„Endlich ein Zuhause“

NRW: Land befragt für neues Vorhaben Obdachlose in Dortmund

Das Land NRW plant, mehr für Obdachlose zu tun. Hierfür wurde vor einem knappen Jahr eine Befragung in Dortmund durchgeführt.

Dortmund – Mehr als 5000 Menschen sind zurzeit in NRW ohne eigene Wohnung – die Dunkelziffer ist vermutlich deutlich höher. Das Land NRW plant den Menschen mehr unter die Arme zu greifen und hat deshalb eine Befragung in Auftrag gegeben.

Bundesland Nordrhein Westfalen
StadtDortmund
ThemaObdachlosenhilfe

NRW: Hilfsprojekte im Ruhrgebiet profitieren von Landesinitiative

„Endlich ein Zuhause“ heißt die Initiative vom Land, mit dem Ziel, Menschen ohne Wohnung mehr zu helfen. 22 Hilfsprojekte werden durch die Initiative finanziell unterstützt. Um noch besser zu verstehen, wie es den Obdachlosen im Land geht und welche Hilfe sie benötigen, hat NRW eine Umfrage in Auftrag gegeben.

Unterstützung für Obdachlose in NRW: Forschungsinstitut befragt Obdachlose in Dortmund

Die Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung hat die Umfrage bei Obdachlosen im Juli 2021 durchgeführt. 2.000 Menschen haben an der Studie teilgenommen u. a. auch in Dortmund und Münster.

Zu dem Projekt hat sich auch Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) geäußert: „Mit der Landesinitiative ‚Endlich ein Zuhause‘ stellen wir uns dem Thema Wohnungs- und Obdachlosigkeit in seiner ganzen Breite. Wohnungslosigkeit findet nicht nur auf der Straße statt. Viele wohnungslose Menschen leben beispielsweise in verdeckter Wohnungslosigkeit bei Angehörigen und Bekannten. Sie werden von der Wohnungslosenstatistik nicht vollständig erfasst, da sie oftmals auch keinen Kontakt zum Hilfesystem haben. Daher leistet die Studie einen wichtigen Beitrag für die Sozialpolitik in Nordrhein-Westfalen.“

Obdachlosigkeit im Ruhrgebiet: Das sind die Ergebnisse der Umfrage in NRW

Die Studie über Obdachlosigkeit in NRW kommt zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der befragten Personen komplett obdachlos sind, was bedeutet, dass sie auf der Straße oder in öffentlichen Einrichtungen schlafen. 40 Prozent der Studienteilnehmer leben in einer verdeckten Obdachlosigkeit. Das bedeutet, dass sie bei Familie oder Freunden untergekommen sind, aber keine eigene Wohnung haben.

Erste Hochrechnungen der Studie zeigen, dass mindestens 5.300 Menschen in NRW komplett obdachlos sind. Das wären fast 3.800 Menschen mehr, als durch eine Landesstatistik aus dem Jahr 2020 erhoben.

So geht es Obdachlosen in Dortmund und NRW: Studie zeigt konkrete Wünsche auf

Die Studie hat nicht nur Zahlen, sondern auch Wünsche und Probleme der Obdachlosen in NRW erfasst. Ein Ergebnis ist, dass viele Menschen ohne Wohnung gesundheitliche Probleme haben, welche ihre Situation noch mehr belasten. Das Land NRW plant, die Menschen hier in Zukunft mehr mit Angeboten zu unterstützen. Ein weiterer Punkt ist die Hygienesituation in Notunterkünften in NRW. Die Befragung hat gezeigt, dass viele Menschen mit der Sauberkeit in den Einrichtungen nicht zufrieden sind.

Laumann plant in Zukunft noch mehr Daten zur Lebenssituation von obdachlosen Menschen in NRW zu sammeln, um Hilfsangebote besser auszubauen und anzupassen (mehr Infos aus NRW bei RUHR24). Mit der Landesinitiative „Endlich ein Zuhause“ unterstützt das Land NRW Anlaufstellen der Wohnungslosenhilfe in NRW mit Geld.

Viele wohnungslose Menschen suchen in Innenstädten Hilfe.jpg

Land NRW befragt Obdachlose in Dortmund: So reagiert die Stadt

Die Stadt Dortmund reagiert auf eine Anfrage von RUHR24 sinngemäß so: Niemand muss in Dortmund auf der Straße schlafen. Es gibt einige Hilfsangebote wie Übernachtungsstellen speziell für Männer, Frauen oder auch Jugendliche.

Die meisten wohnungslosen Menschen werden außerdem finanziell mit Sozialleistungen unterstützt, sodass sie Geld für Unterkunft und Essen haben. Die Stadt Dortmund verfügt außerdem Wohnungen, um die Wiedereingliederung für Betroffene zu erleichtern.

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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