallinckrodtstraße ist an dieser Stelle bereits als OWIIIa ausgebaut. Im Osten Dortmunds pocht die CDU auf den Ausbau. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Die Mallinckrodtstraße ist an dieser Stelle bereits als OWIIIa ausgebaut. Im Osten Dortmunds pocht die CDU auf den Ausbau. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Für den umstrittenen Weiterbau der OWIIIa hat die CDU in Dortmund eine Zusage des NRW-Verkehrsminsiter. Die Linken bezeichnen die Pläne als Mittelalter.

Seit Jahren gibt es Streit um den Weiterbau der OWIIIa durch Dortmund. Während die Schnellstraße im Westen der Stadt autobahnähnlich ausgebaut ist, endet sie im Osten vor den Feldern von Asseln. Das könnte sich künftig ändern.

Wie die CDU kürzlich verkündete, gäbe es "gute Botschaften für die vom Verkehr leidgeplagten Bewohner des Hellwegs im Dortmunder Nord-Osten."

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) habe in einen Brief an den CDU-Kreisvorsitzenden Steffen Kanitz mitgeteilt, dass der Weiterbau der OWIIIa vom Dortmunder Osten in Richtung Autobahn A1 möglichst noch in dieser Legislaturperiode angegangen werden solle.

CDU will Weiterbau von OWIIIa auch wegen der Anwohner

Konkret geht es um den Weiterbau der Schnellstraße am Ende der Brackeler Straße ab Asseln über Unna bis nach Kamen. Die CDU fordert den Weiterbau der Straße, um Anwohner in Brackel, Asseln und Kurl von aktuellen Durchgangsverkehr zu entlasten.

Auch die Entwicklung des Geländes der Westfalenhütte mit Ansiedlung der Lager von Amazon, Decathlon und Co. mache den Ausbau der OWIIIa laut CDU notwenig.

Was wiederum die Linken/Piraten im Rat der Stadt auf die Palme treibt. „Anders als bislang für die Öffentlichkeit dargestellt, geht es eben nicht um eine Entlastung des Wickeder Hellweges, sondern um die Etablierung einer weiteren mautfreien Lkw-Trasse für die Logistik-Lkw quer durch die letzten ökologisch bedeutsamen Freiräume in Dortmund“, kritisiert das Wickeder Ratsmitglied Utz Kowalewski von der Fraktion Linke/Piraten.

Angst vor Zerstörung der Natur

Kritiker des Ausbaus, unter anderem die Grünen in Dortmund, fürchten zum Beispiel die Zerstörung des Naturschutzgebietes "Wickeder Ostholz" und der Freiräume nördlich von Asseln und Wickede als Naherholungs-, Freizeit- und Sportgebiet. Außerdem, so ein weiters Argument, würden mehr Straßen auch mehr Verkehr produzieren - was im Umkehrschluss den Menschen und der Natur schade.

Kowalewski spricht im Zusammenhang der CDU-Pläne von "verkehrspolitischem Mittelalter". Der Fraktionssprecher: "Die ursprüngliche Planung dieser Straße stammt ja auch aus der Zeit der Weimarer Republik."

"Verkehr lieber auf die Schiene"

Die Verkehrspolitik habe sich weiterentwickelt. Lkw-Verkehre gehörten laut Kowalewski nicht vorzugsweise an Wohngebieten entlang geführt, so wie die OWIIIa-Planung das wolle, sondern auf den Autobahnring. "Oder noch besser leitet man solche Verkehre gar nicht auf die Straße, sondern auf die Schiene mit Hilfe der von den Stadtwerken eigens betriebenen Containerterminals."

Argumente, die Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Wüst aktuell nicht sonderlich zu interessieren scheinen. Mehrere Abschnitte für den Weiterbau der OWIIIa seien bereits in den Landesstraßenbedarfsplan aufgenommen, bestätigt die CDU-Fraktion in Dortmund.

Rot-Grüne Regierung verhinderte Bau

Der Bau der Schnellstraße war in der Vergangenheit trotz der Zustimmung der beteiligten Städte nicht umgesetzt worden, da sich die ehemalige rot-grüne Landesregierung finanziell nicht an den Kosten beteiligen wollte.

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"Jetzt liegt der Ball im Feld der Stadt Dortmund. Der Oberbürgermeister als großer Freund des Weiterbaus bleibt nun aufgefordert, die notwendigen personellen Kapazitäten zeitnah zur Verfügung zu stellen“, meint CDU-Kreisvorsitzender Steffen Kanitz.