ASB appelliert an Bürger

Kälte-Alarm! Obdachlosen in Dortmund droht der Tod - Organisation gibt Bürgern wichtige Tipps

Noch gibt es keine Minusgrade, aber schon die derzeit niedrigen Temperaturen reichen, damit Obdachlosen der Kältetod droht. Das könnte laut dem Arbeiter-Samariter-Bund in Dortmund jedoch oft vermieden werden - wenn die Bürger aufmerksam wären.

  • Mit sinkenden Temperaturen im Winter steigt die Gefahr, dass Obdachlose erfrieren.
  • Der Arbeiter-Samariter-Bund in Dortmund bittet daher die Bürger um Mithilfe.
  • In Dortmund ist außerdem ein Wärmebus unterwegs.

Im Winter droht für Obdachlose in Dortmund der Kältetod

Auch wenn es draußen noch keine Minusgrade gibt, fangen wir bei den aktuellen Temperaturen nach einiger Zeit an der frischen Luft dennoch an zu frieren. Die meisten von uns können dann wieder ins traute Heim und in die mollige Wärme - Obdachlose jedoch nicht. Ihnen droht daher im Winter häufig der Kältetod.

Und dafür muss es noch nicht einmal Minusgrade haben, berichtet der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Dortmund. Auch bei wärmeren Temperaturen über dem Gefrierpunkt ist man im Winter nach wenigen Stunden im Freien stark unterkühlt. "Und dann wird es gefährlich", sagt Dennis Bedner, Leiter Breitenausbildung beim ASB Dortmund. Besonders gefährdet sind eben Obdachlose oder Menschen, die unter starkem Alkohol- oder Drogeneinfluss draußen in der Kälte einschlafen.

Kältetod bei Obdachlosen vermeiden: ASB Dortmund richtet Appell an Bürger

Denn sie können eben nicht zurück ins Warme, sie sind der Kälte meist schutzlos ausgeliefert. Allein im vergangenen Winter starben laut der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe zwölf Obdachlose den Kältetod. Das könnte vermieden werden, sagt der ASB in Dortmund. Und dazu bräuchte es nur ein klein wenig Aufmerksamkeit der Bürger.

Denn bekommen unterkühlte Personen schnellstmöglich Hilfe, kann schlimmeres und sogar der Kältetod verhindert werden. Andernfalls werden sie durch die Unterkühlung bewusstlos und es droht das Erfrieren. Deshalb bittet die Hilfsorganisation die Bürger mit besonders wachsamen Augen durch den Winter zu gehen.

Diesen Rat hat ein Security-Mitarbeiter der Sparkasse in Recklinghausen nicht befolgt und eine Obdachlose offenbar mit Kot überschüttet.

ASB Dortmund: Zivilcourage kann so einfach sein

Das Schlimmste, was man jetzt machen könne, sei Wegsehen. Deshalb, so der ASB Dortmund, solle jeder Bürger, dem eine in der Kälte liegende Person oder ein schlafender Obdachloser im Winter auffalle, reagieren. "Einfach kurz hingehen und denjenigen laut ansprechen. Reagiert die Person nicht, sollte man es mit einem sanften Rütteln an der Schulter versuchen und die Person aufzuwecken", so Bedner. Zivilcourage kann nämlich so einfach sein - und in dem Fall sogar Leben retten.

Aber was tun, wenn der Obdachlose nicht reagiert oder man sich unsicher ist, was zu tun ist? Dann immer die 112 anrufen, einen Notruf absetzen und den Rettungskräften die Situation schildern. Am besten wartet man noch vor Ort, bis diese auch eintreffen. Und die wissen dann auch, was zu tun ist. "Nur wer nichts macht, macht etwas falsch", sagt der Mitarbeiter des Arbeiter-Samariter-Bundes aus Dortmund.

Hilfe im Winter für Obdachlose in Dortmund

Allein in Dortmund soll es laut dem Sozialministerium NRW rund 1400 Wohnungslose geben, in ganz NRW etwa 44.500. Das gab Sozialminister Karl-Josef Laumann im Juni dieses Jahres bekannt. Doch es gibt bereits viele Initiativen, die versuchen den Menschen, die keinen feste Unterkunft in der kalten Jahreszeit haben, zu helfen. Die Kaffee-Kette Gloria Jean's Coffees, die eine Filiale auf der Kleppingstraße in der City hat, bietet sogar kostenloses Essen und Trinken für bedürftige an.

Dazu gehört zum Beispiel der Dortmunder Wärmebus, ein Projekt von Maltesern, Stadtkirche und Johannes-Gesellschaft. Dieser ist bereits seit dem ersten Sonntag im November (3. November) wieder dreimal die Woche unterwegs. RUHR24 hat in der letzten Wintersaison den Bus bei einer Fahrt begleitet und erlebte mit, wie Ehrenamtliche warmen Eintopf und wärmende Getränke verteilen. Sie geben aber auch Handschuhe, Decken, Schlafsäcke und Isomatten an die Obdachlosen aus. 

Und auch hier geht wieder der Appell an die Bürger: Die Helfer sind auf Spenden angewiesen und bitten deshalb die Bürger in Dortmund um Mithilfe.

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