Über 32.000 Menschen profitieren

Mehr Gehalt für Minijobber in Dortmund: „Weniger darf keiner zahlen“

Für rund 32.600 Menschen mit einem Minijob in Dortmund hält das Jahr 2022 einen kleinen Bonus bereit: Sie verdienen einen höheren Stundenlohn und müssen daher etwas weniger arbeiten.

Dortmund – Rund 32.600 Menschen in Dortmund haben einen Minijob. Ab Januar 2022 wurde für sie der Stundenlohn erhöht, teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Freitag (7. Januar) mit.

Minijobs in Dortmund und NRW: Mehr Geld pro Stunde für 450-Euro-Jobs

Demnach bekommen Minijobber in NRW ab Januar 2022 einen Lohn 9,82 Euro in der Stunde. Weil sie weiterhin nur maximal 450 Euro im Monat steuerfrei verdienen dürfen, sinkt die Zahl der Arbeitsstunden. Minijobber in Dortmund und NRW dürfen daher pro Woche nur noch 10,5 Stunden für den gleichen Lohn arbeiten – immerhin eine Viertelstunde weniger, als bislang.

Diesen Stundenlohn gab es bislang für 450-Euro-Jobs in NRW:

DatumStundenlohnÄnderung
1. Januar 20219,50 Euro
1. Juni 20219,60 Euro+0,10 Euro
1. Januar 20229,82 Euro+0,22 Euro

Die 9,82 Euro seien allerdings auch das absolute Lohn-Limit nach unten: „Weniger darf kein Chef bezahlen – egal, in welcher Branche und für welchen Job“, sagt Torsten Gebehart, Geschäftsführer der NGG-Region Dortmund.

Auch für Azubis gibt es mehr Geld, als zuvor: Im ersten Ausbildungsjahr bekommen sie ab jetzt 585 Euro (zuvor 550 Euro), im zweiten 690 Euro (zuvor 649 Euro) und im dritten 790 Euro (zuvor 742,50 Euro). Zudem gab es 2022 weitere Änderungen bei Pfand, Porto und dem Corona-Bonus.

Minijobs in Dortmund und NRW: Noch keine Anhebung der Verdienstgrenze von 450 Euro

Bereits Ende 2020 hatte der heutige Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) es abgelehnt, die Verdienstgrenze von 450 Euro für Minijobs anzuheben. Eine Arbeitsgruppe hatte damals gefordert, dass Minijobber künftig steuerfrei bis zu 600 Euro verdienen können sollten.

Die NGG erwartet jedoch künftig eine Anhebung der Lohn-Grenze für Minijobber auf etwa 520 Euro. Auch, weil die neue Bundesregierung in Berlin den Mindestlohn auf 12 Euro erhöhen will. „Wer dann als Minijobber den Mindestlohn bekommt, muss nur noch 10 Stunden pro Woche arbeiten“, sagt Torsten Gebehart.

Diese Entwicklung sieht die Gewerkschaft jedoch kritisch: Dadurch könnten Minijobs reguläre Arbeitsplätze verdrängen und drohen zur Teilzeit-Falle zu werden. Sprich: Beschäftigte würden sich dann mit 520 Euro im Monat zufriedengeben, obwohl sie auch länger arbeiten könnten. Erst darüber sind die Jobs sozialversicherungspflichtig und der Arbeitnehmer zahlt auch in Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung ein.

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