Landesweiter Streik

Streik bei Rewe, H&M, Ikea, Douglas: „Stinksauer“

Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel bleiben weiter ergebnislos. Jetzt ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem landesweiten Streik auf. Etliche Geschäfte sind betroffen.

NRW – Die aktuellen Tarifverhandlungen für über 500.000 Beschäftigte im Einzelhandel gestalten sich schwieriger als gedacht. Auch die letzte Gesprächsrunde am vergangenen Mittwoch (1. September) ging ergebnislos zu Ende. Bevor die nächste Verhandlungsrunde am Freitag (10. September) startet, wollen Gewerkschaft und Beschäftigte nun Druck aufbauen: Ein landesweiter Streik soll Bewegung in die Verhandlungen bringen.

GewerkschaftVerdi
Mitglieder 1.941.071 (Stand Dez. 2020)
Gründung19. März 2001 in Berlin

Landesweiter Streik in NRW betrifft viele Geschäfte: Rewe, Edeka, Kaufland, Real und viele mehr

Nur in „Trippelschritten“ kämen die Arbeitgeber den Beschäftigten der Branche entgegen, so Silke Zimmer, Verhandlungsführerin bei Verdi, wütend. „Die Beschäftigten beider Branchen sind stinksauer.“ Denn nicht nur, dass es seit Mai kein verbessertes Angebot vonseiten der Arbeitgeber gäbe, es sei auch kein Wille erkennbar, zu einer fairen Einigung zu kommen. Seit nunmehr vier Monaten würden die Beschäftigten zudem hingehalten.

Von einem Tarifabschluss, so Verdi, sei man immer noch meilenweit entfernt. Und so ruft die Gewerkschaft Beschäftigte des Groß- und Außenhandels zu einem landesweiten Streik am Donnerstag (9. September) auf. Es soll ganztägig gestreikt werden. Vom Streik in NRW betroffen sind neben Supermärkten wie Rewe, Edeka, Kaufland und Real auch viele weitere Geschäfte. Primark, Douglas, Ikea, H&M, Saturn – sie alle könnten am Donnerstag geschlossen bleiben.

Verdi ruft zum Streik in NRW auf – Kundgebung in Dortmund

Rund 160 Betriebe hat die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen. Sie alle sind zu einer Kundgebung eingeladen, die am selben Tag um 11 Uhr auf dem Friedensplatz in Dortmund stattfinden soll. Gegen 12 Uhr wollen die Streikenden einen Demonstrationszug durch die Dortmunder Innenstadt starten. Neben Silke Zimmer (Verdi) wird auch Norbert Walter-Borjans (SPD) zu der Kundgebung erwartet.

Verdi kündigt einen Streik in NRW an - auch in Dortmund könnten viele Geschäfte geschlossen bleiben.

„Alle Beschäftigten des Handels, unabhängig davon, in welcher Teilbranche sie arbeiten, haben in der Corona-Pandemie Herausragendes geleistet“, so Zimmer. Und sie täten es immer noch. Gleichzeitig habe der Außen-, Groß- und Einzelhandel enorme Umsätze erwirtschaftet – von denen die Beschäftigten bisher aber nicht viel abbekämen. Die Beschäftigten hätten „Respekt und Wertschätzung“ verdient. Und das müsse sich nun endlich auch in einer fairen Bezahlung bemerkbar machen.

Streik in NRW für mehr Lohn für Beschäftigte des Einzelhandels

4,5 Prozent plus, 45 Euro mehr Lohn sowie ein Mindestgehalt von 12,50 pro Stunde sind die wichtigsten Forderungen der Gewerkschaft. Das Angebot der Arbeitgeber sieht allerdings nur eine Erhöhung um zwei Prozent vor. Als Begründung für das deutlich niedrigere Angebot führen die Arbeitgeber laut Tagesspiegel weiterhin die Pandemie an. Viele Betriebe seien in ihrer Existenz bedroht und dürften nicht mit zusätzlichen Personalkosten belastet werden.

„Das Angebot ist in vielerlei Hinsicht inakzeptabel“, betont Solke Zimmer. Für dieses Jahr bedeute es Reallohnverluste, denn das Angebot bleibe weit hinter der aktuellen Preissteigerungsrate von 3,8 Prozent zurück.

Bereits am Donnerstag (2. September) hatte die Gewerkschaft angekündigt, die Streiks massiv auszuweiten. Dem wird mit dem Streik am landesweiten Streik am kommenden Donnerstag nun Folge geleistet.

Rubriklistenbild: © Anika Hinz/RUHR24